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Gottesdienst zum Gedenktag des Sel. Bernhard Lichtenberg mit Monsignore Prof. Dr. Wolfgang Klausnitzer

Klausnitzer Bernhard Lichtenberg
Datum:
Veröffentlicht: 7.11.24
Von:
Bernhard Kuhn

Am 5. November begingen die Katholiken in Hof und Berlin den 81. Todestag des Sel. Bernhard Lichtenberg. Aus diesem Anlass zelebrierte der Rektor der Hochschule Heiligenkreuz, Monsignore Prof. Dr. Wolfgang Klausnitzer einen Gottesdienst in der St. Marienkirche und hielt auch die Festpredigt.

Stadt- und Dekanatskantor Musikdirektor Dr.Ludger Stühlmeyer und seine Tochter Lea gestalteten den feierlichen Gottesdienst wie gewohnt mit festlichen Klängen von Komponisten aus verschiedenen Jahrhunderten. Lea Stühlmeyer sang Teile aus der Missa Brevis in G von Robert Jones und eine Komposition von Ludger Stühlmeyer, „Herr, nimm weg die Angst, die uns befällt, angesichts der Zukunft unserer Welt“ einem Text des evangelischen Pfarrers Friedrich Hofmann, der perfekt in die Zeitläufte sowohl des seligen Bernhard Lichtenberg als auch in die unseren passte. Die großen Kesselpauken erfüllten die Marienkirche ebenso mit ihrem vollen Klang wie die historische Steinmeyer -Orgel, an der der Musikdirektor wie immer meisterhaft improvisierte.

Pfarrvikar Holger Fiedler begrüßte Monsignore Klausnitzer und freute sich über seinen Besuch in Hof. Er sei kein Unbekannter, sagte Fiedler.  Man erinnere sich gerne an die Zeit als er als Priester in der praktischen Seelsorge an verschiedenen Orten der Erzdiözese Bamberg tätig war, u.a. in Schwarzenbach/Saale, Rehau und Nürnberg. Später kannte man ihn als Domkapitular und Regens des Bamberger Priesterseminars bis er jetzt schließlich nach zahlreichen weiteren Ernennungen Rektor der Philosophisch- Theologischen Hochschule Bendedikt XVI. in Heiligenkreuz wurde. Der Professor bedankte sich für die Einladung und freundliche Begrüßung.

Zum Beginn seiner gut verständlichen, einfühlsamen Festpredigt stellte er die Frage: "Warum hat das Christentum in der Frühzeit der Kirche, in einer Zeit der Verfolgung und Diskriminierung im Römischen Reich in den ersten drei Jahrhunderten, überlebt?"

Mehrere Gründe wurden sowohl von christlichen wie von heidnischen Autoren genannt. Ein Grund sei sicher auch die Bereitschaft der Christen zum Martyrium, folgerte er.

Der nordafrikanische Theologe Tertullian habe in dem Glaubenszeugnis der Märtyrer die Ursache für die Ausbreitung des Christentums „sanguis martyrum semen christianorum“ gesehen. Sein Zeitgenosse Julian, der selber zum Märtyrer wurde, schrieb, dass er selber zum Christen wurde, als er sah, wie furchtlos die Christen zum Martyrium gingen. Aber der zentrale Grund für das Überleben des Christentums war wohl für die frühen Christen die Überzeugung, dass die Botschaft des Christentums eben wahr sei.

Weil Gott existiert und sich in Jesus Christus geoffenbart hat, müssen wir seine Gebote halten. Weil Christus auferstanden ist, werden auch wir auferstehen und müssen vor niemandem und nichts Furcht haben.

Im Bezug auf Bernhard Lichtenberg sagte Professor Klausnitzer, dieser habe aus seiner christlichen Grundüberzeugung immer wieder ohne Scheu und in der Öffentlichkeit der Ideologie des Nationalsozialismus widersprochen, konkret der Kriegstreiberei, der unmenschlichen und schrecklichen Praxis der Konzentrationslager, dem Euthanasieprogramm, das in der Sprache des Nationalsozialismus „Ausmerzung lebensunwerten Lebens“ hieß, und in der Verfolgung der Juden. „Im Juden erkenne ich meinen Nächsten.“

Bernhard Lichtenberg starb als Märtyrer.

Wir leben heute in einer Gesellschaft, fuhr der Festredner fort, in der manche unter uns müde geworden seien, sich angesichts der Auseinandersetzung über den Glauben und des schrecklichen Missbrauchsskandals in der Kirche öffentlich zum Glauben zu bekennen. Aber was  ist die Alternative? Wenn wir Christen nicht reden, wer redet dann in der Öffentlichkeit unserer Gesellschaft. 1957 hat Heinrich Böll in dem Artikel „Eine Welt ohne Christus“ mit dem Gedanken gespielt, sich eine Welt vorzustellen, in der Christus nie erschienen und seine Botschaft nie verkündet worden wäre. Es war für ihn eine Horrorvorstellung!

Im Evangelium fordert Jesus seine Jünger auf, Zeugen für ihn zu sein.

Das griechische Wort heißt „martyres“, folglich  Märtyrer !!!

An Stelle der Fürbitten eröffnete Pfarrvikar Holger Fiedler beim Reliquienschrein von Bernhard Lichtenberg den ersten Tag der neuntägigen Lichtenberg-Novene, die täglich in den Gottesdiensten gebetet wird.  Mit dieser Reliquie, die Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick am 27. Juni 2021 in dem Schrein am Herz-Jesu-Altar eingesetzt hatte, erteilte Monsignore Klausnitzer am Schluss des Festgottesdienstes den Segen. Ein Gottesdienst, der in die Tiefe des Herzens ging und den Gottesdienstbesuchern lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Klausnitzer Bernhard Lichtenberg