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Geistliche Werktage mit dem Heiligen Josef

Josef Schwarzenstein
Datum:
Veröffentlicht: 31.3.21
Von:
Bernhard Kuhn

An die Predigtreihe zum Jahr des heiligen Josefs schlossen sich fünf "Geistliche Werk-Tage mit dem Heiligen Josef" an, die Pfarrvikar Holger Fiedler jeweils in St. Marien und St. Konrad in Hof gestaltete.

Auf ein jeweils 20-minütiges Referat folgte ein ebenso langer wertvoller Gebetsteil, der auf die vorausgegangene Thematik abgestimmt war. Der 1. Werktag hatte das Thema "den Mund halten". Vom Heiligen Josef ist kein Wort überliefert. Er hält den Mund und schweigt. Oft geschehen in unserem Leben Dinge, deren Bedeutung wir nicht verstehen, sagte der kompetente Referent. Unsere erste Reaktion ist oft die der Enttäuschung und des Widerstandes. Josef lässt alle Überlegungen beiseite, um dem Raum zu geben, was geschieht. Josef weiß, dass Gott barmherzig ist, und er will genauso barmherzig handeln.

Der 2. Werktag hatte die Überschrift "Mal träumen". Matthäus berichtet im 1. und 2. Kapitel dreimal vom träumenden Josef. In seinem apostolischen Schreiben "Patris corde" denkt Papst Franziskus über die Träume des Josef nach. "Das, was Gott zu Josef gesagt hat: Josef, Sohn Davids fürchte dich nicht, scheint er auch uns zu sagen: "Fürchtet euch nicht!" Wir müssen unseren Ärger und unsere Enttäuschung ablegen und ohne weltliche Resignation, sondern mit hoffnungsvoller Kraft Platz machen für das, was wir nicht gewählt haben und doch existiert!", folgte Pfarrvikar Holger Fiedler.

Josef ist besonders auch als Arbeiter bekannt: "Was leisten", Thema des 3. Werktages. Der heilige Josef war ein Zimmermann, der ehrlich arbeitete, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. Von ihm lernte Jesus, welch ein Wert, welch eine Würde und welch eine Freude es bedeutet, das Brot zu essen, das die Frucht eigener Arbeit ist. Die Arbeit des heiligen Josef erinnert uns daran, das der menschgewordene Gott die Arbeit selbst nicht verschmähte. "Die Arbeitslosigkeit, von der viele Brüder und Schwestern betroffen sind", sagte Pfarrvikar Holger Fiedler, "muss zum Anlass werden, unsere Prioritäten zu überprüfen!"

Die heilige Familie musste "was aushalten“, so der 4. Tag . Das Evangelium gibt keine Auskunft über die Zeit, in der sich Maria, Josef und das Kind in Ägypten aufhielten. Die heilige Familie musste sich konkreten Problemen stellen, wie alle anderen Familien, wie viele unserer Migranten, die auch heute noch aufgrund von Not und Hunger gezwungen sind, ihr Leben zu riskieren. Holger Fiedler kam darauf zu sprechen, was wir im Moment aushalten müssen, Lockdown seit Monaten, wenige Kontakte und Einschränkungen mancher Freiheiten. Doch er erinnerte: Wenn wir aber Rückschau halten, was mussten unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern aushalten: Kriege, Verschleppung, Vertreibung, Anfangen bei Null. Als Symbol und kleine „Hausaufgabe“ für die kommenden Tage, gab der Referent jedem ein kleines Stückchen Schnur, um 3, 5, 7 oder 10 Knoten zu machen, um sich dann im Gebet zu erinnern an das, was ich aushalten muss, woran ich reifen darf und was ich annehmen muss oder wozu es meinen kreativen Mut braucht.

Schließlich war der 5. Tag "Größerem dienen" überschrieben. Von Josef ist kein Wort überliefert, seine Spur verliert sich im Neuen Testament. Er ist dazu da, dem Größerem zu dienen, Jesus ins Leben zu begleiten und damit hat er seinen Dienst ganz erfüllt. Zum Schluss fand Holger Fiedler die schönen Worte: "Heiliger Josef, Du grüßt mich, du lädst mich ein, immer tiefer von dir für mein Leben und für meinen Glauben zu lernen. Hilf mir, mich selbst zurückzunehmen und mich als Schatten des himmlischen Vaters zu sehen."

Diese Werktage waren für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein "Geistliches Geschenk". Pfarrvikar Holger Fiedler verstand es vortrefflich, durch seinen einfühlsamen Vortragsstil, eine Veränderung in Kopf und Herz bei seinen Zuhörern auf den Weg zu bringen. Denn es bereitete Freude, dem Referenten zuzuhören. Er sprach damit Menschen an, die sich wahrscheinlich vorher noch wenig oder gar nicht mit dieser Thematik beschäftigt hatten, und konnte durch seine tiefgründende Spiritualität davon überzeugen seine Sichtweise wahrzunehmen und zu verstehen. Diese Werktage waren für alle Teilnehmer eine sehr wertvolle Glaubensbereicherung!

Geistliche Werktage 2021