Zum Inhalt springen

Geburtstag einer Königin – 50 Jahre Orgel in St. Otto

50 Jahre Orgel St. Otto
Datum:
Veröffentlicht: 11.11.19
Von:
Dr. Barbara Stühlmeyer

Gespannt merkten die zahlreichen Gottesdienstbesucher in der hell erleuchteten und festlich mit Blumen geschmückten St. Ottokirche auf, als zu Beginn des Gottesdienstes von ungewohnter Stelle zarte Töne erklangen. Sie schienen aus der Vergangenheit in den Kirchenraum herabzuschweben, gehörten sie doch zu dem alten aber noch funktionstüchtigen Harmonium, das, auf der Empore stehend, die ersten Gottesdienste der Gemeinde begleitet hatte. Der musikalischen Zeitreise folgte ein kleiner Rückblick in die Geschichte jener Königin der Instrumente, die in diesen Wochen ihren 50. Geburtstag feiert – der Orgel von St. Otto. Erbaut im Jahr 1969, in jenem Jahr, indem erstmals ein Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte und vier Jahre nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils ist diese Orgel ein Zeugnis für den Wunsch der Gemeindemitglieder von St. Otto, sich in ihrer Filialkirche und in Hof zu beheimaten.

Wer eine echte Orgel baut, investiert in eine lebendige Zukunft. Denn die Schwingungen, die von diesem Instrument ausgehen, haben eine tiefe Wirkung auf die Menschen, wie Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow in seiner Festpredigt betonte. Er erzählte davon, dass man gerade bei den kleinsten Gemeindemitgliedern gut ablesen kann, wie sie über den wunderbaren Orgelklang staunen, wie ihre Augen groß und leuchtend werden, wenn die vielfältigen, farbenreichen Töne im Gottesdienst erklingen. Und er machte – einen Bogen zum Sonntagsevangelium schlagend – deutlich, dass die Klänge der Orgel mit ihrer Lebendigkeit eine Ahnung von der Liebe Gottes vermitteln können.

Dass die Orgel von St. Otto ein Stück Gemeindegeschichte ist, kam im Gottesdienst auch durch die musikalische Gestaltung zum Ausdruck. Denn hier griffen gleich drei Organisten in die Tasten: Gerhard Jahn, der vor 25 Jahren in St. Otto, motiviert vom damaligen Kaplan Edmund Kräck, seine ersten Gehversuche auf den Orgeltasten unternahm, Vladimir Plakidin, der gemeinsam mit seiner Frau Natalja regelmäßig die Gottesdienste in der Filialkirche mitgestaltet und Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer, der, begleitet von Gerhard Jahn auch den Kantorendienst übernommen hatte. Da bei einem Festgottesdienst die Chormusik nicht fehlen darf, war der Bernhard-Lichtenberg-Chor in die St. Ottokirche gekommen und gestaltete die Liturgie mit einem abwechslungsreichen Programm von Wolfgang Amadeus Mozart bis zum Neuen-Geistlichen-Lied mit.

Bei den Dankesworten ging der Blick noch einmal in die Entstehungszeit der Orgel und da durfte natürlich ein Name nicht fehlen. Denn die Orgel von St. Otto wäre nicht gebaut worden, wenn der Erzbischöfliche Geistliche Rat Edmund Kräck sich nicht so unermüdlich dafür eingesetzt hätte. Ihm verdankt das Instrument auch seinen Standort im Altarraum, wo es seinen musikbezogenen Verkündigungsdienst optimal ausüben kann. Pfarrer Kräck war es auch, der dafür sorgte, dass sich Sponsoren fanden, die eine Erweiterung und später eine Restaurierung der Orgel finanzierten.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Herr Bernd Fritscher den beteiligten Musikern im Namen der Gemeinde und alle waren sich einig: Diese Orgel wollen wir bald wieder hören.

50 Jahre Orgel St. Otto
50 Jahre Orgel St. Otto
50 Jahre Orgel St. Otto
50 Jahre Orgel St. Otto
50 Jahre Orgel St. Otto
50 Jahre Orgel St. Otto
50 Jahre Orgel St. Otto
50 Jahre Orgel St. Otto
50 Jahre Orgel St. Otto