Familiengottesdienst mit Bischof Dr. Potros Fahim


Der Alltag derMenschen in Ägypten in all seinen Facetten
stand am Sonntag in der katholischen St. Konradskirche in Hof
imMittelpunkt. Zu Gast war der ägyptische Bischof Dr. Botros Fahim.
Pfarrer Hans-Jürgen Wiedowfreute sich zu Beginn des gut besuchten Familiengottesdienstes, dass der hoheägyptische Geistliche während seiner Rundreise durch das Erzbistum Bamberg auchStation in Hof macht.Ägypten ist das Beispiellandder diesjährigen Spendenaktion des katholischen Hilfswerks Missio.
Aufgrund aufgrund der aktuellenUmbruch-Situation hatten die kleinen und großen Gottesdienst-Besucher in St.Konrad zahlreiche Fragen an denkoptisch-katholischen Bischof. Und sowar Botros Fahim mitsamt seiner französischsprachigen Dolmetscherin JuliaLorenzinger und Nasrat Nazmy, der arabisch übersetzte, auch anschließend beim Fest der Begegnung im Pfarrsaal noch eingefragter Gesprächspartner. Von den rund 82 Millionen Ägyptern sind rund zehnProzent Christen, mit 165.000 Mitgliedern ist die koptisch-katholische Kirchezwar eine kleine Minderheit, doch Bischof Fahim ist in der aktuellenUmbruchsituation einer der gefragtesten Vertreter der katholischen Kirche fürdie muslimische Mehrheit in Ägpyten.
Der Bischof freute sichsichtbar sich über das große Interesse der Hofer – und beschrieb das Innenleben der Pyramiden ebenso engagiert wie den Alltag und diepolitische Lage in seinem Heimatland.
Dabei erinnerte er daran, dassauch Christen im Frühling 2011 mit demdem Sturz von Präsident Mubarak das Ende von Unterdrückung und Willkürgefordert haben. Allerdings habe die Muslimbruderschaft die Lage der Menschenausgenutzt. Den großen Erfolg der Muslimbruderschaft bei der Wahl erklärte derBischof damit, dass sie gezielt die Menschen in den Armenviertel angesprochenhaben – für ihre Stimme bei der Wahl haben man ihnen ein Paket mit Reis, Zuckerund Öl gegeben. „Diese Menschen interessierten sich weniger für politischeFragen, sie hatten einfach Hunger. “ Doch unter der Regierung derMuslimbruderschaft habe sich die politische und wirtschaftliche Krise nochverschärft – deshalb sei es jetzt schließlich zum Sturz von Präsident Mursigekommen. „Das war kein militärischer Putsch, sondern das Volk setzte dieRevolution fort“, erklärte Bischof Fahim. Und so blickt er nun hoffnungsvoll indie Zukunft für sein Heimatland. So werde gerade eine neue Verfassungerarbeitet und es gebe es Zeichen fürden Dialog zwischen der muslimischen Mehrheit und der christlichenMinderheit. In den 170 Schulen der koptisch-katholischeKirche lernen verschiedener Religionenschon seit Jahren nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch gegenseitigeToleranz.
Bischof Fahim ermunterte dieMenschen, wieder nach Ägpyten zu reisen. Bei einem arabisch-fränkischenBüffett, das der Eine-Welt-Kreis mit dem Familiengottesdienst-Team von St.Konrad organisiert hatten, klang ein aufschlußreicher Vormittag aus.

