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Interview zum Synodalen Weg

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Datum:
Veröffentlicht: 21.3.23
Von:
Pfarrei B.L.
Die Frankenpost befragte Pfarrer Stefan Fleischmann zum Synodalen Weg.

Wie stehen Sie zu den Reformen? Heißen Sie diese willkommen oder stoßen sie bei Ihnen auf Widerstand?

Pfarrer Fleischmann: „Ecclesia semper reformanda“ –heißt übersetzt „eine Kirche, die sich ständig erneuern muss“. Von daher halte ich Reformen für nötig und notwendig. D. h. aber nicht automatisch, sich nur dem Zeitgeist anzupassen oder gar mit der Tradition zu brechen, sondern die Zeit im Lichte des Evangeliums Jesu Christi zu deuten und danach zu handeln. Das schließt eine geistliche Erneuerung der Kirche mit ein. Ich sage manchmal: „Was drauf steht, sollte dann auch wirklich drin sein.“ Diesen Anspruch habe ich bei allen Entscheidungen des synodalen Weges.

Was bedeutet dieser Schritt für die katholische Kirche?

Pfarrer Fleischmann: Ich glaube, nach Außen wird der Synodale Weg als ein Türspalt gesehen, der sich langsam öffnet und längst überfällig ist; denn die Themen und Fragestellungen liegen seit Jahrzehnten auf den Tisch. Nach Innen fürchte ich eine Zerreissprobe, wenn es uns nicht gelingt, Brücken zu bauen und die Einheit in der Vielfalt zu wahren. Die Kunst der kleinen Schritte besteht darin, möglichst Viele mitzunehmen- in besonderer Weise unsere Kirchengemeinden. Daran wird sich der Synodale Weg messen lassen müssen. Und hierfür bete ich!

Wie ist die Meinung der Gemeinde dazu? Waren Themen wie die homosexuelle Eheschließung überhaupt ein Thema?

Pfarrer Fleischmann: Ich muss gestehen, ich kann es nicht genau sagen. Freilich weiss ich, dass einzelne Verbände voll und ganz hinter dem Synodalen Weg stehen und diesen Reformprozess sehr befürworten. Es gibt aber auch Menschen, die dem sehr skeptisch gegenüber stehen oder verunsichert sind. Diese Bandbreite ist auch eine Realität und sehr ernst zu nehmen. Und dann gibt es Menschen, die ganz einfach andere Sorgen haben, weil sie krank oder alt sind oder einen lieben Menschen verloren haben, u. v. m.

Drei Jahre soll es dauern, bis die Beschlüsse in Kraft treten. Wieso dauert das dann doch so lange?

Pfarrer Fleischmann: Warum es so lange dauert, kann ich Ihnen nicht sagen. Ein Bischof hat einmal gesagt: Die katholische Kirche ist mit einem großen Tanker zu vergleichen, der nicht einfach mal eine Änderung des Kurses vornehmen kann. Das braucht Zeit! Das geht nicht von heute auf morgen. Dieses Bild hilft mir, geduldig zu sein und zu bleiben. Aber schauen wir auf uns selbst: Wie lange benötigt der Mensch, Haltungen zu verändern und neue Perspektiven einzunehmen! Von daher braucht auch Gott mit jeden Einzelnen von uns viel Geduld.