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Abschied von der Kirche St. Otto in Hof

Datum:
Veröffentlicht: 28.2.23
Von:
Bernhard Kuhn

Die Gemeinde St. Otto kann dankbar auf 60 Jahre zurückschauen unter dem Motto "Dem Vergangenen Dank. Dem Kommenden JA." Am 26. Februar 2023 fand nach einem feierlichen Dankgottesdienst mit Pfarrer Stefan Fleischmann der Abschied von der Kirche und die Schließung statt.

Erste Informationen zur geplanten Profanierung gab es vom Sachausschuss St. Otto schon im Oktober 2015. Im April 2019 fasste die Kirchenverwaltung Bernhard Lichtenberg den Beschluss für einen Antrag zur Profanierung, dem die Ordinariatskonferenz der Erzdiözese Bamberg im Juli 2019 stattgegeben hat, und die nun am 26. Februar 2023 vollzogen wurde.

Dazu fand in dankbarer Erinnerung ein feierlicher Festgottesdienst statt, dem Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann vorstand. Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer hatte die Musik für den Profanierungsgottesdienst bewusst so ausgewählt, dass das ganze Spektrum der Emotionen in den Liedstrophen der Gemeinde wie “Suchen und fragen” und “Sein wandernd Volk will leiten der Herr in dieser Zeit” und in den Solobeiträgen darin zum Ausdruck kommen konnte. Lea Stühlmeyer sang das Kyrie aus der Messe von Robert Jones, “Unsere Hoffnung” (Text Alois Albrecht, Musik Ludger Stühlmeyer) und “Sei stille dem Herrn und hoffe auf ihn, er wird dir geben, was dein Herz wünscht” von Felix Mendelssohn Bartholdy.

In seinen einführenden Worten sagte Pfarrer Stefan Fleischmann: „Sie sehen die liturgische Farbe violett. Es ist die Farbe der Umkehr und der Buße, der Erneuerung und der Neuorientierung. Gleichzeitig feiern wir heute unsern letzten Gottesdienst in dieser Kirche: Nach 60 Jahren nehmen wir Abschied! Als ihr Pfarrer ist mir bewusst: Viele sind mit dieser Kirche und dem angrenzenden Pfarrheim sehr verbunden, ihre Lebens- und Glaubensgeschichte ist quasi mit diesem Bauwerk verwoben. St. Otto gehört zur Kirchengeschichte unserer Pfarrgemeinde in Hof. Ich möchte herzliche Vergelt´s Gott allen sagen, die sich seit Monaten mit uns auf den Weg gemacht haben, auch, um den Übergang hin zum Neuen zu gestalten." Insbesondere bedankte sich Pfarrer Stefan Fleischmann bei Gemeindereferentin Beate Schmid vom Sachausschuss St. Otto und bei Dr. Ernst Schmiedl von der Kirchenverwaltung Bernhard Lichtenberg.

In den Herausforderungen unserer Zeit geschieht auch immer etwas Neues: Am kommenden Freitag wird Weihbischof Herwig Gössl das neue Seniorenzentrum mit Kapelle segnen und seiner Bestimmung übergeben. Wir freuen uns darauf. Nun wollen wir Gottesdienst feiern in dankbarer Erinnerung: Dem Vergangenen Dank, dem Kommenden JA!, weil Gott bei uns ist und unsere Wege mitgeht!

Es folgten Erinnerungen von Gemeindemitgliedern, die sich mit Herzblut in dieser Kirche engagierten. Bernd Fritscher, ehemaliger Kirchenpfleger dieser Filialgemeinde, erinnerte sich wie er als junger Ministrant seinen Dienst in dieser Kirche begann und sich seit dem mit seiner Familie in dieser Kirche engagierte. Therese Kupzok verbindet seit 1972 mit St. Otto nicht nur die Erinnerung an die sonntäglichen Gottesdienste, sondern auch an ein reichhaltiges und vielfältiges Gemeindeleben mit erlebnisreichen Kirchenfesten, Zusammenkünfte über das ganze Kirchenjahr hinweg. „St. Otto war für viele eine Anlaufstelle, eine Heimat! Man gehörte dazu.“ Erich Heger, viele Jahre Mitglied der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates reflektierte die Entwicklung der Filialkirchenstiftung von 1968 – 1977. Ulrich Tschoepe , 32 Jahre Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Otto und seit 9 Jahren, seit es die Pfarrei Bernhard Lichtenberg gibt, Sachausschussvorsitzender, war es ein Anliegen all jenen zu danken, die während der 60 Jahre in ungezählten Gottesdiensten ihr Zeugnis für Jesus Christus abgelegt haben, und St. Otto durch ihr persönliches Engagement in vielen Bereichen zur Entfaltung und Blüte führten. Die meisten hätten längst ihren Lohn dafür im Himmel erhalten.

