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Aschermittwoch

Aschermittwoch
Datum:
Veröffentlicht: 21.2.23
Von:
Pfarrer Stefan Fleischmann
Wissenswertes zum Beginn der Fastenzeit

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Wo liegt eigentlich der Ursprung dieser Zeit?

Von ihren Ursprüngen her war diese Zeit einerseits der besonderen Vorbereitung der Taufbewerber gewidmet, die in der Osternacht getauft werden sollten. Andererseits war es die Zeit der Buße und Umkehr. Es begann die Zeit der öffentlichen Buße. Solche, die eine schwere Sünde auf sich geladen hatten, legten ein Bußgewand an und ihr Haupt wurde mit Asche bestreut. Mit dem Osterfest wurden sie wieder in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen.

Auf welchen Aspekt möchte die Fastenzeit heute noch aufmerksam machen?

Genau genommen sind daraus zwei Aspekte für alle Christen entstanden: die Umkehr und die erneute Hinwendung zu Gott und zu meinen Mitmenschen. Und das Neu-Entdecken der Gotteskindschaft in der Taufe. Das schließt eine Erneuerung der Kirche bzw. einer Kirchengemeinde mit ein, umzukehren und an das Evangelium zu glauben.

Was hat die Zahl 40 dabei zu bedeuten?

Schon das erste Allgemeine Konzil von Nizäa (325) spricht von einer vierzigtägigen Vorbereitungszeit auf Ostern. Die Zahl 40 ist eine besondere Zahl:

  • 40 Tage fastete Jesus in der Wüste (Mt 4,2; Lk 4,1).

  • 40 Tage und 40 Nächte fastete Mose auf dem Sinai.

  • 40 Jahre wanderte das Volk Israel durch die Wüste.

Seit dem 5. Jahrhundert beginnt daher die vierzigtägige österliche Bußzeit mit dem heutigen Aschermittwoch (=Aschenauflegung).

Wie kann ich mich hier auf den Weg machen?

Gerade in der Fastenzeit gibt es besondere Angebote, um dem Leben eine Erneuerung und neue Ausrichtung zu geben, z.B. der Empfang des Aschenkreuzes, Gottesdienste am Sonntag, musikalische Abendgebete, Kreuzwege, stille Stunden, Beichtgespräche, Alltagsexerzitien, u.v.m.

Es gibt doch auch andere Möglichkeiten außerhalb der Kirche Gott nahe zu sein?

Das stimmt. Jeder Getaufte bleibt ja Gottes Kind, so wie es im Prophetenbuch Jesaja steht: „Sieh her, ich habe dich eingezeichnet in meine Hände.“ Die Kirche kann eine hilfreiche Brücke sein, Gott zu suchen und zu finden, die Sehnsucht nach Gott zu wecken und Leben aus dem Glauben zu gestalten.

Was hat das Aschenkreuz am Aschermittwoch zu bedeuten?

Als äußeres Zeichen für den Fastenbeginn lassen sich die Katholiken in den Gottesdiensten dieses Tages ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen. Die Asche ist nicht nur ein Zeichen der Buße und Umkehr, sondern vor allem auch Zeichen der menschlichen Gebrechlichkeit und Vergänglichkeit. Der Priester bzw. der Wortgottesleiter spricht bei der Spendung des Aschenkreuzes: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurück kehren wirst.“

So ein Zeichen der Aschenauflegung berührt in besonderer Weise: „Mensch, erinnere dich, dass du vergänglich bist; dass von dir nicht viel übrig bleiben wird!“ Die Vergänglichkeit und Sterblichkeit des Menschen steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Frage: „Was gibt dem Leben Qualität.“ „Was ist im Leben lebensnotwendig.“ "Was gibt dem Leben Halt?" Die österliche Bußzeit will dazu auffordern, die Sinne für das wahre Leben und die religiösen Erfahrungen zu schärfen und die Glaubenspraxis zu erneuern.

Haben Sie ein Bild, mit dem Sie die Fastenzeit beschreiben können?

Mir gefällt das Bild von der Reinigung. Da gibt es den äußeren Frühjahrsputz, der wieder einen klaren Blick durch das Fenster ermöglicht, aber auch eine innere Reinigung, sich von allem unnötigen Ballast zu befreien, damit wieder ein befreites Aufatmen möglich ist: Gebet, Fasten und Almosengeben sind wertvolle Hilfen. Ich habe mir vorgenommen, den Schreibtisch aufzuräumen und mir mehr stille Zeiten zu gönnen. Damit ist für mich ein inneres und äußeres Aufräumen verbunden.