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Ein Gebräu, das verbindet

Datum:
Veröffentlicht: 27.5.11
Von:
frankenpost

"Konrad und Mariechen" in trauter Zweisamkeit

Hof hat eine neue Biersorte: "Konrad und Mariechen" heißt das leichte Schankbier. Die Gemeinden St. Konrad und St. Marien haben es bei der Brauerei Meinel in Auftrag gegeben. Zum ersten Mal fließt das Getränk an Fronleichnam in die Krüge. Weihrauch und Gebete: die Pfarrer Holger Fiedler und Hans-Jürgen Wiedow (von links) segnen gemeinsam den Sud des neuen Gemeindebieres, den Stefan Scherer mit angesetzt hat.

Hof hat eine neue Biersorte: "Konrad und Mariechen" heißt das leichte Schankbier. Die Gemeinden St. Konrad und St. Marien haben es bei der Brauerei Meinel in Auftrag gegeben. Zum ersten Mal fließt das Getränk an Fronleichnam in die Krüge.

Weihrauch und Gebete: die Pfarrer Holger Fiedler und Hans-Jürgen Wiedow (von links) segnen gemeinsam den Sud des neuen Gemeindebieres, den Stefan Scherer mit angesetzt hat.

vergrößern schließen Weihrauch und Gebete: die Pfarrer Holger Fiedler und Hans-Jürgen Wiedow (von links) segnen gemeinsam den Sud des neuen Gemeindebieres, den Stefan Scherer mit angesetzt hat. Foto: cp Hof - "No ho!" steht in knapper Pracht geschrieben zwischen den Silhouetten von St. Konrad und Maria. Der Druck auf dem Krug, gehalten in dunklem Rot und Weiß, fasst in schöner Schlichtheit alle hintergründigen Hintergedanken zu dem Produkt im Inneren zusammen: Ein wenig frech soll es sein, ein bisschen Farbe will es ins Spiel bringen, ein Stückchen Hof möchte es widerspiegeln. "Konrad und Mariechen" ist ein Bier - ein neues Bier, das die Brauerei Meinel vor wenigen Tagen eingebraut hat.

In Auftrag gegeben haben es Holger Fiedler und Hans-Jürgen Wiedow, die Pfarrer von St. Marien und St. Konrad. Gleich nach dem Einbrauen sind sie ins Sudhaus gekommen, um Sud und Hopfen zu segnen. Sie haben viel vor mit ihrem Gemeindebier. Für den Geschmack zeichnet Monika Meinel-Hansen verantwortlich, junge, kreative und vielfach ausgezeichnete Braumeisterin der letzten Hofer Familienbrauerei. Sie hat - entsprechend der Aufforderung des Stadtmarketings, mehr Rottöne in die Stadt zu bringen - eine besonders rötliche Malzsorte für ihre neue Kreation ausgesucht.

Zusammen mit einem besonders fruchtigen Hopfen soll es sich in den nächsten Wochen zu einem leichten Sommerbier verbinden. "Das Getränk wird schlussendlich eine Stammwürze von weniger als zehn Prozent und knapp vier Prozent Alkohol haben", sagt Braumeister Hans-Joachim Hansen. "Und eben eine leicht rötliche Note."

Die Familie Hansen hat sich die Gedanken übers richtige Rezept für das Gemeindebier gemacht - über die symbolische Bedeutung des Getränks geben die beiden Pfarrer Auskunft: "Das Getränk soll das Zusammenwachsen unserer Gemeinden wiedergeben", sagt Pfarrer Wiedow. Und Kollege Fiedler ergänzt: "Das Bier ist, wie das Gemeindeleben auch, etwas Wertvolles, etwas Ernsthaftes - und versehen mit einem Augenzwinkern."

Die Idee hatten die beiden vor einigen Monaten, und weder in ihren Gemeinden noch gegenüber der Brauerei mussten sie große Überzeugungsarbeit leisten. "Viele haben auch den Wunsch nach einem leichten Bier für die gemeindlichen Feste geäußert", berichtet Holger Fiedler. Denn das soll es sein: ein nicht zu schweres Getränk fürs gemeinsame Beisammensitzen.

Zum ersten Mal wird "Konrad und Mariechen" an Fronleichnam in die eigens gestalteten Bierkrüge fließen. "Wir wollen eine Prozession von St. Marien nach St. Konrad machen, so wie es früher Tradition war", sagt Holger Fiedler. "Danach möchten wir bei uns im Pfarrgarten feiern", ergänzt Hans-Jürgen Wiedow. Den Erlös aus dem Verkauf teilen die beiden Gemeinden untereinander auf, er ist für soziale und bauliche Projekte gedacht.

Wiedow hat auch die Etiketten für die Flaschen entworfen - die ziert entweder ein stilisierter Heiliger Konrad oder eine Maria. Auf dem Krug dann sind beide zu sehen - einander zugewandt, wie es die Gemeinden sind. Und mit einem typischen Hofer Ausspruch in ihrer Mitte: "No ho!"