„Gut zu sich selber sein – das rechte Maß von Nächsten- und Selbstliebe“

...das war das Thema des Frauenfrühstücks, zu dem der Frauenbund Bernhard Lichtenberg eingeladen hatte, und zahlreiche Frauen – der Pfarrsaal war voll besetzt – nahmen die Gelegenheit wahr, gut zu sich selbst zu sein. Die Referentin, Dr. Andrea Friedrich, geistliche Beirätin des Frauenbundes der Erzdiözese Bamberg, begann ihren Vortrag mit der Betrachtung eines Holzschnittes der Franziskanerin Sigmunda May. Das Bild zeigt in einem doppelten Torbogen drei Personen, in der Mitte Jesus, links von ihm Maria, die ihre Hände in den Schoß gelegt hat, rechts Marta, überbeschäftigt mit der Vorbereitung des Essens. Die Worte Jesu: „Maria hat sich für das Notwendige, das unverlierbar Gute entschieden.“ Wenn man das Bild auf den Kopf stellt, kann man die Torbögen auch als Waagschalen interpretieren, ein Hinweis darauf, dass das rechte Maß, dass ein Ausgleich von Zeiten der Aktivitäten und Zeiten des Freiraums nötig ist. Jesus tadelt Marta nicht, doch er erkennt, dass Marta nicht zufrieden ist, mit dem was sie tut und wie sie es tut, weil sie sich nicht Marias Freiheit nimmt.
Im nächsten Schritt ging Frau Friedrich auf die Situation vieler „extremer Marta-Frauen“ ein. Natürlich ist ihr Engagement, ihre Arbeit für die Gemeinschaft der Menschen nötig. Doch es gibt Kriterien, die zeigen, dass das rechte Maß nicht vorliegt. Merkmale solcher „Marta-Typen“ sind: Manchmal sind sie neidisch auf die Freiheit anderer. Sie fühlen sich durch ihren eigenen Perfektionismus überfordert. Sie trauen sich nicht „Nein“ zu sagen und fühlen sich ausgenützt. Sie definieren sich über ihre Leistung und sind abhängig vom Lob der anderen. Wenn sie etwas genießen, haben sie ein schlechtes Gewissen.
Frau Friedrich beendete ihren Vortrag mit dem Symbol eines gleichseitigen Dreiecks aus Gottesliebe, Nächstenliebe und Selbstliebe.
