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Das Sprachenwunder von Pfingsten

Sprachenwunder
Datum:
Veröffentlicht: 12.6.25
Von:
Stefan Fleischmann
Festgottesdienst zum „Geburtstag der Kirche“ in verschiedenen Sprachen

Die katholische Pfarrgemeinde Bernhard Lichtenberg hatte zum „Geburtstag der Kirche“ zu einem Festgottesdienst in verschiedenen Sprachen nach St. Konrad in Hof eingeladen. Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann und sein polnischer Mitbruder Pfarrer Pawel Hardej begrüßten zu Beginn die Gottesdienstgemeinde in deutsch und polnisch. Januka Gunaratnam verlieh dem Gottesdienst durch Orgelklänge und Kantoreneinlagen eine besonders festliche Note. Nach der Lesung vom „Pfingstwunder“, die in englischer Sprache vorgetragen wurde, befasste sich Pfarrer Stefan Fleischmann in seiner Festansprache mit der Frage : „Was ist der Heilige Geist? Interessiert das heute noch jemanden? Oder kommen wir ganz gut ohne ihn aus?" In der Apostelgeschichte erfahren wir, dass es den Heiligen Geist gibt und vor allem, wie er wirkt: „Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

Die verschiedenen Sprachen stehen heute für die unzähligen Möglichkeiten der Verkündigung in Tat und Wort, sagte Stefan Fleischmann, „ob präsent oder medial; die Bandbreit sei hierfür sehr groß und fast schon sehr unübersichtlich geworden. Die Sprachen – sie stehen für die Generationen unserer Zeit, die auf je eigene Weise an Gott denken, an ihn glauben, ihn loben und preisen.“ Kraft unserer gemeinsamen Taufe, Firmung oder Konfirmation seien wir eingeladen, diesen heiligen Geist zu erbeten, sich ihn immer wieder zu öffnen, ihn zu reaktivieren und in den Gaben des Rates, der Weisheit, der Erkenntnis, der Gottesfurcht, der Frömmigkeit, der Einsicht, der Liebe wirken zu lassen, fuhr der Geistliche fort. Von großer Bedeutung sei sicherlich die Gabe der Unterscheidung ob es sich um den guten Geist oder um den Ungeist handelt. Pfarrer Stefan Fleischmann spricht dabei gern vom "Abergeist", der uns abbringt von Gott und seinem Gebot der Liebe. Die Abergeister sind unsere innere Stimmen: „Aber die anderen machen es doch auch so.“ „Aber ich bin nicht daran schuld!“ „Aber ich möchte mich hier nicht einmischen!“ Abergeister – wir haben genug davon! Wieder eine andere Stimme flüstert uns ein: „Du bist nichts; du kannst nichts; das schaffe ich nie.“ Alles Kleingeister, weil sie mich klein machen wollen. Kleingeister, weil ich mir etwas einreden lasse. Kleingeister, weil ich mich mit Anderen vergleiche. Zur Unterscheidung der Geister sei es manchmal eine Hilfe sich mit den Heiligen zu beschäftigen, was diese uns zu sagen hätten. So zum Beispiel unser Kirchenpatron der heilige Bruder Konrad, der einmal das Wort geprägt hat: „Das Kreuz ist mein Buch". Was würde Jesus tun wenn die Unentschiedenheit umso mächtiger wird und Entschiedenheit gefragt ist. Wir kennen Jesus immer besser im Gebet und in der Anbetung, ob in der Kirche oder in der Schöpfung; wir sind ihm nahe im Empfang der Sakramente und folgen so seinen Spuren der Liebe und Barmherzigkeit: „Das Kreuz ist mein Buch!“ Am Schluss seiner gefühlsbetonten Ansprache stellte Pfarrer Stefan Fleischmann noch einmal die Frage: Was ist der Heilige Geist? Interessiert das heute noch jemanden? Oder kommen wir ganz gut ohne ihn aus? " und gab gleich darauf seine eigene überzeugte Antwort: „Nein, ich komme nicht ohne ihn aus. Der Heilige Geist ist wie ein E-bike: Wenn ich mich einbringe und trete, bekomme ich durch den Motor im Heiligen Geist Rückenwind und Stärke, gewinne an Fahrt!" Anschließend wurden die Fürbitten in tamalisch, malayalamisch, englisch, polnisch ,finnisch und russisch vorgetragen. Mit einem schallenden Te Deum "Großer Gott wir loben dich" wo es in der "Geist-Strophe" heißt: "Dich Gott Vater auf dem Thron loben Große, loben Kleine, deinem eingeborenen Sohn singt die heilige Gemeinde, und sie ehrt den Heiligen Geist, der uns seinen Trost erweist" fand der „Geburtstag der Kirche“ einen würdigen Ausklang.