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Feier vom Leiden und Sterben Christi

Karfreitag
Datum:
Veröffentlicht: 19.4.25
Von:
Bernhard Kuhn
Bericht von Bernhard Kuhn

Hofer Land , Schauenstein: In allen Kirchen des Seelsorgebereichs „Hofer-Land“ fanden Karfreitagsliturgien statt, so auch in Hof- St. Marien, St. Konrad und in Schauenstein "Christkönig".

Die Stadtpfarrkirche St. Marien war wie in jedem Jahr bei der feierlichen Liturgie des Karfreitags bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Menschen wollen auch und gerade heute Jesus nahe sein in der Stunde seines Leidens.

In seiner Predigt ließ Pfarrvikar Holger Fiedler die Passionserzählung des Evangelisten Johannes noch einmal vor den Augen der Gläubigen lebendig werden. Dabei hob er hervor: echte Liebe ist treu, Mutterliebe ist durch nichts zu ersetzen. Denn auch, wenn Jesus von all den vielen Menschen, die ihm In der Zeit seines öffentlichen Wirkens gefolgt waren, verlassen worden war - seine Mutter Maria und sein Freund und Jünger waren bei ihm geblieben. Vor allem aber, hat Gott Jesus nicht verlassen. Auch wenn er von so vielen verlassen worden war, vertraute Jesus den Menschen und tut dies bis heute.

Die Choralschola der Stadtpfarrkirche, die schon seit mehr als 30 Jahre besteht, sang wie in jedem Jahr die altehrwürdigen liturgischen Gesänge und eine neue Komposition von Musikdirektor Dr Ludger Stühlmeyer im gregorianischen Stil.

In St.Konrad stand Leitender Pfarrer der Karfreitagsliturgie vor. Er zitierte in seiner Anspräche Dietrich Bonhoeffer: „Nur wer glaubt, dem gelingt es, in Jesus mehr zu erkennen. Nur wer tiefer sieht, beugt seine Knie vor dem Gekreuzigten". Der römische Hauptmann bekennt am Schluss: „Dieser war wirklich Gottes Sohn.“ Wir wissen, die Geschichte Jesu geht weiter –Gott sei Dank! Nicht immer ist uns im Augenblick des Scheiterns eine solche Perspektive geschenkt, aber doch eine Lebenserfahrung, dass Gott aus allem Bösen etwas Gutes entstehen lassen kann.

„Das sind Worte des Theologen Dietrich Bonhoeffer“,sagte Pfarer Stefan Fleischmann, der vor 80 Jahren hingerichtet und gestorben ist. Für die Nationalsozialisten ein unbequemer Zeitgenosse, weil Dietrich Bonhoeffer die Würde des Menschen für alle eingefordert hat; der totalitäre Geist der Gleichschaltung und die kriegstreiberische Politik waren für ihn zutiefst unchristlich. Pfarrer Stefan Fleischmann bezog sich auf ein weiteres Gedicht von Bonhoeffer: „In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht; ich bin einsam, aber Du verlässt mich nicht; ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe; ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede; in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist die Geduld; ich verstehe Deine Wege nicht, aber Du weißt den Weg für mich.“

Auch wenn alles an menschlicher Hoffnung zusammenbricht, es bleibt immer eine Geborgenheit in Gott, es bleibt die Zuversicht, von Gott nicht alleine gelassen zu sein. In diesem Vertrauen hat Jesus zu seinem Vater am Kreuz gebetet: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ In dieser Zuversicht ist Dietrich Bonhoeffer gestorben. Auch uns schenkt dieser Glaube, dieses Verankertsein in Gott, Halt und Kraft gerade in schwierigen Lebenssituationen und verbindet uns miteinander. Karfreitag sagt uns: Kein Mensch ist und geht in der Barmherzigkeit Gottes verloren: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“, soweit Pfarrer Stefan Fleischmann.

In Schauenstein „Christkönig“ gestaltete Wortgottesdienstleiter Bernhard Kuhn zusammen mit Manuel und René Beck die Karfreitagsliturgie. "Dieser Tag sei eine Ermutigung an uns alle mit dem Kreuz unseres Lebens, mit unseren Wunden und Schmerzen zu Christus zu kommen, unser Kreuz und Leid mit seinem zu verbinden. Ja-Sagen zum Kreuz, zum unvermeidlich Schweren und Harten, sofern es nicht zu ändern ist. Wo das jemand fertig bringt, da hat das Leid bereits ein Stück weit seine Bitternis verloren.

Von Kardinal Faulhaber stammt das Wort: „Nah beim Kreuz ist nah bei Gott. Gehen wir bei der Kreuzverehrung zu ihm hin, verbinden wir uns doch in dieser Stunde mit dem Schmerzensmann am Kreuz, und flüstern wir ihm zu: Lieber Heiland, ich hab dich lieb. Danke, das du für mich gestorben bist.“