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Frau, dein Glaube ist groß! Mt 15,21-28

„Gott kann uns auf allen Straßen begegnen“
Datum:
Veröffentlicht: 19.8.23
Von:
Pfarrer Stefan Fleischmann

Liebe Leserinnen und Leser,

das heutige Evangelium erinnert mich an zahlreiche Frauen und ihre jeweilige Lebensgeschichte. Es sind starke Persönlichkeiten, die ihren eigenen Weg gingen, in welcher existentiellen Bedrohung und Ausweglosigkeit sie sich auch befanden: eine Mutter, die eine schwere Erkrankung bzw. Behinderung ihres Kindes über Jahre hinweg begleitete;  eine Mitarbeiterin, die ohne Rücksicht auf ihre eigene Person für die Belange ihrer Kolleginnen eintrat; Frauen, die Veränderungen innerhalb der Kirche und ihrer Kirchengemeinde vorantreiben wollten.

Das heutige Evangelium stellt uns eine solche Frau vor Augen. Wir können geradezu das Selbstbewusstsein, die Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit dieser heidnischen Frau erspüren. So tritt sie Jesus gegenüber, freilich auch mit dem Risiko, sogar abgewiesen, abgelehnt oder weggeschickt zu werden. Was macht diese Frau so stark? Sie sieht in Jesus ihre Rettung und Hoffnung auf Heilung der Tochter. Daran hält sie beharrlich fest. Das ist ihre Überzeugung, für die sie eintritt.

Aber Jesus gibt ihr zunächst keine Antwort. Warum? Vielleicht ist er mit dieser konfrontativen Situation überfordert oder muss sich erst einmal innerlich sammeln, was jetzt und hier ansteht. Erst nachdem seine Jünger ihn nochmals auf diese Frau und ihre Bitte hinweisen, tritt er kommunikativ in Aktion und zeigt dann auch  eine gewisse Lernbereitschaft: „Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen!“  Kein einfacher Prozess für alle Beteiligten, aber ein lohnenswerter Weg für die Frau, das eigene Schicksal und das der Tochter in die Hand zu nehmen und mutig für die eigene Sache einzutreten.

Erst kürzlich habe ich bei alten Bekannten ein Bild entdeckt. Das Öl-Bild hat  Roma Pohl gemalt  (Bamberg 2006) und heißt: „Gott kann uns auf allen Straßen begegnen.“ Ich möchte Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dieses Bild mit in die neue Woche geben. Sie sind zur Betrachtung des Bildes eingeladen:  Was sehe ich? Was fällt mir auf? Welche Assoziationen verbinde ich mit diesem Bild? Auf welchen Wegen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe möchte ich selbst gehen – mutig und entschlossen? Ich wünsche Ihnen geisterfüllte Gedanken, die Sie dann in einem Gebet zusammenfassen können. Bleiben Sie auf Ihren Wegen behütet und gesegnet!  

 

„Frau, dein Glaube ist groß!“

mutig
aufrecht
aufrichtig
dynamisch
risikobereit
hartnäckig
selbstbewusst
bodenständig
erdverbunden
vorausschauend
sehnsuchtsvoll
hoffnungsvoll


Ölbild: Roma Pohl (Bamberg 2006)
Titel „Gott kann uns auf allen Straßen begegnen“