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„Herausragender Botschafter unserer Heimat“

Ehrung Dr. Ludger Stühlmeyer
Datum:
Veröffentlicht: 1.7.20
Von:
Bernhard Kuhn

Der Hofer Stadtkantor Dr. Ludger Stühlmeyer begeht 40-jähriges Dienstjubiläum und ist seit 25 Jahren im Dekanat Hof tätig

Am Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus fand in der Stadtpfarrkirche St. Marien in Hof ein Festgottesdienst statt, den der Hofer Dekan und Nailaer Stadtpfarrer Andreas Seliger zusammen mit seinem Studienkollegen Pastor Dr. Jürgen Kämpf aus der Diözese Fulda zelebrierte. An der Orgel waren Dres. Barbara und Ludger Stühlmeyer. Dr. Ludger Stühlmeyer wurde zur Vollendung seiner Dienstzeit von 40 Jahren mit der Ehrenurkunde des Freistaates Bayern geehrt.

Kirchenmusik ist das klingende Lob des Schöpfers. Ob Orgel, Posaunen oder Kirchenchor- der christliche Gottesdienst sowie das alltägliche Leben der Christen leben von und mit der Kirchenmusik. Die Geschichte der sakralen Musik im Christentum beginnt schon in den ersten Gemeinden, und die gesamte biblische Tradition ist reich von Musik, Liedern und Gesang. Der 150. Psalm des Psalters bringt zum Ausdruck, dass sich der Sinn der Schöpfung im Lob Gottes erfüllt: „Alles, was atmet, lobe den Herrn!“

Für einen Kirchenmusiker mit Leib und Seele ist der Hofer Stadtkantor, Dekanatskantor des Dekanats Hof und Mitarbeiter des Bamberger Amts für Kirchenmusik, Dr. Ludger Stühlmeyer, ein herausragendes Vorbild. Jetzt wurde er zur Vollendung einer Dienstzeit von 40 Jahren im Dienste der katholischen Kirche mit der Ehrenurkunde des Freistaates Bayern geehrt. Dekan Andreas Seliger überreichte die Urkunde, in der die bayerische Staatsministerin für Familie Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer, ihren Dank und Anerkennung für seine geleisteten treuen Dienste ausdrückt. Dekan Andreas Seliger bedankte sich für seine wertvollen Dienste auch mit einem Geschenk des Dekanats. Er wünschte ihm weiterhin alles Gute und Gottes reichen Segen. „Der Schatz der Kirchenmusik möge mit größter Sorge bewahrt und gepflegt werden, denn ihr Klang vermag die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“

Dr. Ludger Stühlmeyer wurde 1961 im Bistum Osnabrück in einer Musikerfamilie geboren und trat seine erste Stelle im Mai 1980 an der St. Petruskirche in Melle am Teutoburger Wald an. 1988 wechselte Stühlmeyer in das Bistum Münster, wo er im östlichen Münsterland Seelsorgebereichskantor wurde. Damals hatte diese Stelle, zur Erprobung eines neuen Stellenprofils, für die Kirchenmusik Modellcharakter.

Nach dem Abitur am Gymnasium in Melle studierte Ludger Stühlmeyer zunächst Kirchenmusik, Alte Musik und Gesang an der Hochschule für Künste in Bremen. Weitere Studien folgten im Fach Gregorianik bei Luigi Agustoni (Theologische Fakultät Lugano, Schweiz) und Godehard Joppich (Folkwang-Hochschule, Essen). Das Kompositionshandwerk erlernte er bei den Komponisten Günther Kretzschmar (Bremen), Helge Jung (Berlin) und Karlheinz Stockhausen (Köln), einem der renommiertesten Komponisten der Neuzeit. 1988 entschloss er sich, mit dem Wechsel in das Bistum Münster, an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zu einem weiteren Studium der Theologie, Philosophie und Musikwissenschaft, das er mit der Promotion zum Doktor der Philosophie abschloss.

Seit 1994 ist Stühlmeyer Hofer Stadtkantor, Dekanatskantor des Dekanats Hof und als Mitarbeiter des Bamberger Amts für Kirchenmusik in der Ausbildung tätig. 2011 verlieh ihm die Stadt Hof für besondere kulturelle Leistungen die Johann-Christian-Reinhard-Plakette. 2013 zeichnete ihn der kirchenmusikalische Dachverband der katholischen Bistümer in Deutschland (ACV) mit dem Titel Musikdirektor aus. 2015 hatte die Deutsche Bischofskonferenz ihn als ihren Kirchenmusikreferenten am Deutschen Liturgischen Institut in Trier vorgesehen. Die Stelle trat er jedoch nicht an. Er ist Gott sei Dank in Hof geblieben! Im Mai 2018 betitelte der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder Stühlmeyer als „herausragenden Botschafter unserer Heimat“.

Möge der Herr die kompetente und beliebte Kirchenmusikerfamilie weiterhin bei ihrem wertvollen musikalischen Wirken zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen mit seinem Segen und seiner Gnade begleiten!