Zum Inhalt springen

Fastenvortrag über die Sünde

Vertreibung aus dem Paradies
Datum:
Veröffentlicht: 8.3.23
Von:
Bernhard Kuhn

In seinem 2. Fastenvortrag in St. Konrad hat Pfarrvikar Holger Fiedler über die Sünde referiert.

Nachdem sich der Referent in seinem ersten Vortrag mit den Vorstufen der Sünde, den Versuchungen beschäftigt hatte, ging es diesmal um den nächsten Level: die Sünde. Manche mögen diesen Begriff nicht mehr. Sünde gelte als eine Erfindung der Kirche, um Menschen zu manipulieren, um Macht über sie zu haben, sagte der Referent. „Sünde sei schwierig zu definieren; wir leben in einer Zeit in der jede und jeder selbstbestimmt leben will, in der eigenen Freiheit sein will, ohne sich sagen zu lassen: Was ist richtig und was ist falsch. Beschäftigen wir uns heute also ein wenig mit dem, was wir im biblischen Sinn und im kirchlichen Kontext unter diesem Begriff verstehen. Google definiert Sünde so: „Sünde ist ein religiös konnotierter Begriff. Im christlichen Verständnis bezeichnet er den unvollkommenen Zustand des von Gott getrennten Menschen und seine falsche Lebensweise (d. h. das Übertreten von oder Herausfallen aus der göttlichen Gesetzesordnung).“ Die EKD schreibt zu dem Begriff auf ihrer Infoseite folgendes: „Das Wort „Sünde“ ist mit dem deutschen Wort „Sund“ verwandt, mit dem ein Abgrund oder ein Graben bezeichnet wird. Sünde bezeichnet – anders als im allgemeinen Sprachgebrauch – weniger einzelne Vergehen als vielmehr eine Haltung: sich gegen Gott wenden, sich von Gott abzuwenden, sich über Gott erheben zu wollen. Viele biblische Geschichten versuchen, dies zu verdeutlichen.“ Der Jugend-Katechismus der Katholischen Kirche bemerkt: „Eine Sünde ist ein Wort, eine Tat oder eine Absicht, mit der ein Mensch bewusst oder gewollt gegen die wahre Ordnung der Dinge, so wie sie Gottes Liebe vorgesehen hat, verstößt.“ Johannes Chrysostomus (+ 407) hat das sehr schön formuliert: „So ist es mit der Sünde: Wenn sie vollendet und zur Tatsache geworden ist, zeigt sie, wie unsinnig sie ist. Bevor sie vollendet ist, verdunkelt sie den Verstand und lähmt wie dichter Nebel das Denken. Ist sie aber vollendet, steht das Gewissen auf und quält den Geist mehr als jeder Ankläger und zeigt dem Sünder die Verkehrtheit seines Tuns.“

Die Folge der Sünde ist: Ein Graben zwischen Gott, zwischen den Mitmenschen, zwischen mir selbst. Da entstehen Verwundungen und Verletzungen, die nicht so leicht heilbar sind. Da wird mir erst bewusst, wie sehr ich in Beziehungen verwoben bin.

Die Kirche sieht die Folgen der Sünde so: Beraubt den Menschen der Ähnlichkeit mit Gott – Adam und Eva und die Folgen, trennt Menschen voneinander, schädigt die Gemeinschaft der Glaubenden , zum Beispiel der Missbrauchsskandal.

Aber Christus, unser Erlöser  ist gekommen, die Welt und mein Leben von der Sünde und vom Bösen zu befreien. Der Referent nannte viele Beispiele aus der Heiligen Schrift, welchen Stellenwert Sünde bei Jesus hat: z.B. Jesus der Freund der Zöllner und Sünder, oder seine Antwort auf die Frage: Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben? 7 mal? Oder beim Letzten Abendmahl: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden!..

Pfarrvikar Holger Fiedler hat versucht  seinen Zuhörern diese breitgefächerte, schwierige Thematik, die jeden Christen betrifft, mit verständlichen Worten und vielen Beispielen nahe zu bringen. Diesen Kampf gegen die Sünde darf ein jeder für sich führen, aber auch als Gemeinschaft der Glaubenden. „Wer glaubt ist nie allein“ – auch nicht im Ringen um das Gute. Dabei ist der Gekreuzigte bei uns!“