„Gott ist immer im Spiel“

Gottesdienst zur Fußball- Europameisterschaft im Garten der Meinel’s Bas
Die Fußball-Europameisterschaft ist voll angelaufen. Der Leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs „Hofer-Land“ Stefan Fleischmann, der sich gerne Fußballspiele anschaut, hat sich in den letzten Tagen immer wieder mal gefragt: Was haben denn Glaube und Fußball miteinander zu tun? Gibt es da Schnittmengen? Und er hat dabei 5 interessante Punkte gefunden, die er in diesem „Fußballgottesdienst“ vorstellte.
Viele Gläubige hatten sich im Garten der Meinel’s Bas eingefunden. Der Gottesdienst wurde von Vladimir Plakidin am Klavier mit schwungvollen, frohen Liedern wie „Unser Leben sei ein Fest“, „Erde singe“ oder „Wer glaubt ist nie allein“ umrahmt. Die Lesungstexte wurden extra für die Kinder und Jugendlichen in die „Fußballsprache“ übersetzt. Zum Beispiel: Als Jesus an den Start ging um den Menschen zu zeigen wie Gott ist, und darüber nachdachte, wer in seinem Team mitmachen würde, sah er zwei Männer an dem Seeufer sitzen. Es waren Brüder, Simon und Andreas. Jesus sprach sie an und sagte: „Kommt, macht mit in meinem Team. Wir wollen Menschen retten. Augenblicklich waren die beiden Brüder begeistert und spielten bei der Sache Jesu mit.
In seiner anschließenden Predigt stellte der Geistliche seine 5 Punkte vor, was nach seiner Meinung Glaube und Fußball miteinander zu tun hätten. Zunächst geht es um „Leidenschaft pur“ Es muss schon ein großes Gefühl in einem Stadion sein wenn 50.000, 60.000, 70.000 Menschen aus voller Kehle singen: „Mer stonn zu dir FC Kölle!“ oder „You never walk alone, Dortmund!“ Oder wenn die Spieler vorgelesen werden, das sei doch „Gänsehautfeeling“. „Aber wenn wir zum Gottesdienst kommen und den Glauben feiern, da ist doch auch Leidenschaft zu spüren, zu musizieren, unseren Dienst zu tun, zu singen und zu beten. Sonst würden wir das nicht machen“, sagte der Redner.. Unser Tun ist ein Spiegelbild der Leidenschaft der Liebe Gottes, von Schönheit und Größe Gottes, die in der ganzen Schöpfung erstrahlen und im gefeierten Glauben zum Ausdruck kommen. Als zweites geht es um „starke Geschichten“, fuhr Stefan Fleischmann fort. Fußballfans erzählen von Siegen, Niederlagen und Kämpfen in der eigenen Mannschaft. Als Christen sind wir Teil einer 3000-jährigen Erzähl- und Hoffnungsgemeinschaft. Wir geben das Evangelium weiter in die nächste Generation, verbunden mit eigenen Lebens- und Glaubensgeschichten.. „Wir sind ein Teil von einem großen Team!“ So formuliert Stefan Fleischmann den 3. Aspekt den er als Gemeinsamkeit sieht. Beim Fußball geht es zunächst um das Team der Elf am Platz, und dann um die vielen im selben Trikot, die mitleiden und mitfeiern. Beim Glauben beginnt es am Anfang mit dem Team der 12 Jünger, und geht dann weiter mit den vielen, vielen, die sich zu Christus zählen. In der Kirche wachse immer mehr das ökumenische Bewusstsein, dass wir gemeinsam Teil des „einen Christus-Teams“ sind- mit verschiedenen Fangemeinschaften. Und in dem Christus-Team darf jede und jeder mitspielen, ganz gleich, woher jemand stammt, wen sie oder er liebt, ob reich, arm, dick, dünn oder wie auch immer. Es gibt in beiden, Fußball oder Kirche nur einen einzigen Gott, nannte Pfarrer Stefan Fleischmann seinen 4.Aspekt.. Jürgen Klopp habe einmal in der für ihn typischen Weise klar formuliert: „Um das ein für allemal zu klären. Es gibt zwar keinen Fußball-Gott, aber ich glaube, dass es einen Gott gibt, der uns Menschen liebt, genau so wie wir sind , mit all unserer Macken. Und deshalb glaube ich, dass er auch den Fußball liebt! Nur: die Kiste müssen wir schon selber treffen!“ Pfarrer Stefan Fleischmann glaubt auch, dass Gott den Fußball liebt. Wenn Jesus heute lebte, würden seine Geschichten sicher auch vom Fußball handeln. Sein letzter Punkt: Es geht in beiden um ein zweckfreies, schönes Spiel. Fußball ist erst einmal zu nichts gut. Er ist einfach schön in sich und macht Freude zu spielen oder zuzuschauen. Auch der Glaube hat zunächst mal keinen Zweck, keinen Nutzen. Glaube ist schön in sich, weil es in ihm um die Freiheit geht: die Freiheit das eigene Leben zu spielen. Einfach vor Gott in seiner Gegenwart da zu sein und zu leben, aus lauter Lust am Leben und am Lieben. So wie es in der Bibel (Spr 8,22 ff ) heißt: Gott schuf uns, um in Freiheit, Schönheit und Liebe zu einander zu spielen. In diesem Sinne wünschte Pfarrer Fleischmann allen Fans für die weiteren Spiele, dass Gott seine Hand segenreich darüber hält und in Freude den Spielen zuschaut! Am Schluss dieses Fußballgottesdienstes hat der Leitende Pfarrer, der in diesen Tagen sein 20-jähriges Priesterjubiläum feierte, alle Gläubigen zu einem Freigetränk zum persönlichen Anstoßen eingeladen. Möge der Herr den beliebten Geistlichen weiterhin bei seinem priesterlichen Wirken mit seinem Segen und seiner Gnade begleiten. Ad multos annos