Jahresschlussgottesdienst mit zwei Verabschiedungen

Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann zelebrierte zum Jahresschluss einen Festgottesdienst in St. Konrad, der von Vladimir Plakidin an der Orgel mit festlichen Weisen umrahmt wurde. Am Schluss wurden zwei Persönlichkeiten, P. Thomas Köhler OSB und Ulrich Tschoepe, ein Urgestein der ehemaligen St.-Otto-Gemeinde, verabschiedet.
In seiner Festansprache bezog sich Pfarrer Stefan Fleischmann, auf den Kirchenpatron, den heiligen Bruder Konrad, der am Kircheneingang in einer riesigen Statue die Kirchenbesucher willkommen heißt. Bruder Konrad muss von einer großen, sehnsuchtsvollen Suche nach dem Göttlichen und Größeren erfüllt gewesen sein, die ihn angetrieben hat, sich immer wieder auf den Weg, auf einen geistlichen Weg, zu machen, sagte Stefan Fleischmann. Es seien vertraute Wege gewesen, aber auch neue und unbekannte Wegetappen. Am Ende eines Jahres spürten wir zurückblickend: Leben sei nicht Stillstand, fuhr der Redner fort, sondern Leben sei immer innere und äußere Bewegung im persönlichen Leben, in der Familie, im gesellschaftlichen Kontext, aber auch in einer Pfarrei und im Seelsorgebereich. „Geh jetzt!“ so könnte uns der Heilige Konrad zurufen. Geh jetzt einfach mal los…alles Weitere wird sich geben, wird dir auf dem inneren und äußeren Weg geschenkt! Immer wieder wirst du Menschen begegnen, die dich aufrichten oder du wirst selbst aufstehen und dem Ziel näher kommen. Geh jetzt den ersten Schritt ins neue Jahr vertrauensvoll mit Gottes Segen!" Am Schluss des Gottesdienstes standen zwei Verabschiedungen an. Zunächst wurde Ulrich Tschoepe verabschiedet, der mehr als 50 Jahre in Gemeindegremien und darüber hinaus Verantwortung übernommen und sich in großem Maße kirchlich engagiert hat. Pfarrer Stefan Fleischmann und PGR-Vorsitzender Markus Reinisch zollten ihm dafür Respekt, Wertschätzung und Dankbarkeit. Markus Reinisch ging daraufhin in Einzelheiten. Tschoepe sei 28 Jahre Vorsitzender des PGR von St. Otto gewesen, und als St. Otto 2014 in den PGR von St. Marien integriert wurde, blieb er als Vorsitzender des Sachausschusses St. Otto wichtiger Ansprechpartner im Pfarrgemeinderat. „Glaubensüberzeugung, Kontakte, Zusammenhalt, Initiativen sind wichtige Eckpfeiler", meintest du im Blick auf die St.-Otto- Gemeinde in dem Interview, in dem es - nicht ohne Wehmut - um den Abschied von der Kirche St. Otto und dem Räumlichkeiten im Steinweg ging", sagte Markus Reinisch. Diese Worte sagen viel darüber aus wie Ulrich Tschoepe Gemeinde gelebt hat in den vergangenen 50 Jahren, an verschiedenen Orten, unter verschiedenen Umständen mit verschiedenen Geistlichen und Wegbegleitern. Zugleich sind diese Werte genau das was ehrenamtliches Engagement ausmacht. In einer Zeit, in der das Ehrenamt nicht mehr selbstverständlich sei, so der PGR-Vorsitzende. Sichtlich berührt von den großen Beweisen der Anerkennung, meldete sich Ulrich Tschoepe selbst zu einem abschließenden Wort.
„Als ich Ende 1975 nach Moschendorf umzog, konnte ich nicht ahnen, dass der Otterberg, die Anhöhe, auf der St. Otto thront, zu meinem Schicksalsberg in positivem Sinn werden würde!" sagte er.
"Blicke ich auf meine bisherigen 48 Jahre in der Gemeinde St. Otto zurück, so bin ich zu-tiefst dankbar. Dankbar und voller Genugtuung und Freude für und über die vielen Stunden der Arbeit, die ich im Weinberg des Herrn leisten durfte. Bekanntlich müssen in einem Getriebe viele Räder und Rädchen zusammenwirken um etwas zu bewegen. Und als ein solches Rädchen sehe ich mich rückblickend selbst. Würdigung, Lob und Ehre gebühren allen von Anbeginn bis heute in St. Otto, die sich für ein starkes Glaubens- und Gemeindeleben ins Zeug gelegt haben. Aus diesem Grund möchte ich die Worte, die mir gegenüber heute zum Ausdruck kamen - und die weiß ich persönlich sehr zu schätzen - , mit all denen teilen, die St. Otto in sechs Jahrzehnten zur Blüte gebracht haben. Ein Scheibchen davon schneide ich mir ab - ganz für mich alleine - und sage schlicht und von innen kommend auch DANKE! Ohne jemanden damit verschrecken zu wollen, versichere ich, dass ich der Gemeinde nicht ganz verlorengehe werde!"
Anschließend gab es noch eine zweite Verabschiedung. P.Thomas Köhler OSB , der in letzter Zeit im Seelsorgebereich "Hofer Land" die Aushilfe übernommen hatte, wechselt zum Jahresbeginn in das Bistum Dresden-Meißen. Pfarrer Stefan Fleischmann bedankte sich bei dem Ordenspriester, der im Hofer-Land sehr beliebt war, für sein Engagement und wünschte ihm für sein weiteres priesterliches Wirken Gottes reichen Segen. Auch P. Thomas sagte in seinem Schlusswort, dass er sich im Seelsorgebereich Hofer Land sehr wohl gefühlt habe. Abschließend stellte Pfarrer Stefan Fleischmann die beiden Verabschiedeten mit einem selbstverfassten Gebet unter dem Segen Gottes.
Möge der Herr die beiden Persönlichkeiten auch weiterhin mit seinem Segen und seiner Gnade begleiten!

