Berliner Erzbischof feiert Pontifikalamt zum 150. Geburtstag Bernhard Lichtenbergs

Anlässlich des 150. Geburtstags des Seligen Bernhard Lichtenberg, Namensgeber unserer Pfarrei, fand am zweiten Adventssonntag, 7. Dezember 2025 in St. Konrad ein Pontifikalamt zu seinen Ehren mit dem Erzbischof von Berlin Dr. Heiner Koch statt. In Konzelebration mit dem stellvertretenden Leitenden Pfarrer Dr. Dieter G. Jung feierte Erzbischof Dr. Koch die Eucharistie mit der so zahlreich erschienenen Gemeinde. Die festliche Atmosphäre des Gottesdienstes stimmte dabei bereits auf das anstehende Weihnachtsfest ein. Für die professionelle musikalische Umrahmung sorgte Stadt- und Dekanatskantor Dr. Ludger Stühlmeyer zusammen mit dem Violinisten Jens Wilkens und der Sängerin Aki Yamamura.
Im Zuge der Messe wurde an das Leben und Wirken des Theologen Lichtenberg (* 3. Dezember 1875) erinnert, der als Berliner Domprobst öffentlich zum Widerstand gegen das NS-Regime aufrief und daraufhin von diesem verfolgt wurde. Während seiner Deportation in das KZ Dachau, gelangte der inzwischen schwerkranke Lichtenberg in die Stadt Hof, wo er am 5. November 1943 verstarb. Aufgrund dieses biographischen Hintergrundes besteht eine enge Verbindung zwischen dem Erzbistum Berlin und der katholischen Gemeinde der Stadt Hof im Erzbistum Bamberg – der einstigen Wirkungsstätte und dem Sterbeort Bernhard Lichtenbergs. Diese geistliche Verbundenheit spiegelt sich nicht nur in der beidseitigen Benennung der Pfarreien zu Ehren Lichtenbergs in Hof und Berlin wider, sondern auch in deren enger wechselseitiger Kooperation.
Erzbischof Dr. Koch betonte in seiner Predigt Lichtenbergs theologische Werte- und Prinzipientreue, die das Fundament seines Widerstandsgeistes ausmachten und ihn zur öffentlichen Unterstützung der Verfolgten des Nationalsozialismus veranlassten. Wohlwissend um die Konsequenzen seiner Handlungen war es jene Unerschütterlichkeit, mit der er seine Überzeugungen an die Öffentlichkeit brachte, die ihn zum Märtyrer werden ließ. Der vorbildhafte Charakter Lichtenbergs liegt darin begründet, dass es ihm bei all seinen Aufrufen nie um den eigenen Vorteil ging, sondern er stattdessen selbst weitreichende Repressionen auf sich nahm, um den Schwachen der Gesellschaft eine Stimme zu geben und seinem katholischen Wertekompass zu folgen. Dieses selbstlose Eintreten Lichtenbergs dürfe nicht nur verehrt werden, sondern müsse auch heute als Vorbild für uns alle dienen. Die Einzigartigkeit und der Wert jedes Lebens, welche der Selige Bernhard Lichtenberg zeitlebens hochhielt, seien auch heute die moralischen Grundwerte der katholischen Kirche, die eine gesamtgesellschaftliche Relevanz in sich trügen, so der Berliner Erzbischof.
Für das uns geschenkte Leben sind wir stets zur Dankbarkeit gegenüber Gott verpflichtet, schließlich ist dieses keineswegs selbstverständlich, sondern ein Geschenk seiner Allmächtigkeit. Zum Ausdruck bringen wir diese Dankbarkeit, indem wir die Gegebenheiten des Lebens annehmen, nach dem Guten streben und auf Gottes Hilfe bei der Bewältigung von Herausforderungen vertrauen. So wie auch Bernhard Lichtenberg die immensen Zumutungen seines Lebens selbstlos auf sich genommen hat, müssen wir alles Irdische stets, wie er selbst schrieb, „im Horizont der Ewigkeit sehen“ und uns damit unserer eigenen Vergänglichkeit bewusstwerden.
Abschließend dankte Erzbischof Dr. Koch allen Haupt- und Ehrenamtlichen der Pfarrei Bernhard Lichtenberg für die Einladung nach Hof und die Möglichkeit, in St. Konrad gemeinsam das Pontifikalamt zu feiern. Besonders hob er das Engagement der Ministrantinnen und Ministranten, sowie die Geduld der vielen Kinder, die umfangreiche Messfeier durchzustehen, hervor. Für den nächsten Besuch sagte er zu, einen explizit auf die Bedürfnisse der Kleinen ausgerichteten Gottesdienst zu gestalten. Im Anschluss der Messe stand Dr. Koch noch für Gespräche sowie zur Aufnahme zahlreicher Erinnerungsfotos zur Verfügung.
von Dr. Nicola Leroy









