Fastenvortrag über Therese Neumann

Auch zum 3. Fastenvortrag konnte Pfarrvikar Holger Fiedler eine stattliche Anzahl interessierter Mitglieder der Hofer Pfarrei begrüßen. Diesmal ging es auf der „Suche nach Spiritualität“ – wie die Vortragsreihe überschrieben ist - um die Konnersreuther Resl. „Kernig und mystisch“ – so die Überschrift.
Der Referent ging zunächst auf die drei Hauptkritikpunkte ein, an denen sich immer wieder Diskussionen entzünden: Ihre Stigmata, die Nahrungslosigkeit und ihr manchmal heftiger Charakter. Aus der Literatur über Konnersreuth wurde eingehend zitiert, um zu allen drei Themen ausführlich Stellung nehmen zu können.
Den Zuhörern wurde erörtert, dass die Charismen, die Resl empfangen hatte, nicht etwas rein Persönliches waren, sondern eine Strahlkraft nach außen besaßen. So bildete sich der Konnersreuther Kreis, in dem sich Widerstand gegen den aufziehenden Nationalsozialismus formierte und dessen Triebfeder auch Theres Neumann gewesen ist. Hier sei nur der Name Fritz Gerlich, der Herausgeber des „Geraden Weges“ genannt.
Ihre Liebe zu Jesus Christus wurde sichtbar im prächtigen Kirchenschmuck, den sie jahrzehntelang aus ihrem Garten bereitstellte und fertigte. Auch der Besuch von Kranken und Alten gehörte für sie selbstverständlich dazu. Ihre Schauungen von biblischen Szenen ließen manchen ein tieferes Verständnis der Heiligen Schrift gewinnen – und brachten einen ausgewiesenen Spezialisten für biblische Sprachen dazu, manche Ansichten über die Aussprache des Aramäischen zu revidieren. Gott finden in allem Schönen und auch das Leid nicht ausblenden, das sind Impulse, die von der Konnersreuther Resl bis heute ausgehen.
Das lebhafte Gespräch am Ende zeigt, dass Theres Neumann immer noch eine beeindruckende Persönlichkeit ist, die herausfordert und ermutigt gleichermaßen. Der Referent schloss mit der Ermunterung: „Es rentiert sich also, sich auch weiter mit Theres Neumann zu beschäftigen. Eine faszinierende Frau, zeitlich und räumlich nicht weit von uns entfernt. Ein Besuch des neuen Museums in Konnersreuth lohnt sich auf jeden Fall.“
Die Teilnehmer bedankten sich beim Pfarrvikar Holger Fiedler für diesen wunderbaren Vortrag. Wie er es schon bei all seinen Vorträgen bewiesen hatte, versteht er es vortrefflich seine Themen präzise, kurzweilig, einfühlsam und gut verständlich zu präsentieren. Das spricht sich natürlich herum, so dass die Teilnehmerzahl von Vortrag zu Vortrag zunimmt und man sich, immer wieder gerne, schon auf die nächste Einladung von ihm freut!