Gedanken zur Karwoche

Der Palmsonntag steht am Beginn der Karwoche. Was feiern hier Christen eigentlich?
An diesem Tag gedenken Christen des Einzugs Jesu in Jerusalem und seiner Passion. Die Atmosphäre des Gottesdienstes liegt in einer gewissen Spannung zwischen „Hosianna“ und „ans Kreuz mit ihm“. Dieser Spannungsbogen fordert uns noch heute zum persönlichen Zeugnis: Auf welcher Seite stehst du eigentlich? Und: Wo bist du Mitläufer?
Was hat die Karwoche mit dem Menschen im 21. Jahrhundert zu tun?
Ganz menschlich gesehen, sehr viel. Auf einem Fohlen geritten verkörpert Jesus die Sehnsucht des Menschen nach Frieden, nach Heil und Gerechtigkeit. Vor seinem Leiden teilt Jesus mit seinen Jüngern Brot und Wein als Zeichen seiner Lebens- und Liebeshingabe, während am Karfreitag die ganze Ohnmacht und Gottverlassenheit des Menschen zum Ausdruck kommt. Wer kennt nicht solche krisenhaften Lebenssituationen? Hiermit verbunden ist sicherlich auch das vollkommene Scheitern eines Menschen, der mit seinem Leben die Spirale von Gewalt und Macht, Hass und Rache, durchbrechen wollte und letztlich am Kreuz landet. So steht Jesus für viele Menschen, die ihm seit 2000 Jahren in dieser Haltung nachgefolgt sind. Aber dabei bleibt es nicht. Im Ende setzt Gott einen neuen Anfang, und das feiern Christen an Ostern.
Was bedeutet Ostern für Sie?
Ostern bedeutet für mich: Leid, Not und Tod haben nicht das letzte Wort. Gott sei Dank! Ich bin so froh darüber. Gott hat seinen Sohn nicht der Hölle überlassen. Gott will das Leben – mit ihm und bei ihm für immer und ewig. Als Christen glauben wird, dass wir in das Leben und Sterben, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi mit hineingenommen sind. In der Taufe wird uns diese Zusage geschenkt. Wir sprechen vom ewigen Leben. Die Ostertage im Frühling laden dazu ein, das Leben und die Liebe zu feiern, die stärker ist als alles, was uns umgibt und gefangen hält, weil Gott sagt: „Ich will, dass du bist und lebst und liebst!“
Wie heisst Ihr Lieblingsoderlied?
Preis dem Todesüberwinder, der da starb auf Golgatha mit dem Refrain: „Halleluja, Jesus lebt!“