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4. Sonntag im Jahreskreis, B 2024

Friedensbild
Datum:
Veröffentlicht: 27.1.24
Von:
Stefan Fleischmann

„Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?“
Wie hört sich das für Sie heute Morgen/Abend an?

Die Frage kann erst einmal ganz ehrlich gemeint sein:
"Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?" -
Gibt es eine Schnittmenge zwischen unserem und deinem Leben?

„Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?“
Kann denn aus Nazaret, einem belanglosen „Kaff“, etwas Gutes und Sinnvolles kommen?

 „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret“
verbunden mit einem ablehnenden und demütigenden Gesichtsausdruck.

„In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazareth?“ In ähnlichen Kontexten liest man auch von Dämonen. Ein Mensch also, der von Kräften und Zwängen besetzt ist, die ihn zunehmend entfremden und ihm die innere Freiheit rauben. Die Besessenheit geht soweit, dass sie Jesus abzuhalten versuchte: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“ (Mk 1,24).“ Die Herrschaft der Dämonen kann heute aber auch für politische Unrechtsstrukturen stehen, ebenso für die schmerzhafte Lebenserfahrung, dass wir Menschen von etwas so besetzt sein können, dass wir unsere Identität verlieren, beispielsweise durch ein Leiden, einem selbst auferlegtem Zwang, einer lähmenden Angst oder einer Traurigkeit.

Der Evangelist Markus bringt gleich zu Beginn seines Evangeliums – nach Taufe, Versuchung und Berufungsgeschichte – genau diese herausfordernde Geschichte, in der ein Besessener und Jesus aufeinandertreffen, quasi zwei Herrschaften prallen hier aufeinander! „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?“ Die Herrschaft der Dämonen und die Herrschaft Gottes, die uns ermächtigt, als freie ganze Menschen zu leben, ebenso wie wir von Anfang an von Gott hergedacht, gewollt und geliebt sind. Das Aufeinandertreffen der beiden Herrschaften stößt uns unmittelbar auf eine Frage: Von welchen Kräften lassen wir uns eigentlich leiten, wovon lassen wir uns regieren, worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit?

Liebe Schwestern und Brüder,

Jesus wird hier als Heiland, als einer, der heil und gesund macht, der befreit und Befreiung schenkt, dargestellt. Jesus redet nicht nur, sondern setzt quasi seine Lehre in die Tat um: „Schweig und verlass ihn!“ Diese Szene erinnerte sehr stark an den Seesturm, wo Jesus dem Wind droht und dem See befiehlt: „Schweig, sei still.“ - Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.“ Diese Worte Jesu sind wirkmächtig und es wird deutlich, mit wem die Dämonen es zu tun haben: mit Gott selbst. Ein spektakulärer Auftritt Jesu, so dass alle fragen: „Was ist das?“ „Was ist das für eine Macht, eine Vollmacht, dass sogar die unreinen Geister seinem Befehl gehorchen?“

Ich möchte uns diese Frage in die neue Woche mitgeben: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?“

Eine Antwort gibt die 3. Strophe des Liedes: „Alles meinem Gott zu Ehren, dessen Macht die Welt regiert, der dem Bösen weiss zu wehren, dass das Gute mächtig wird. Gott allein wird Frieden schenken, seines Volkes treu gedenken. Hilf o Jesu guter Hirt, hilf o Jesu guter Hirt.“

Liebe Schwestern und Brüder,

der Ungeist bzw. der Dämon unserer Zeit sind für mich die vielen Kriege weltweit und die geopolitischen Spannungen; im Kleinen die vielen „ICH –AGs“ und eine chronische Unzufriedenheit. Ich spüre die Angst und die Unsicherheit, die den Menschen mehr und mehr ergreift.

In der Fastenzeit möchte wir eine Friedensaktion starten, indem wir vor dem Gottesdienst in besonderer Weise um den Frieden beten und Gott um seinen Frieden bitten. Welche Kraft hat doch das Gebet?! Im Laufe der nächsten Monate wird ein Friedensbild von Kirche zu Kirche, von Gemeinde zu Gemeinde im Seelsorgebereich Hofer Land wandern. „Und sein Ruf verbreitete sich im ganzen Gebiet.“