Schließlich hieß es von St. Otto Abschied zu nehmen, ein schmerzlicher Augenblick, der so manche Träne der Rührung in die Augen der Gläubigen steigen ließ. Pfarrer Stefan Fleischmann steht mit Mesner Gottfried Zimon, Kirchenverwalter Dr. Ernst Schmiedl und Ulrich Tschoepe rund um den Altar: Pfarrer Stefan Fleischmann mit der Schale, gefüllt mit dem Heiligen Brot, und das ewige Licht. Mesner Gottfried Zimon trägt das Altarkreuz, Dr. Ernst Schmiedl einen Altarleuchter und Ulrich Tschoepe ein großes Fotoalbum als bleibende Erinnerung an 60 Jahre St. Otto. Bevor das Allerheiligste und die liturgischen Gegenstände in einer Prozession aus der Kirche getragen werden, betet Pfarrer Stefan Fleisch sein verfasstes Gebet zum Abschied und Übergang.

Gott, unser Vater, du hast deiner Kirche so viel geschenkt, indem du deine Kinder mit vielfältigen Charismen gesegnet hast, dir und den Menschen zu dienen. Wie ein roter Faden zieht sich diese Kirche St. Otto durch unser aller Leben. Dieser Kirchenraum war vielen vor uns eine religiöse Heimat. Er war Mitte des Gemeindelebens, das Gotteshaus, indem wir deine Nähe gesucht und gefunden haben. An diesem Altar haben wir immer wieder den Tod und die Auferstehung deines Sohnes Christus gefeiert. Die Gemeinschaft mit ihm und untereinander wurde im Empfang des Wortes und Brotes erneuert und vertieft. Dieses Bauwerk war für uns ein steinernes Zeugnis unseres Glaubens und eine fortwährende Erinnerung an deine Nähe. Wir sagen dir heute Dank dafür, besonders für den Dienst derer, die diese Kirche erbaut und die sie erhalten und gepflegt haben. So nehmen wir auch im Gedenken an die Wohltäter und Gönner dieses Hauses Abschied. Wir sind verbunden mit den vielen Menschen, die sich hier als Haupt- und Ehrenamtliche eingebracht und das Gemeindeleben mit geprägt haben: Seelsorgerinnen und Seelsorger, Pfarrer und Kapläne, Gemeinde- und Pastoralreferenten, Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates, Mesner und Organisten, Ministranten, Lektoren und Kommunionhelfer, Mitglieder des Sachausschusses, der Gruppen und Kreise, u. v. m. Wir blicken dankbar auf diese Zeit zurück, wenngleich auch mit Wehmut und Traurigkeit. Im Glauben wissen wir aber auch, dass du uns nicht verlässt, denn deine Güte und Huld werden uns folgen ein Leben lang. Du umschließt uns von allen Seiten und legst deine Hand auf uns. In diesem Vertrauen nehmen wir Abschied und nehmen unsere Erinnerungen mit in unsere neue Kapelle St. Otto, die auf uns wartet. Was uns kostbar ist tragen wir im Herzen. Segne unseren Weg des Aufbruchs. Lass uns Neues erkennen und wagen. Lass uns aufeinander schauen und gegenseitig tragen. Stärke unser Bemühen gemeinsam am neuen Ort Jesus Christus und seine Liebe zu feiern, zu bezeugen und aus ihm zu leben. Und lass uns auch in der neuen Kapelle St. Otto stets seine Gegenwart und Hilfe erfahren. Das erbitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Nach dem Segen verkündet Pfarrer Stefan Fleischmann: „Als sichtbares Zeichen des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe nehmen wir das Allerheiligste und die liturgischen Gegenstände mit in die neue Kapelle St. Otto.“ Unter einfühlsamen Orgelklängen erfolgte der Auszug. Die sehr schöne St. Otto- Kirche ist nun Hofer Kirchengeschichte. Zur Erinnerung bekamen die Gottesdienstbesucher eine Erinnerungskerze und ein Foto überreicht, gleichzeitig auch als Einladung, der Gottesdienstgemeinde St. Otto treu zu bleiben, wenngleich an einem neuen Ort an der Kolpingshöhe.