Grußwort von Oberbürgermeisterin Eva Döhla zur Eröffnung des neuen Verwaltungszentrums

Ich danke Ihnen für die Einladung zu dieser Eröffnung: Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam ein Projekt würdigen, das weitaus mehr ist als ein nur funktionales Gebäude. Es nennt sich zwar Verwaltungszentrum. Tatsächlich aber ist es viel mehr: Ja, Sie bündeln damit verschiedene Angebote und Arbeitsbereich an einem zentralen Ort. Das neue Gebäude steht aber gleichzeitig für eine strukturelle und strategische Entscheidung der katholischen Kirche in Hof, sich an veränderte gesellschaftliche und kirchliche Realitäten anzupassen – und dabei gleichzeitig vor Ort deutlich sichtbar und erreichbar zu bleiben.
Aus kommunaler Sicht ist das keine Selbstverständlichkeit. Wir erleben vielerorts den Rückzug von Institutionen aus der Fläche – sei es aus wirtschaftlichen, demografischen oder organisatorischen Gründen. Ich finde es darum ein starkes Zeichen, wenn Kirche – bewusst – in einen Verwaltungsstandort investiert. Das wiederum nicht nur als symbolische Geste, sondern verbunden mit klaren Zielen: Effizienz, Transparenz und vor allem Nähe zu den Menschen.
Kirche ist – trotz sinkender Mitgliederzahlen – weiterhin ein zentraler Akteur im sozialen Raum. Ob in der Wohnungslosenhilfe, in der Jugend- und Familienarbeit, in der Begleitung von Sterbenden oder in Bildungsfragen: Kirchliche Träger und ihre Einrichtungen übernehmen Aufgaben, die sonst bei der Kommune oder im schlimmsten Fall gar nicht wahrgenommen würden. Diese Rolle wird nicht kleiner. Im
Gegenteil: Sie wird wichtiger – gerade in ländlich geprägten Regionen wie Oberfranken.
Diese Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kirche hat in Hof eine lange Geschichte – sie ist pragmatisch, konstruktiv und orientiert sich am Bedarf der Menschen vor Ort. Viele Träger, die in der sozialen Infrastruktur mitarbeiten, haben kirchlichen Hintergrund. Und vieles, was für die Kommune allein schwer leistbar wäre, wird in Kooperation möglich.
Mit dem neuen Zentrum entstehen so aus meiner Sicht noch bessere Bedingungen für diese Zusammenarbeit. Es schafft klare Strukturen, verkürzt Wege, und macht Kirche noch ein Stück greifbarer – nicht im missionarischen, sondern im dienstleistenden Sinn. Ich halte das für eine zukunftsfähige Strategie – und für eine Form von Präsenz, die auch außerhalb klassischer Glaubensräume Wirkung entfalten kann.
Kommunen und die Kirchen – wohlgemerkt die Kirchen beider Konfessionen - stehen dabei vor ähnlichen Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende Anforderungen, wachsende soziale Ungleichheiten bei gleichzeitig schwindenden Ressourcen. Umso wichtiger sind verlässliche Partner im gesellschaftlichen Miteinander.
Kirche kann ein solcher Partner sein – und ist es in Hof bereits an vielen Stellen.
Aber es wäre aus meiner persönlichen Sicht zu kurz gegriffen, wenn wir heute nur über Strukturen und kommunales Miteinander sprechen würden. Denn Kirche ist ja mehr. Sie ist nach wie vor präsent an den, wie Sie es im „Pastoralkonzept für den Seelsorgebereich Hofer Land“ nennen, „Knotenpunkten des Lebens“. Bei den biographischen
Übergängen der Menschen in Hof und im Hofer Land. In Krisensituationen und auch dann, wenn etwas gut gelingt. Hier will – und hier soll – Kirche präsent und erlebbar sein.
Ich wünsche diesem Zentrum und den Menschen, die hier arbeiten, dass dies gelingt, und dass es als Ort mit seinen zahlreichen Dimensionen gut funktioniert. Als Arbeitsstätte, als Begegnungsstätte und im besten Sinne als Wirkungsstätte – als Ort, der Wirkung entfaltet. Die Stadt Hof wird das ihre dazutun – im Bewusstsein, dass es nicht um Zuständigkeiten geht, sondern um das Gemeinsame: Was brauchen die Menschen hier? Und wer übernimmt dafür Verantwortung?
Danke, dass Sie das tun – sichtbar, konkret und vor Ort.. und ich wünsche Ihnen dafür von Herzen Gottes Segen.