Fronleichnam 2025

1. Die Eucharistiefeier ist das Herz jeder Pfarrgemeinde. Das feiern wir heute in besonderer Weise und zeigen der Welt und unserer Stadt, wer unerkannt an unserer Seite ist und unsere Wege begleitet und segnet: Jesus Christus gegenwärtig im gebrochenen Stück Brot – Leib Christi.
2. Franziskus von Assisi hat diese Demut und Liebe Gottes in der Eucharistie so sehr berührt, dass er arm sein wollte. Armut nicht als Selbstzweck, sondern leere Hände zu haben und sie hinzuhalten, damit sie gefüllt werden. Wir legen unsere Hände in Kreuzesform und bilden eine Schale, in die der Herr selbst sich hineinlegt: sein Geschenk an uns, Gnade, unverdient!
3. Dieser große Gott nimmt sich unserer Armut an, macht sich klein und verschenkt sich an uns; legt sich in unsere Hände, noch mehr in unser Herz, damit wir mehr und mehr zum Leib Christi werden: Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, ...nur unsere Füße, ...nur unsere Lippen, um Leben, Liebe und Einheit zu schenken (vgl. Gebet aus dem 14. Jahrhundert). Wenn ich die Hostie, den Leib Christ, in die Hand lege, dann denke ich oft: „Du bist jetzt Leib Christi in der Welt und für die Menschen.“ Und der Empfänger spricht: „Amen.“ Das heisst so viel wie: „Ja, ich bin dazu bereit.“
4. Erinnern wir uns an das heutige Evangelium. Jesus sagt: „Gebt ihr ihnen zu essen.“ „Wir haben nur 5 Brote und zwei Fische.“ Was ist das für so Viele? Wie armselig fühlen wir uns, und stehen wir oft da, begrenzt, ohnmächtig und endlich an Ressourcen und Möglichkeiten, gegenüber den Erwartungen und Ansprüchen unserer Zeit. Wir dürfen und manchmal müssen wir sogar darauf vertrauen: „Diese Liebe tut Großes in den kleinen Dingen“ Die vielen kleinen Formen des Gebetes, die vielen kleinen Gesten der Aufmerksamkeit, die vielen kleinen Worte der Ermutigung sind Samenkörner, aus denen Gott Großes wachsen lassen kann: Leib Christi.
5. In jeder Eucharistie geht es um Teilhabe, um Beteiligung. Gemeinsam – miteinander und füreinander – sind wir Leib Christi, in den je eigenen Diensten und mit den je eigenen Fähigkeiten. Spüren wir das? Zeigen wir das? Bekennen wir das? Vom Leib und den vielen Gliedern spricht der Heilige Paulus: „Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?“ Der Heilige Augustinus formuliert es so: „Empfangt, was ihr seid: Leib Christi; damit ihr werdet, was ihr empfangt: Leib Christ.“
6. Leib Christi zu sein–ein großartiges Geschenk, weil es Hürden und Barrieren überwindet und versch. Nationen und Sprachen, Bildungsstand und Generationen miteinander verbindet. Wollen wir uns wirklich als Leib Christi in der Pfarrgemeinde Bernhard Lichtenberg erfahren, dann dürfen wir nicht diesen Leib Sonntag für Sonntag in unzählige Gottesdienstgemeinden aufteilen und zerteilen; dann sollten möglichst die Sakramente der Taufe, Firmung und Krankensalbung fest eingebunden sein in das liturgische Geschehen der Pfarrgemeinde; wollen wir auch weiterhin die Gegenwart des Herrn im gebrochenen Brot feiern können, dann ist es an der Zeit, Frauen und Männer weitere Zugangswege zu eröffnen, diesen Feiern vorzustehen. Herzlichen Dank allen Lektoren, Kommunionhelfern, Wortgottesleitern und pastoralen Mitarbeitern, die schon jetzt durch diesen Dienst auf die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus in den heiligen Schriften und im heiligen Brot hinweisen, IHN feiern und anbeten.
7. Die Monstranz kann heute nicht vom Priester getragen werden. Vielleicht auch ein Bild für die Vision unserer Kirche – heute! dass nicht nur der Priester, sondern wir alle - als Getaufte sein Leib - Christusträger sind, Gesegnete, um diesen Segen weiterzugeben, so dass Menschen, die uns begegnen, sagen: „Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.“