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HOFER KATHOLIKEN FEIERN FRONLEICHNAM

fronleichnam
Datum:
Veröffentlicht: 2.6.13
Von:
Renate Meyer
Hof – Petrus höchstpersönlich schien mit im Bunde gewesen zu sein, als die Hofer Katholiken am Donnerstag ihr Fronleichnamsfest gefeiert haben. Trotz gegenteiliger Wetterprognosen hat es währen der Feierlichkeiten keinen einzigen Tropfen geregnet, so dass die Prozession durch die Hofer Innenstadt durchgeführt werden konnte.
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Fronleichnam, was ist das eigentlich, so fragenmittlerweile nicht nur Andersgläubige sondern sogar viele Katholiken, die mitdiesem Kirchenfest gar nichts anfangen können. Wie Pfarrer Holger Fiedler ethymologischausführte, kommt das Wort vom mittelhochdeutschen „vrôn“ = Herr und „lîchnam“ = Leib, also der Leib des Herrn. Inanderen Ländern verwendet man die lateinische Bezeichnung SollemnitasSanctissimi Corporis et Sanguinis Christi oder kurz Corpus Christi. Im Jahr1264 hatte Papst Urban IV Fronleichnam zum Kirchenfest erhoben, in dem dieleibliche Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Einentsprechendes Dogma war 1215 im vierten Laterankonzil in derTranssubstantiationslehre präzisiert worden. Katholiken glauben also, dass inder Heiligen Messe Brot (Hostie) und Wein durch die Wandlung wahrhaft zum Leib und Blut Christiwerden und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt. Die Eucharistiefeier ist somiteine Wiederholung des letzten Abendmahls, als Jesus seine Jünger zum Abschiedzum Mahl geladen, ihnen die Füße gewaschen und ihnen Brot und Wein gereichthatte mit den Worten: „Dies ist mein Leib. […] Dies ist mein Blut.“

Obwohl das Fest inhaltlich den Ereignissen desGründonnerstags, dem letzten Abendmahl, zuzuordnen sind, der Charakter derKarwoche es jedoch nicht erlaubte, ein prunkvolles Fest zu feiern, hatte mansich auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten als Festtag geeinigt. Inüberwiegend katholischen Bundesländern ist dies ein gesetzlicher Feiertag, dermit Messen und Prozessionen in der Öffentlichkeit begangen wird. Die Prozessionist ein „Gehen mit dem Herrn“, wie Pfarrer Fiedler formulierte. In Form einergeweihten Hostie wird er vom Priester unter einem Baldachin in einer prächtigenMonstranz aus der Kirche hinaus in Stadt, Wald und Flur getragen zu deren Segenund damit die Gläubigen den Herrn in Brotsgestalt sehen und verehren können.

Brot war das zentrale Thema der Begrüßungsworte vonPfarrer Wiedow, der Predigt von Pfarrer Fiedler und der Evangelientexte. Bezugnehmendauf das Matthäusevangelium von der der Speisung der Fünftausend mit fünf Brotenund zwei Fischen, einer Parallelen zur Abendmahls-Geschichte,  erklärt Fiedler, dass Jesus nicht nur denleiblichen Hunger stillen kann, sondern vielmehr unseren geistigen Hunger, dieSuche nach dem Sinn des Lebens. Wie damals, als Jesus zu seinen Jüngern sagte „Gebt ihr ihnen zu essen“, so lautetauch der Auftrag an die Kirche, der Nachfolgeorganisation derApostelgemeinschaft, den wie auch immer gearteten Hunger der Menschen zuerkennen und zu stillen. Leider ist die katholische Kirche oft betriebsblindund schickt die Leute weg. Deshalb erfahren auch die Freikirchen einen sogewaltigen Zulauf. „Wir als Katholiken haben es in der Hand, Zeugen dafür zusein, dass Jesus auch heute noch satt macht. Und dafür legen wir heuteöffentlich Zeugnis ab“, erklärte Fiedler in seiner Predigt.

Die feierliche Eucharistiefeier am blumengeschmücktenAltar vor der Marienkirche wurde von vier Priestern (Pfr. Fiedler, Wiedow, Kräck, Pfister) zelebriert, 25Ministranten assistiert, vielen Kommunionkindern im Festtagsgewandt bereichertund musikalisch traditionsgemäß von der Unterhartmannsreuther Blaskapellebegleitet. Dann setzte sich die Prozession, zu der sich mittlerweile etwa 400Gläubige eingefunden hatten, unter Gesang und Gebeten in Gang. Durch dieAltstadt und Ludwigstraße ging es zum Rathaus, wo ein weiterer Altar aufgebautwar, dann durch die Klosterstraße und Goethestraße zum Altar auf den Treppendes Hotel Central, bis zum krönenden Abschluss in der Konradskirche.Orgelklänge, Chorgesang und Weihrauch bildeten den jubelnden Abschluss derreligiösen Feier, bevor man sich auf die Pfarrwiese begab, um dort denleiblichen Hunger und Durst zu stillen.

Auch in diesem Jahr hatte die Meinel Bräu wieder das„Konrad und Mariechen Bier“ gebraut. Es wartete nur noch darauf, von den beidenPfarrern der Pfarreien St. Konrad und St. Marien angezapft zu werden. PfarrerWiedow holte zu einem kräftigen Schlag aus und schon floss der süffigeGerstensaft in Strömen. Trotz der recht kühlen Temperaturen fand er reichlichZuspruch bei der Feiergemeinde, ebenso wie die heiße Gulaschsuppe und dieleckeren Grillgerichte der Metzgerei Lochner. Wer sich allerdings lieber inwärmere Gefilde begeben wollte, konnte sich im Pfarrsaal Kaffee und Kuchenschmecken lassen.

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