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Auf den Spuren des Seligen Bernhard Lichtenberg

Datum:
Veröffentlicht: 11.9.23
Von:
Susanne Hoch
Knapp 40 Pilger begaben sich mit der Kolpingsfamilie Hof auf eine Wallfahrt in die schlesische Heimat unseres Pfarrpatrons Bernhard Lichtenberg.

Wie oft schon mag sich jemand in der Marienkirche an der Bronzebüste von Bernhard Lichtenberg vorbei in die Bank geschlängelt haben? Wie oft wird der Name inzwischen gesagt oder geschrieben, weil der Selige Bernhard Patron der Hofer Pfarrei und Namensgeber des Pfarrzentrums ist? Wäre es da nicht endlich an der Zeit, Bernhard Lichtenberg ein bisschen besser kennen zu lernen? Das dachte sich wahrscheinlich auch Pfarrvikar Holger Fiedler, als er die Idee zu einer Bernhard-Lichtenberg-Wallfahrt nach Schlesien hatte. Die Kolpingsfamilie Hof nahm diesen Vorschlag gerne auf und sorgte für die Umsetzung. So kam es, dass Pfarrer Fleischmann am Morgen des 7. Septembers 2023 knapp 40 Pilger mit dem Reisesegen Richtung Polen verabschieden und in die Obhut des geistlichen Reiseleiters und Initiators Pfarrvikar Fiedler übergeben konnte. Erste Station war die Wallfahrtskirche Wartha (Bardo), die Bernhard Lichtenberg regelmäßig besuchte. Dann führte der Weg weiter nach Breslau (Wrocław). Nach einer langen Fahrt mit einigen Hindernissen konnte sich die Gruppe mit traditionell polnischen Piroggen stärken. Als die Pilger schließlich spät abends ihre Unterkunft in einem umgebauten Kloster erreichten, fielen alle müde ins Bett.

Am nächsten Tag wurde Breslau erkundet. Erster Programmpunkt war ein Besuch auf der Dominsel mit Gottesdienst in der Kathedrale, in der Bernhard Lichtenberg 1899 zum Priester geweiht worden war. Danach bestand die Möglichkeit, den Turm zu erklimmen und den Panoramablick über Breslau zu genießen. Am Nachmittag wartete eine interessante Stadtführung mit anschließender Schifffahrt. Wer hat wohl die meisten Breslauer Zwerge entdeckt und fotografiert? Etwa 800 Exemplare der kleinen Bronzefiguren soll es über das Stadtgebiet verteilt geben. Beim Abendessen in einem urigen polnischen Restaurant lautete das Resümee der Reiseteilnehmer: Breslau ist eine wirklich sehr schöne Stadt.

Weitere wichtige Orte aus der Biographie von Bernhard Lichtenberg standen am dritten Tag auf dem Programm. Den Anfang machte Ohlau (Oława), der Geburtsort des Seligen. Dort durfte die Gruppe in der Kirche St. Peter und Paul, in der Bernhard Lichtenberg getauft worden war und seinen Primizgottesdienst gehalten hatte, eine Messe feiern. Ein Porträt, eine Gedenktafel und eine Büste halten die Erinnerung an den Seligen in der Kirche wach. Nach seiner Priesterweihe hatte Bernhard Lichtenberg als Kaplan in Neiße (Nysa) gewirkt. Daher war das „schlesische Rom“, das gerade mitten in der 800-Jahr-Feier steckte, mit seiner erhabenen Basilika St. Jakobus und Agnes das nächste Ziel. Der letzte Abstecher führte vom Süden wieder in den Norden Breslaus zum Kloster Trebnitz (Trzebnica). Die heilige Hedwig von Andechs, die dort begraben liegt, war für Bernhard sehr wichtig, nicht zuletzt in seiner Zeit an der Berliner Hedwigskathedrale. Auch dieser ereignisreiche Tag durfte mit gutem polnischem Essen ausklingen.

Nun hieß es wieder Abschied nehmen. Während der Heimfahrt durch das Riesengebirge mit Mittagessen in Krummhübel (Karpacz) konnten alle noch einmal die vielen Eindrücke Revue passieren lassen. Die Tage in seiner schlesischen Heimat hatten den Seligen Bernhard Lichtenberg, dessen 80. Todestag im November ist, etwas greifbarer gemacht. Man kann also sagen: Gute Idee, Herr Pfarrvikar!

Besonders bedanken möchten wir uns bei unseren polnisch-sprachigen Mitreisenden, ohne die wir oft aufgeschmissen gewesen wären. Dziękuję bardzo!