Brillantes Adventskonzert in St. Marien

Die vorweihnachtliche Zeit wird leider vermarktet und bietet wenig Raum für Stille. Schon jetzt hört man "Stille Nacht", oder " O du fröhliche" aus allen Lautsprechern am Weihnachtsmarkt. Ganz anders war das Adventskonzert in der Stadtpfarrkirche "St. Marien", gestaltet von der Kolpingfamilie unter Leitung von Stefan Illek, mit der Zollkapelle Nürnberg unter dem Dirigat von Hermann Mack, dem Bernhard-Lichtenberg-Chor sowie Lea und Ludger Stühlmeyer.
Advent sei die Zeit der Erwartung, die Zeit des Sich-neu-Ausrichtens auf Gott, der uns entgegenkommt, sagte Pfarrvikar Holger Fiedler in seiner Begrüßung, und freute sich auf diese festliche Stunde. Den Anfang machte die Zollkapelle Nürnberg mit „Tochter Zion". Es folgten im Wechsel mit den anderen Interpreten weitere Stücke wie „Is scho still uman See", „Still o Himmel, still o Erde", „Nun, es nahen sich die Stunden" und andere mit denen die Vollblutmusikerinnen und Musiker ihre angetanen Zuhörer beschenken.
Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer hatte den Bernhard Lichtenberg Chor für die Mitgestaltung des Konzertes gewinnen können. Die Sängerinnen und Sänger brachten mit „O komm, o komm, Immanuel” als erstes eine Komposition ihres langjährigen Leiters für Chor, Flöte und Orgel zu Gehör, die eigens für diesen Anlass entstanden ist. Auch das Lied „Sehnsucht nach dem ganz anderen” für Chor, Flöte und Orgel nach einem Text von Eugen Eckert stammt aus der Feder Stühlmeyers. Mit „Das ist die stillste Zeit im Jahr” interpretierte der Bernhard Lichtenberg Chor eines der beliebten fränkischen Mundartlieder für die besinnlichen Wochen vor dem Weihnachtsfest. Lea Stühlmeyer brillierte mit einem Rezitativ, der Arie „Bereite dich Zion” und dem Choral “Wie soll ich dich empfangen” aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach und dem beliebten polnischen Lied Lulaje Jezuniu in einer Fassung für Stimme und Orgel von Ludger Stühlmeyer. Der Kantor selbst zeigte als Solist an der historischen Steinmeyer Orgel. Für diesen Anlass hatte er die Choralvorspiele „Nun komm der Heiden Heiland” und „Wachet auf, ruft uns die Stimme” von Johann Sebastian Bach und die Vokalise von Sergej Rachmaninow ausgewählt. Stefan Illek, ein langjähriges Mitglied der Kolpingfamilie brachte besinnliche Texte zu Gehör u.a. „Wie ein Kind". Er bezog sich auf das "Hohelied der Liebe“ im Korintherbrief, wo es heißt: „Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind."... Wenn Paulus aber weiterschreibt: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild, dann aber von Angesicht zu Angesicht.",... „dann merke ich dass ich noch einen weiten Weg hab bis Weihnachten" folgerte der Rezitator. „Nicht wegen der vielen Aufgaben, sondern weil ich das Kindliche wieder entdecken muss. Stück für Stück den selbstgemachten Stress eintauschen gegen geschenkte Freude. Denn dann werde ich alles so erleben, wie es bei Gott jetzt schon ist. Wer das Reich Gottes nicht so empfängt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen." Ein hervorragender Gedanke in dieser besinnlichen Adventszeit. Stefan Illek brachte noch weitere tiefgründende Geschichten. Am Ende dieser festlichen Stunde bedankte sich Pfarrvikar Holger Fiedler bei allen Ausführenden und Organisatoren der Kolpingfamilie für dieses wunderbare Konzert, das den faszinierten Besuchern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

