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Christen sollen Hoffnungsträger sein

St. Martin
Datum:
Veröffentlicht: 14.11.22
Von:
Stefan Fleischmann
Der heilige Martin hat in seinem mitmenschlichen Verhalten Mensch und Zeit verändert und vor allem auf Jesus Christus hingewiesen, der gesagt hat: „Was ihr einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.“

Wir kennen ihn von  Kindesbeinen an – den Heilige Martin.
Während viele Traditionen verschwinden, hat er sozusagen ein ewiges Leben im Bewusstsein der Menschen –bis heute. Der heilige Martin hat in seinem mitmenschlichen Verhalten Mensch und Zeit verändert und vor allem auf Jesus Christus hingewiesen, der gesagt hat: „Was ihr einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.“

Viele Kinder waren mit ihren Eltern und Großeltern  in dieser Woche hierher gekommen, um den hl. Martin zu feiern. Und sie taten es voll Leidenschaft, ihm zu Ehren Lieder zu singen und  sein Leben vor Augen zu führen.

Ein Soldat sieht die Not; er wird im Innersten berührt und angerührt; und er handelt. Der Heilige Martin hat ein Herz für den Notleidenden, der ihm zum Nächsten wird. Auf das kommt es an:  Immer mehr Mensch zu sein, immer mehr Mensch zu werden und und immer mehr Mensch zu bleiben.

Folgerichtig, aber für uns heute nicht selbstverständlich, legt er, der zum christlichen Glauben findet, sein altes Leben ab. Damals waren der Dienst an der Waffe und Christsein  miteinander nicht vereinbar. Er legt die Waffen nieder. Er vollzieht bewusst einen Statuswechsel und legt sein altes Leben ab. Welche Vision heute?! Wenn alle Menschen auf der Welt ihre Waffen niederlegen würden, um den Menschen zu dienen und zu helfen und zu heilen. Ja, die Sehnsucht danach ist oft der erste Schritt zur Veränderung. Wir  benötigen Sehnsüchte und Träume, weil sie uns voranbringen auf dem Weg des Friedens, der Versöhnung und der Gerechtigkeit.

Letzte Woche war ich in Berlin. Ein Zimmer im Kloster ohne Verpflegung. Frühstück habe ich sozusagen an der Straßenecke gemacht. Auch eine Erfahrung, wie sich Wohnsitzlose oft so herumtreiben müssen. Ein Mann schaut so neugierig auf mein Hörnchen. Ich beobachte ihn. Seine Augen bleiben auf meinem Hörnchen gerichtet. Wollen Sie etwas? Er nickt. Ich gebe ihm das Hörnchen in der Tüte. Er nickt wieder- aber er hat sich verändert, seine Augen sind geöffnet und schauen mich leuchtend an.

Nun, wir haben viele Probleme zu bewältigen. Krisen umgeben uns und was der morgige Tag - ganz persönlich aber auch im weltweiten Kontext -bringen wird, weiss kein Mensch (mehr). Aber  wir können den Augenblick leben, den Moment, der uns von Gott geschenkt ist, weil wir in seiner Gegenwart leben- immer und jederzeit! Und wir können Folgendes vollbringen –jeden Tag neu, dass die Menschen nach der Begegnung mit uns, hoffnungsvoller von uns gehen, als sie uns angetroffen haben. Auf diese Weise werden Christen Hoffnungsträger in unserer Zeit und für unsere Gesellschaft. Der Heilige Martin möge uns dazu Kraft und Mut geben.