Zum Inhalt springen

70 Jahre Sankt Konrad Hof

P. Peter Waibel SJ, Pfarrer seit 21. April 1996; Dekan seit 1. Mai 2004
Datum:
Veröffentlicht: 19.4.24
Von:
Christoph Plass

Feier zieht auch prominente Ehemalige an

Am Sonntag beginnt das Jubiläumsjahr zum 70. Geburtstag von Sankt Konrad in Hof. Einer der zahlreichen Gäste: der langjährige Hofer Jesuitenpater Peter Waibel. 

„In Hof habe ich die längste Zeitspanne meines Lebens verbracht“, sagt Peter Waibel. 15 Jahre lang war der Jesuitenpater im Auftrag seines Ordens in der Saalestadt, zusammen mit den anderen Patres hat er die Gemeinde und den Seelsorgebereich Sankt Konrad geprägt. 2010 zogen sich die Jesuiten allerorten aus der Fläche zurück, so musste auch Waibel Hof verlassen. „Ich bin ungern gegangen damals.“ Am Wochenende ist der 73-Jährige wieder hier zu Gast: Der erste Termin des großen Jubiläumsjahres 70 Jahre Sankt Konrad steht an.

Vor, nach und rund um den Festgottesdienst am Sonntag werden zahlreiche Gäste aus Nah und Fern erwartet. Auch Peter Waibel ist eingeladen: Am meisten freue er sich auf die vielen Gesichter, die er am Wochenende in Hof sehen wird. „Alte und altbekannte, neue, von denen ich bisher womöglich zumindest die Namen kenne, und auch solche, bei denen ich überlegen muss, ob und woher wir uns kennen“, sagt Peter Waibel. Er ist seit sechs Jahren in Unterhaching tätig, als Oberer für elf Jesuitenpatres jenseits der 80, als Seelsorger fürs Pflegeheim, in dem sie leben, und als Pfarrvikar in einem Pfarrverband rund um Pullach. Waibel ist einer jener Menschen, bei denen man das häufige Schmunzeln ganz laut durchs Telefon hört: Das ist ansteckend,, wenn man seinen Gedanken folgt. „Hof, in Bayern ganz oben? Für mich als gebürtigen Kronacher war an diesem Slogan eigentlich nie etwas Besonderes.“ Stattdessen sei Hof ganz früher eher negativ besetzt gewesen.

Als er in den Siebzigern als Novize zum Praktikum in die Stadt kam, habe ihn der Braunkohle-Geruch aus dem nahen Tschechien gestört. „Und ja, ich habe mich damals so nahe des Eisernen Vorhangs irgendwie eingesperrt gefühlt.“ Das habe sich aber Mitte der 1990er, als er seine längere Stellung hier antrat, alles schon deutlich geändert gehabt: „Ich erinnere mich an meine Zeit in Hof als Zeit des prallen Lebens in der Gemeinde – von den Kleinkindern bis zu den Senioren.“ Man habe damals viel auf die Beine stellen und bewirken können: Da fällt ihm der Runde Tisch der Religionen ein, an dem vom Imam bis zum Rabbi bis zu den Dekanen viele sich ausgetauscht haben – eine Einrichtung, die es heute noch gibt. „Und da weiß ich auch, dass das, was ich alles gemacht habe, nur möglich war durch meine Mitbrüder, die mir immer den Rücken freigehalten haben. Und die natürlich immer weniger wurden im Lauf der Zeit.“ So denke er durchaus auch mit Wehmut an seine Zeit in Hof zurück. Was im gläubigen Hof seit seinem Weggang los ist, habe er immer irgendwie mitverfolgt – nicht immer nur voller Begeisterung.

Der Trend zu immer größeren Seelsorgebereichen mit tendenziell weniger Personal sei ja in vielen Teilen des Landes zu erleben, gefallen müsse einem das ja aber nicht. Seine Grußworte, die er am Sonntag an die Festgemeinde richten werde, drehten sich um die drei Worte Freude, Nachdenklichkeit und Zuversicht. Worauf er sich ebenfalls freue: auf die vielen Kollegen, Wegbegleiter, Vorgänger und Nachfolger, die im Dienste der Hofer Gläubigen ihre Spuren in Hof hinterlassen haben. Da wird der Sonntag der Einstieg zu einem Jubiläumsjahr, das viele Anlässe zur Freude bietet.

Die Gläubigen feiern heuer 70 Jahre Sankt Konrad, zehn Jahre neue Kita, 60 Jahre Frauenbund und 50 Jahre Katholische Erwachsenenbildung. Ein Arbeitskreis hat dafür einen ganzen Reigen an Programmpunkten zusammengestellt – von der Messe der einzelnen Angebote bis zur Exkursion zur Wirkungsstätte des Namensgebers.

(aus der Frankenpost)