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Hochamt zu Allerheiligen in Stadtpfarrkirche St. Marien

Allerheiligen St. Marien 2025
Datum:
Veröffentlicht: 3.11.25
Von:
Nicola Sandro Leroy

Am Beginn des dunklen Monats November, der sehr stark vom Totengedenken geprägt ist, feiert die Kirche das Hochfest Allerheiligen. Sie gedenkt an diesem Tag aller Heiligen, auch der nicht kanonisierten. In allen Pfarrkirchen des Seelsorgebereichs Hofer Land fanden Festgottesdienste statt, so auch in der Stadtpfarrkirche St. Marien in Hof, den Kaplan Christopher Helbig zelebrierte.

Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer hatte mit Sängerinnen und Sängern des Bernhard Lichtenberg Chores und des Kirchenchores der Pfarrei Verklärung Christi Naila eine lateinische Missa brevis des englischen Komponisten Robert Jones einstudiert. Der Chor brachte außerdem einen Halleluja Jubilus von Stühlmeyer zur Aufführung. Chorleiterin und Sängerin Lea Stühlmeyer sang während der Kommunion mit ihrer wunderbar klaren Stimme das „Panis angelicus“ von César Franck.    

„Lehre mich nicht, lass mich lernen!“ Mit diesen aussagekräftigen Worten begann Kaplan Christopher Helbig seine engagierte Predigt zum Hochfest. Diesen Satz hatte Helbig kürzlich in einem seiner Studienbücher gelesen. Das sei eine wunderbare Pädagogik, sagte er. Kinder und Jugendliche sollten ihre natürliche Lernbereitschaft ausbauen, eigene Erfahrungen und Ergebnisse reflektieren. Und damit schlug er einen Bogen zu Allerheiligen. Auch wenn die Tradition des Allerheiligenfestes in der Reformationszeit angefeindet war, tut die Kirche gut daran dieses Fest zu feiern. „Was heißt es Christ zu sein?“, fragte er, und suchte die Antwort in der Heiligen Schrift.  Jesus lehrt in den Seligpreisungen eine große Menge und gibt ihnen eine Perspektive zu hoffen, einfach so da zu sein, wie sie sind. Die Heiligen hätten die Seligpreisungen durchlebt und durchlitten, fuhr der Redner fort. „Lassen wir uns von den Heiligen inspirieren, und bitten wir darum, dass sie uns ein Beispiel geben, was christliches Leben ist!“ Wenn es das Allerheiligenfest nicht gäbe, müsste es erfunden werden!“, betonte der Kaplan, und wies darauf hin, dass zur selben Stunde, in der wir den Gottesdienst feiern, Papst Leo XIV. den Theologen John Henry Newman zum Kirchenlehrer und zum Ko-Patron katholischer Schulen erhebt.

Newman’s Übertritt von der anglikanischen zur katholischen Kirche habe einst nicht nur in England für Aufsehen gesorgt. Und heute gelte der Heilige als Brücke zwischen den Konfessionen und nun ist er Lehrer der universalen Kirche! Papst Leo ernannte ihn gleichzeitig zum Schutzpatron des katholischen Bildungswesens. Diesen Rang teilt sich Newman nun mit dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin. Kaplan Christopher Helbig wiederholte noch einmal den Tenor seiner, wie immer, lebendig gestalteten Predigt: „Lehre mich nicht! Lass mich lernen!“ Zum Schluss des Gottesdienstes durfte der Zelebrant noch die ehrenvolle Aufgabe übernehmen, Maria Kessler eine Urkunde für ihre 50-jährige Tätigkeit als Chorsängerin im Dienste der Musica Sacra zu überreichen, unterzeichnet vom Erzbischof Herwig Gössl und Diözesanmusikdirektor Markus Willinger. „Der Gottesdienst nimmt seine vornehmste Form an, wenn er feierlich mit Gesang gestaltet wird. Organisten, Chorleiter und Mitglieder der Kirchenchöre leisten dazu einen wesentlichen Beitrag und vollziehen somit einen wahrhaft liturgischen Dienst. Gott lohne Ihr treues Mitwirken zu seiner Ehre und zur Erbauung der Gläubigen in reichem Maße!“, so der Wortlaut der Urkunde. Mit einem schallenden „Te Deum- Großer Gott wir loben dich“ ging der feierliche Gottesdienst zum Hochfest Allerheiligen zu Ende.


geschrieben von Bernhard Kuhn

 

Foto 1: Kaplan Christopher Helbig verkündet die Frohbotschaft.

Foto 2: Kaplan Christopher Helbig bei seiner engagierten Predigt.

 

Allerheiligen St. Marien 2025