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Adventsandacht zur Eröffnung des Hofer Weihnachtsmarktes

Eröffnung Weihnachtsmarkt 2023
Datum:
Veröffentlicht: 3.12.23
Von:
Bernhard Kuhn

Der Hofer Weihnachtsmarkt wurde nach einer festlichen, ökumenischen Adventsandacht in der St. Marienkirche durch Oberbürgermeisterin Eva Döhla sowie durch das Christkind und Nikolaus offiziell eröffnet.

Die Adventsandacht, die Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann und Dekan Andreas Müller gemeinsam gestalteten, wurde vom CVJM Posaunenchor Hof unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Georg Stanek festlich umrahmt. „Macht hoch die Tür, die Tor macht. Es kommt der Herr der Herrlichkeit!“ die große Erwartung des Advents.

Ihre Dialogpredigt stellten die beiden Geistlichen Stefan Fleischmann und Andreas Müller unter das Motto: „Fürchtet euch nicht ! “ „Lieber Stefan, ‚Fürchtet euch nicht!‘ das ruft der Engel Gottes den Hirten auf den Feldern um Bethlehem zu. ‚Habt keine Angst. – ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.‘ Wir kennen diesen Satz aus der Weihnachtsgeschichte des Lukas“, begann der evangelische Dekan den Predigtdialog. und fügte hinzu : „Wie klingen diese Worte in den Ohren der Palästinenser in Gaza und der Angehörigen, die um ihre 137 noch immer verschleppten Familienmitglieder bangen? Größer noch als gestern sind die Ängste, seit die Kampfhandlungen am heutigen Morgen wieder aufgenommen wurden!“ „Sie kommt mir in diesem Jahr schwer über die Lippen: Die Zusage des Engels ‚Friede auf Erden‘. Sie fühlt sich so fremd an: In Israel, in der Ukraine, in Somalia und an so vielen weiteren Orten“, antwortete Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann, „Für mich hat unsere Außenministerin im Februar vor einem Jahr es eindrücklich gesagt: ‚Heute sind wir in einer anderen Welt aufgewacht.‘“ Aber man müsse die Friedensbotschaft  der Engel auf Bethlehems Fluren in ihrer umfassenden Bedeutung betrachten, fuhr der Geistliche fort. Für die Bibel bedeute Frieden:  harmonische zwischenmenschliche Beziehungen, die aus einer gerechten, geschwisterlichen Gesellschaft hervorgehe. Der wahrhaftige Friede könne nur aus dem Zusammenleben von Menschen entstehen, die sich von Gott geliebt wissen. Sie sind es, die an einer Gesellschaft arbeiten, in der Gott erfahrbar sei. Dem stimmte Dekan Andreas Müller völlig zu: „Stefan, da bin ich ganz bei Dir“, sagte er. „In der letzten Woche saßen die Mitglieder des runden Tischs der Religionen in der Synagoge in Moschendorf zusammen. Da sprach einer der Teilnehmer uns allen aus dem Herzen: ‚Wir sind doch alles Menschen. Von Gott geschaffen und geliebt.  Deshalb möchte ich in unserer Stadt mit all meinen Nachbarn in Frieden leben. Auf die große Politik haben wir keinen Einfluss. Aber auf unsere Gemeinden hier. Bei uns müssen wir anfangen und unseren jungen Leuten zeigen. Alle Bewohner Hofs verdienen Respekt. Wir sind alle unterschiedlich. Aber wir wollen alle miteinander in Frieden leben‘“  „Ich höre in diesen Wochen immer wieder, dass es in Palästina nie Frieden gebe. Ich hör darin Resignation und Teilnahmslosigkeit. Und ich frage mich: Wie hört sich das in den Ohren unserer jüdischen Mitglieder an, die sich seit dem Massaker der Hamas bei uns unsicher fühlen?“ fuhr der Dekan fort und erzählte von einer hoffnungsvollen Begebenheit, die er erlebte. „Ich möchte gegen die Angst von einer kleinen  Begegnung erzählen. Am Tag vor dem 7. Oktober besuche ich mit meiner Familie Bethlehem. Die Geburtskirche, die Banksy Ausstellung im Schatten der sechs Meter hohen Betonmauer, die den Westen Bethlehems umgibt. Zwei Straßen weiter stoßen wir zufällig auf ein Gartencafe. Wir lassen uns in der Nachmittagshitze nieder. Cola und Cappuccino. Wir staunen über die Oase am Rande der Altstadt. Kommen ins Gespräch mit seinem Besitzer. Er erzählt davon, wie er als Architekt in Kalifornien gearbeitet habe. Vor sechs Jahren er das Gefühl gehabt, es müsse zurück in seine Heimat. Zurück nach Palästina. Er wolle dem Land seiner Kindheit zurückgeben, wofür er in seinem Leben Gott dankbar sei. Er wünsche sich Frieden. Das hier sei ein Anfang.

Mir ist dieser hoffnungssture Mann zu einem Engel geworden,  Er verkündigt auf sein Weise: Fürchtet Euch nicht. Ich verkündige euch große Freude.“  Ein sehr schön Schlusswort für diese sehr ansprechende und zum Nachdenken anregende Dialogpredigt.

Es folgten noch mehrere adventliche Weisen des Posaunenchors bis schließlich vor dem Hauptportal der Marienkirche Oberbürgermeisterin Eva Döhla mit Bürgermeister- und Stadtratskolleg(inn)en sowie mit dem Nikolaus und dem Christkind offiziell den Hofer Weihnachtsmarkt eröffnete, der sich, umsäumt von Lichterketten, von der Marienkirche bis zum Kugelbrunnen durch die Fußgängerzone der Hofer Altstadt zieht. In den zahlreichen, weihnachtlich geschmückten Hütten werden Geschenkartikel, Christbaumschmuck, Kunsthandwerk und weiteres mehr angeboten. Natürlich dürfen verschiedene kulinarische Spezialitäten sowie die Glühweinpyramide nicht fehlen. Ein sehr schöner Markt der mit seinem vorweihnachtlichen Flair den Hofer Bürgerinnen und Bürgern sowie vielen Gästen Freude bereitet.

Eröffnung Weihnachtsmarkt 2023
Eröffnung Weihnachtsmarkt 2023
Eröffnung Weihnachtsmarkt 2023