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Das gewisse Etwas

Hochzeitskirche Kana
Datum:
Veröffentlicht: 15.1.22
Von:
Stefan Fleischmann

Jeder von uns kennt dieses Evangelium von der Hochzeit zu Kana. Meine Heimatgemeinde hat diese Geschichte auch als Krippenszene festgehalten – sehr überwältigend – davor zu stehen und die Details zu sehen: Menschen, die in der Küche beschäftigt sind, mit Servieren und Musikinstrumenten, dazu die Hochzeitsgäste und die Brautleute. Es macht aber auch Freude, das Gesamtbild anzuschauen, wie alles zusammenhängt und aufeinander abgestimmt ist.

Das Gesamtbild

Da ist eine Frau, Maria, die erfasst, was da im Grunde vor sich geht und den Überblick behält, und vor allem, wo es an Wesentlichem fehlt. „Sie haben keinen Wein mehr.“ Außer ihr sagt das niemand. Andere werden es auch bemerkt haben, aber sie tun so, als sei nichts geschehen. Sie stecken sozusagen den Kopf in den Sand.

Für das Leben der Kirche ist ein solches Charisma Mariens unentbehrlich, ein Gespür für das Ganze zu entwickeln, weil das eine mit dem anderen immer auch zusammenhängt, z. B. die Pastoral und die Verwaltung in einem Seelsorgebereich, Ehrenamtliche und Hauptamtliche. Eigene Aufgaben und die eigene Arbeit können den Blick verstellen, wunde Stellen zu erspüren und die Bereitschaft aufzubringen, sie beim Namen zu nennen und für Abhilfe zu schaffen. Jeder Dienst in der Kirche ist immer auch Dienst an der Einheit.

„Das gewisse Etwas“

Ein zweiter Punkt: Maria identifiziert sich mit der Situation, sie solidarisiert sich mit den Menschen, die in Not geraten sind. „Sie haben keinen Wein mehr.“ Der Wein geht aus, das ist eigentlich gar nicht so schlimm. Die Leute hätten auch auf ein anderes Getränk umschwenken oder auch nach Hause gehen können. Der Wein steht aber für das „gewisse Etwas“; der Wein steht für Freude, Begeisterung, Leidenschaft. Was ist eine Kirche, die nur rechnet und aufrechnet, zählt und vergleicht, Kalkulationen, Statistiken und Hochrechnungen erstellt?

Der Wein steht für den Mehrwert des Lebens, ja er steht für den Mehrwert unseres Christseins, das gewisse Etwas, was gar nicht viel sein muss, kleine Schritte im Denken und Tun, damit der gute Wein, die Fülle und die Freude des Lebens, zum Vorschein kommt.

IHM trauen und anvertrauen

Einen zweiten Satz sagt Maria: „Was er euch sagt, das tut.“ Maria ist sich ihres Sohnes sicher, dass er helfen kann. Sozusagen, Gott lässt euch, die ihr in Verlegenheit gekommen sein, nicht im Stich. Ihr könnt Gott trauen und ihm euch anvertrauen, eine Hoffnung, die nicht enttäuscht wird, denn Jesus ist der Ausweg aus allen scheinbar ausweglosen Situationen der Geschichte. Maria stellt uns mit ihrem Hinweis eine Frage: Rechnen wir noch mit ihm? Ist er in unserer Mitte – Dreh und Angelpunkt unserer Gemeinschaft?

Unser Seelsorgebereichslogo „Hofer Land“

Unser Logo lädt ein, immer wieder auf den Seelsorgebereich insgesamt zu schauen und ihn in seiner Größe und Ausdehnung, Vielfalt und Buntheit wertzuschätzen.

Unser Logo lädt ein, das „gewisse Etwas“ im Detail zu entdecken, Freude und Hoffnung, Trauer und Angst vor Ort ernst zu nehmen.

Unser Logo lädt ein, sich um die Mitte - das Kreuz - zu versammeln: Jesus Christus. In seiner Gegenwart geschieht Wandlung und Verwandlung, ja neues Leben in Fülle.

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