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Festgottesdienst am 15. August mit besonderer Note

Mariä Himmelfahrt St. Pius 2023
Datum:
Veröffentlicht: 17.8.23
Von:
Bernhard Kuhn

Wie in allen katholischen Pfarrkirchen des Seelsorgereiches Hofer Land wurde das Hochfest der „Aufnahme Mariens in den Himmel“ auch in der Filialkirche St. Pius in Hof gefeiert. Den Festgottesdienst zelebrierte Pfarrer i.R. Josef Servetnicky, der zur Ferienvertretung wieder in Hof weilte.

Zu Beginn des Gottesdienstes erinnerte Dr. Ludger Stühlmeyer an die Verkündigung des Dogmas der leiblichen Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel durch Papst Pius XII. Zu diesem Anlass hatte der Musikdirektor und Theologe ein ganz besonders kostbares Erinnerungsstück mitgebracht, einen Pileolus dieses Papstes, der sich im Besitz von Familie Stühlmeyer befindet. Diese geistliche Kopfbedeckung geschenkt zu bekommen ist ein Zeichen hoher Wertschätzung und Verbundenheit, die der Kantor in dieser heiligen Messe mit der Gemeinde teilte, indem er den Pileolus auf den Altar von St. Pius legte.

Gemeinsam mit seiner Tochter Lea gestaltete Stühlmeyer den Gottesdienst musikalisch mit dem „Kyrie“ und dem „Agnus Die“ aus einer Messe von Josef Rheinberger, einem „Ave Maria“ und einer Choralbearbeitung über das beliebte Marienlied „Die schönste von allen“. Der Gottesdienst war eine Bereicherung für alle Besucher in ihren christlichen Glaubensleben.

Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli (der spätere Papst Pius XII.) war seit 1914 mit der Leitung humanitärer Aufgaben des Vatikans betraut. Er sammelte bis zum Kriegsende Angaben über Kriegsgefangene und bereitete deren Austausch vor. 1917 ernannte ihn Papst Benedikt XV. zum Nuntius der Apostolischen Nuntiatur in München und weihte ihn zum Erzbischof. Da es damals in Preußen keinen Nuntius gab, übernahm Pacelli diese Aufgabe ebenso. Bei Kriegsende 1918 wurde die Nuntiatur in München von Anhängern der Münchener Räterepublik besetzt und Pacelli mit dem Revolver bedroht. Am 22. Juni 1920 wurde er zum Nuntius für die neue Weimarer Republik ernannt und war damit erster gesamtdeutscher Nuntius. Am 18. August 1925 verlegte Pacelli seinen Amtssitz nach Berlin. Er sprach inzwischen fließend Deutsch. Vor der Gefahr radikaler Kreise gegen den Katholizismus, die Jesuiten und Juden warnte er frühzeitig.

Am 9. Dezember 1929 wurde Pacelli aus Deutschland abberufen und zum Kardinalstaatsekretär und Vermögensverwalter des Petersdoms in Rom ernannt. Zu Beginn der 1930er Jahre fanden Verhandlungen für Konkordate zwischen dem Vatikan und dem Deutschen Reich und dem Vatikan und Österreich statt, die Kardinal Pacelli abschließend unterschrieb. Das Konkordat ist bis heute gültig. Pacelli erstellte auch die Schlussfassung der Enzyklika „Mit brennender Sorge“, in der die Politik und die Ideologie der Nationalsozialisten verurteilt wird. Sie erschien am 21. März 1937 und wurde am Palmsonntag von allen Kanzeln katholischer Kirchen im Deutschen Reich verlesen.

Kardinal Pacelli wurde an seinem 63. Geburtstag, dem 2. März 1939, im dritten Wahlgang zum Papst gewählt und gab sich den Namen Pius XII. Er und der selige Bernhard Lichtenberg kannten sich aus der gemeinsamen Berliner Zeit. Und so nahm Papst Pius XII. Anteil am weiteren Schicksal Lichtenbergs, der Gefangennahme und dem Tod in Hof am 5. November 1943.

1949, noch zu Lebzeiten des Papstes wurde in Berlin die Pacelliallee nach ihm benannt. Papst Pius XII. starb 9. Oktober 1958 im Castel Gandolfo in Rom. Papst Paul VI. eröffnete 1965 den Seligsprechungsprozess.

Mariä Himmelfahrt St. Pius 2023