Gedanken zum Jahreswechsel

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. (Joh 1,1)
Ein Jahr geht zu Ende, doch im Grunde nur mit dem heutigen Tag im Kalender, denn dieses Jahr wird mit vielem noch weit in das kommende Jahr hineinwirken mit allem was wir erleben durften an Freude und an Leid.
Wie gut, meine lieben Freunde, tun da die ersten Worte des Evangeliums, die am Ersten Weihnachtstag in unseren Kirchen verlesen wurden. Es ist wohl eines der Schönsten aus dem reichen Schatz der Heiligen Schrift. Die Worte des Johannes Prologs (Joh 1,1-18) nehmen uns mit hinein in eine Beständigkeit, in etwas Vertrautes und umgeben uns wie eine Hülle.
„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott." Wie wunderbar hat das Johannes formuliert.
Ja, mit dem Wort hat sie begonnen, unsere Beziehung zu Gott und den Menschen:
Beziehung, wir begegnen Gott und wir begegnen einander; Begegnung, wir kommen Gott näher und wir kommen einander näher. Und so höre ich heute bei den folgenden Worten aus dem Evangelium besonders hin, wenn es da heißt:
„Im Wort war Leben und das Leben war das Licht der Menschen."
Noch heute sagen wir: „Mit den ersten Worten einer Begegnung entscheidet sich vieles.“ Denn es beginnt Beziehung oder möglicherweise auch nicht, weil die ersten Worte uns nicht ins Herz sprechen.
Das Wort, das wir uns zusprechen, das wir einander schenken, es kann Licht sein für unser Leben. Schauen wir noch einmal in dieses besondere Jahr 2025.
Immer wieder durften wir dieses Licht erfahren, das trotz aller Dunkelheiten hell erstrahlte.
Menschen, die füreinander da waren, mit Worten wie „Wir vermissen euch“, oder „Alles wird gut“, wie immer unser ehemaliger Pfarrer von Naila zu sagen pflegte, oder „Wer braucht Hilfe? Ich bin für euch da“!
Manchmal waren es Worte, die erklangen wie eine schöne Melodie, und wir konnten in einem kleinen Augenblick alles, was so traurig war, vergessen. Es sind einfach nur Worte, die ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Das durfte ich wieder selbst erleben, als ich am Heiligabend den Weihnachtsgottesdienst im Seniorenheim „Frankenhöhe“ in Langenbach gehalten habe.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Die Finsternis, die sich durch die unsäglichen Kriege in der Ukraine, im Heiligen Land und an vielen anderen Teilen der Erde verbreitet hat, konnte nicht alles Licht erfassen, denn es gab und gibt Menschen, die in unermüdlichem Einsatz für das Leben, für das Licht, kämpfen. Und es gab und es gibt Menschen, die Mut machen und Hoffnung verschenken, damit das Licht, wenn auch manchmal nur ganz klein, nicht ausgelöscht werden kann. Denken wir an den unermüdlichen Einsatz der Pflegekräfte in unseren Krankenhäusern. Sie alle – egal ob im Großen oder im Unscheinbaren – sie alle gaben und geben ein Zeugnis für das Licht.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Das Wort Gottes, der Heilige Geist, das Göttliche, es lebt in jeder und jedem von uns. Darauf dürfen wir vertrauen und hoffnungsfroh in die Zukunft, in das neue Jahr 2026 schauen, heute an diesem Tag, an dem wir zu ganz unterschiedlichen Zeiten und mit ganz verschiedenen Ritualen, die Zeit ein wenig anhalten, um Rückblick zu halten und durchzuatmen.
An dieser Schwelle zum Neuen Jahr ist es gut, diesem göttlichen Licht in uns Raum zu schenken, es in uns aufzunehmen und Ja zu sagen zu uns selbst und unserem Leben.
Denn Jesus selbst hat uns zugesagt, „Ihr seid das Licht der Welt und meine Liebe bleibt alle Tage“. Die bedingungslose Liebe, die Liebe, die nicht fragt, wo du herkommst, wer du bist oder was du hast; die Liebe, die uns einlädt, das Leben neu zu überdenken, zu fühlen und zu leben.
Und so freue ich mich, das vergangene Jahr in Gottes Hände legen, und gemeinsam voller Zuversicht, begleitet von Gottes gutem Geist und seiner spürbaren Nähe, in das Neue Jahr 2026 zu gehen.
Von guten Mächten treu und still umgeben, Behütet und getröstet wunderbar, So will ich diese Tage mit euch leben Und mit euch gehen in ein neues Jahr. (Dietrich Bonhoeffer).
Ich wünsche uns allen ein gesundes, hoffnungsvolles Neues Jahr 2026! Möge uns die Gottesmutter Maria, Unsere Liebe Frau von Marienweiher, deren Hochfest wir am ersten Tag des Neuen Jahres feiern mit ihrer Fürsprache auf den Weg zu ihrem Sohn hinbegleiten.
Ihr / Euer
Bernhard Kuhn
ehrenamtlicher Mitarbeiter im SSB Hofer Land