Allerheiligen - Allerseelen im Hofer Land

In manchen Regionen werden die Bräuche der beiden Feste vermischt, obwohl sie aber eine unterschiedliche Bedeutung haben. Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag und findet jedes Jahr am 1. November statt. An diesem Tag gedenken Katholiken aller bekannten sowie unbekannten Heiligen. Auf dieses Hochfest folgt am 2. November der Festtag Allerseelen. Im Unterschied zu Allerheiligen wird an Allerseelen der verstorbenen Verwandten, Freunden und Bekannten gedacht. In fast allen Pfarrkirchen des Seelsorgebereichs "Hofer Land" fanden an beiden Tagen Gottesdienste statt.
Am Allerheiligentag zelebrierte Pfarrvikar Holger Fiedler In der Stadtpfarrkirche St. Marien in Hof ein feierliches Hochamt. Der renommierte Kammerchor „Capella Mariana“ unter der Leitung von Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer umrahmte den Festgottesdienst. Die Sängerinnen und Sänger interpretierten diesmal Werke des Hofer Musikers und Kulturpreisträgers der Stadt Dr. Ludger Stühlmeyer. Die Vertonung des Psalms und des Antwortgesangs zur ersten Lesung- eine Komposition, die einem Kurienbischof in Rom gewidmet ist - wurde gefolgt von einem festlichen Hallelujavers. Zur Gabenbereitung vereinten sich die Gläubigen und der Kammerchor zu einem erhebenden Lobgesang für Gemeinde und Oberchor. Der Amenruf am Ende der Doxologie des Hochgebetes erhob die Herzen machtvoll zu Gott und während der Kommunionausteilung erklang der Lieblingshymnus des Pfarrpatrons, des Seligen Bernhard Lichtenberg, „Jesus, der innig an dich denkt", in einer Textübertragung von Alois Albrecht und einer Komposition im Stil der englischen Hochkirche. Den feierlichen Gottesdienst zum Allerseelentag in der Stadtpfarrkirche „St. Marien“ gestalteten Musikdirektor Dr. Stühlmeyer und seine Tochter Lea gemeinsam mit Solobeiträgen für Stimme und Orgel.
Einen ansprechenden Allerseelengottesdienst für die Verstorbenen des vergangenen Jahres, der musikalisch von Organist Vladimir Plakidin umrahmt wurde, hielt in der Konradskirche Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann zusammen mit Gemeindereferentin Mechthild Fröh. Schon das Eingangslied nach Psalm 91 "Wer unterm Schutz des höchsten steht", strahlt die Hoffnung und Zuversicht aus, die uns Gott zugesagt hat. Die drei Grundpfeiler eines gelungenen Lebens sind wohl die in den heiligen Schriften gemeinsam genannten Tugenden Glaube, Hoffnung Liebe. Pfarrer Stefan Fleischmann stellte seine einführenden Worte auf dieses Fundament unseres Glaubens: "Auferstehung ist unser Glaube", "Wiedersehen ist unsere Hoffnung" "Gedenken ist unsere Liebe"
"Am Allerseelentag gedenken wir unserer Verstorbenen" sagte er. Der Tod sei ein Teil des Lebens, den wir nur schwer annehmen können. Er durchkreuzt und trennt Lebenswege, Freude, Gemeinschaft, Liebe. Ein Bild schenkte Pfarrer Fleischmann immer wieder Trost: Jesus hängt am Kreuz – im Hintergrund sieht man Gott Vater, der das Kreuz mit beiden Händen an der Seite hält.
"Der Allerseelentag lädt uns ein tiefer, ja zum Himmel zu schauen, um zu glauben: wir sollen nicht trauern wie die Hoffnungslosen", fuhr der Geistliche fort, doch die Hoffnung, die über den Tod hinausgreift, falle nicht immer leicht. Denn wenn wir am Sarg und am Grab stehen, nehmen wir keine Spur von Leben und Auferstehung wahr. „Aber uns ist eben auch die Botschaft überliefert von dem Einen, der den Tod besiegt hat; von dem ewigen Leben, das uns verheißen ist. Dafür brennen die Lichter und dafür stehen die Blumen auf den Gräbern und besprengen sie mit Weihwasser- Zeichen des Lebens."
„Der Trost, den der christliche Glaube schenkt, sei keine billige Vertröstung, Trost heißt – dass wir dürfen Gottes Gegenwart spüren, dass wir diesseits und jenseits der Todesgrenze in derselben guten Hand Gottes geborgen und gehalten sind – mitten in den Kreuzen dieser Welt und am Ende des Lebens", betonte der kompetente, einfühlsame Geistliche.
Anschließend wurden unter dezenten Orgelklängen die Namen der 145 Verstorbenen des vergangenen Jahres abwechselnd von Pfarrer Stefan Fleischmann und Gemeindereferentin Mechthild Fröh verlesen. Dabei wurde für jeden Verstorbenen von Veronika und Bastian Trapp ein Licht entzündet und vor den Altar gestellt, an dem das heilige Messopfer gefeiert wurde. Es ist „ein heiliger und heilsamer Gedanke für die Verstorbenen zu beten“, so versichert uns der heilige Franz von Sales. An Allerseelen steht dieser Gedanke im Mittelpunkt. Heilig, weil wir daran glauben, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern das Ziel. Heilsam, weil uns dieses Gebet immer auch daran erinnert, dass auch wir sterben werden – und wir dadurch bewusster leben und wesentlicher.