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Gesegnetes Osterfest !

Osternacht St. Konrad 2023
Datum:
Veröffentlicht: 19.4.25
Von:
Stefan Fleischmann
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten. Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“

Wenn die Gräber auch bleiben,
sie sind offen und leer:
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten.
Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“

Das ist die Osterbotschaft!

Ostern verschließt nicht die Augen vor der Realität, denn es gibt sie, die Gräber unserer Zeit, unserer Geschichte, unseres Lebens. Es sind die ganz persönlichen Gräber – der Tod eines lieben Menschen, das vermeintliche Scheitern im eigenen Leben, die zerbrochenen Träume und Lebensplanungen.

Wir blicken in die Gräber unserer Welt, die vielen Kriege, Krisen und Katastrophen. Wir sehen darin das Leid so vieler Menschen; das Unrecht, das geschieht; das Böse, das um sich greift; die Lüge, die sich in uns einnistet.

Das offene Grab als Ausdruck einer inneren Leere, Gott nicht mehr zu spüren, ihn nicht mehr zu suchen, geschweige denn, ihn im Leben überhaupt zu finden oder zu vermissen.

Wenn die Gräber auch bleiben,
sie sind offen und leer:
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten.
Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“

Gräber bedrängen uns und machen uns Angst; sie lassen uns oft ratlos und alleine zurück, auf uns selbst geworfen zu sein. Sie bleiben offen und leer, aber sie haben keinen nachhaltigen Bestand, denn: das wahre, göttliche Leben, das Jesus verheißen hat, bleibt stärker und setzt sich durch. Können wir diese göttliche Wirklichkeit, in die uns die Evangelisten mit ihren Auferstehungsgeschichten eintauchen lassen, glauben? Wollen wir diese bezeugen in einer Gesellschaft radikalen Desinteresses an Glaubensthemen?

Die Frauen am Grab des Ostermorgens werden in ihrem Abschiedsschmerz ermutigt, sich zu erinnern! „Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war. Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen.“

Wer nicht weiß, wer Jesus ist, für den bleibt heute Nacht alles beim Alten. Das Sich-erinnern ist wohl eine Schlüsselstelle im Osterevangelium, sich an Jesu Worte zu erinnern: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Seine Taten ins Gedächtnis zu rufen: „Bleibt in meiner Liebe.“ Seine Gottesbeziehung zu verinnerlichen: „Vater in deine Hände lege ich meinen Geist.“

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“ Tröstende und ermutigende Worte des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer.

Wenn die Gräber auch bleiben,
sie sind offen und leer:
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten.
Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“

Unsere Gräber, Not und Tod, haben nicht das letzte Worte. Die Frauen bleiben deshalb nicht am Grab stehen, sondern machen sich auf den Weg des Glaubens: „Christus, gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega. Sein ist die Zeit und die Ewigkeit. Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit Amen. Durch seine heiligen Wunden, die leuchten in Herrlichkeit behüte uns und bewahre uns Christus, der Herr. Amen. Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.“ Diese Worte am Osterfeuer bewegen mich mehr und mehr – weil sie Hoffnung schenken, zugleich aber auch Staunen, Verwunderung, Zweifel und offene Fragen hervorbringen – einem ewigen Ostern entgegen. Dieterich Bonhoeffer umschreibt diesen „Schwebezustand“ einmal so: „Die Nacht ist noch nicht vorüber, aber es tagt schon.“

Liebe Schwestern und Brüder!

Wenn die Gräber auch bleiben,
sie sind offen und leer:
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten.
Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.“

Diese österliche Botschaft darf uns innerlich froh machen. Auf diesem Hintergrund ist auch immer das Osterlachen („risus paschalis“) zu verstehen. Man lacht sozusagen das Grab und den Tod aus, weil der Tod seit Ostern seine Macht verloren hat. Und dieses Osterlachen ist seit dem 9. Jahrhundert in der Liturgie nachzuweisen und soll auch heute zum Ausdruck kommen dürfen:

Ein altes Mütterchen zum Friedhofswärter: „Wo bitte ist die Reihe 10, Grab Nr 7?“ – Er: „So, so, heimlich aus dem Grab kraxeln und dann den Heimweg nicht mehr kennen!“