Glaube Liebe Hoffnung


Liebe Firmlinge, liebe Eltern und liebe Schwestern und Brüder,
was für immer bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber am größten von ihnen ist die Liebe. So schrieb es der Apostel Paulus an die Menschen in Korinth – aber auch an uns.
Diese drei Worte lösen bei vielen Menschen etwas aus, vielleicht Erinnerungen oder die Sehnsucht nach etwas, was dem eigenen Leben Sinn und Halt gibt, nach etwas, was bleibt, auch wenn alles andere um uns herum fragwürdig ist und zerfällt, nach dem Gefühl von Geliebtsein, Geborgenheit und Gemeinschaft.
So bringen wir in unserem Gottesdienst Glaube, Liebe und Hoffnung in Tüchern und Farben auf den Altarstufen zum Ausdruck. Es gibt auch noch Symbole, die uns das näher bringen: ein Kreuz – es steht für den Glauben, ein Herz – es steht für die Liebe und ein Anker - er steht für die Hoffnung. Drei Symbole, die uns in diesem Gottesdienst begleiten, da sie uns in unserem ganzen Leben begleiten bzw. schon begleitet haben.
Warum die Liebe?
Das ist einfach zu erklären. Sie begleitet uns von Anfang an. Angefangen bei unserer Geburt. Nichts ist stärker als die Mutterliebe zu ihrem Kind. Jede Mutter wird hier zustimmen können, schließlich trugen sie uns 9 Monate im Bauch herum. Die Väter möchte ich nicht ausschließen, die Eltern schauten liebevoll zu, wie wir die ersten Schritte machten, die ersten Wörter vor uns herbrabbelten und beobachteten wie wir immer größer und selbstständiger wurden.
Und wenn wir dann unsere erste große Liebe finden, wird deutlich, wie wichtig für uns die Liebe ist. Wir haben vielleicht Schmetterlinge im Bauch, sehen alles durch die rosarote Brille und können uns auf nichts mehr konzentrieren, weil man die ganze Zeit an den einen Jungen oder an das eine Mädchen denken muss, das uns den Kopf verdreht hat.
Ja, die Liebe gehört zu all unseren Lebenslagen und begleitet uns ein Leben lang.
Warum der Anker, der als Symbol für die Hoffnung steht?
Ein Anker steht in vielen Fällen für den Halt, den man sich in stürmischen Zeiten während seines Lebens wünscht oder vielleicht auch schon erfahren hat. Er soll also beschützen und stets Rückhalt bieten. Er kann für die Freunde und für die Familie stehen, die stets für einen da sind, auch wenn es mal schwierig wird. Der Anker steht auch für die Hoffnung.
Wir kennen Sätze wie: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ - kann Hoffnung überhaupt sterben? Manchmal sagen wir auch: „Hoffentlich scheint morgen die Sonne“ oder „Hoffentlich gewinnt mein Lieblingsverein“ oder was einige vielleicht vor dem Gottesdienst erhofften: „Hoffentlich dauert es heute nicht so lang“. Hoffen ist wie träumen. Man hofft oder träumt von etwas, was in Erfüllung gehen soll. Manche hoffen auf Gesundheit, manche auf das Ende der Kriege, auf Frieden oder manche einfach auf jemanden, der zuhört, mit dem man reden und sich austauschen kann. Jeder hofft und träumt von etwas anderem, aber jeder von uns hofft und träumt ein Leben lang.
Als Letztes steht das Kreuz für den Glauben. Jeder und jede von uns sieht den Glauben mit anderen Augen, als vielleicht dein Nachbar, der rechts oder links von dir sitzt.
Glaube für mich bedeutet: ich bin nicht allein, Gott ist immer da für mich. Ich hab jeden Tag, jede Stunde, jede Minute jemanden, auf den ich mich verlassen kann, dem ich vertrauen kann und der mich nicht alleine lässt. Ich glaube an Gott – heißt also „ich vertraue auf Gott“. Ich vertraue darauf, dass mein Leben einen Sinn hat – auch wenn ich ihn nicht immer erkenne. Ich vertraue darauf, dass ich nicht allein bin, neben den Menschen, mit denen ich zusammen lebe, ist auch Gott für mich da. Ich vertraue darauf, dass Gott mich kennt, mich liebt und begleitet. Das ist etwas sehr Persönliches, etwas, das ich in mir trage. Glaube heißt, vertrauen können.
So möchte ich zum Schluss euch drei Wünsche mit auf den Weg der Firmvorbereitung und eures Lebens geben:
Glaubt an das, was in euch steckt, eure Talente und Fähigkeiten. Und glaubt daran, dass Gott euch begleitet, wohin ihr auch geht!
Gebt die Hoffnung niemals auf! Egal was geschieht, wenn man Hoffnung hat, kann viel gelingen!
Denkt immer an die, die euch lieben: Eure Eltern und Geschwister, Großeltern und Gott! Um Frieden bitten heißt immer auch: Um Liebe bitten. Für mich, für die Menschen, die ich liebe. Und für die, die mir fern und fremd sind. Und gerade auch für die, die unter Krieg und Kriegsgefahr leiden.
Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Diese drei können euch eine gute Hilfe für eure eigenen Entscheidungen und eigenen Wege sein, die ihr gehen werdet.
Amen



