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Gedanken zu den Kar- und Ostertagen

Palmsonntag Heilige Woche Ostern
Datum:
Veröffentlicht: 1.4.23
Von:
Pfarrer Stefan Fleischmann
Mit dem Palmsonntag treten wir in die Karwoche ein. Wir werden mit Menschen konfrontiert, die am Leidensweg Jesu teilnehmen. Und wir werden mit Jesus selbst konfrontiert.

Mit dem Palmsonntag treten wir in die Karwoche ein.
Wir werden mit Menschen konfrontiert,
die am Leidensweg Jesu teilnehmen:
Bin ich Zuschauer oder Gaffer,
Meinungs- oder Stimmungsmacher, 
Mitleidender oder Helfender?

Und wir werden mit Jesus selbst konfrontiert.
Wir werden an seine Worte und Taten erinnert,
aber auch an die unerfüllten Erwartungen und Enttäuschungen:  
Ist er für mich ein Scharlatan oder besonderer Mensch,
ein Wundertäter oder Versager,
ein Prophet oder Gottes Sohn?

Am Ende steht Golgota, das Kreuz,
die ganze menschliche Ohnmacht,
das  Scheitern auf ganzer Linie,
die beiden Verbrecher auch mit ihm:
„Ich bin ein Wurm und kein Mensch“.

Das nicht Verstehen, 
das Verraten und  Verleugnen,
Verhöhnen und Verspotten,
schmerzt und führt in die Einsamkeit
und zum freien Fall:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“

Es ist der Schrei des Menschen
nach Vergebung, nach Erlösung, nach Gnade.
Es ist der Schrei des Menschen,
der  die Dunkelheit und Nacht menschlicher Existenz erfährt,
der in das Reich des Todes hinabsteigt:
hinabgestiegen in die Abgründe des menschlichen Lebens,
in das Reich der Hölle.

Soweit ist es mit IHM gekommen – ein Erschrecken,
aber die Geschichte Jesu geht weiter!

Liebe Schwestern und Brüder,
wir sind eingeladen, die Kar – und Ostertage gemeinsam  zu feiern, um uns in den Gottesdiensten  zu vergewissern: Der Mensch in seiner ganzen Schwachheit  und Endlichkeit darf aus der Hoffnung leben und Vertrauen haben. Ich kann nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand.

So können wir mit Paulus an Ostern bekennen: „Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur könne uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm 8,38f)

So wünsche ich uns allen gesegnete und hoffnungsvolle Kar- und Ostertage.

Im Gebet verbunden!

Stefan Fleischmann
Pfarrer