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KDFB Nachlese zum Vortrag „Maria Magdalena“

KDFB—20250429—Vortrag
Datum:
Veröffentlicht: 20.5.25
Von:
Michaela Meusel
Maria Magdalena: Apostolin der Apostel, Freundin Jesu, Vorbild und Beweis für starke Frauen in der Kirche
KDFB20250429—zuhörende

Maria Magdalena: Apostolin der Apostel, Freundin Jesu, 

Vorbild und Beweis für starke Frauen in der Kirche

 

Genau am offiziellen Tag der Diakonin, dem 29.4., hatte ein Vortrag von Pfarrer Dieter Jung zum Teil unbekannte, überraschende Informationen zu Maria Magdalena zum Inhalt.

Auf der Basis der Evangelien, aber auch aus Sicht apokrypher Schriften näherte er sich den bekannten Bildern über diese wichtige Frau aus Magdala im Leben und in der Nachfolge sowie als Zeugin des Sterbens Jesu und des Auferstandenen in der Bibel. Im Johannesevangelium sehen die Apostel nur das leere Grab, oder sehen und glauben; Maria Magdalena aber sieht, glaubt und verkündet, sie ist damit die Erstempfängerin der Osterbotschaft und deren Verkünderin (vgl. Joh 20,1-18). Bei Paulus spielt Maria Magdalena keine Rolle, die Gründe dafür können in der damaligen patriarchalen Gesellschaft gesehen werden und – im Lauf der Kirchengeschichte in den/der männerdominierten Gemeinden/Kirche – auch in der (berechtigten?) Sorge, dass sie „Männern den Rang ablaufen könnte“.

In der Kunst wurde und wird Maria Magdalena (zu) oft als Sünderin dargestellt: Rötliches, offenes Haar ohne Kopfbedeckung, teils erotisch oder nahezu unbekleidet, heilige Sünderin, Büßerin, reduziert auf der ihr (von Männern) zugeschriebenen Vergangenheit als Prostituierte durch Vermischung verschiedener biblischer und legendarischen Frauenfiguren – ein Zerrbild der biblischen Maria aus Magdala und eine Abwertung ihrer Bedeutung als Zeugin des Auferstandenen.

Jesus lehrt und sendet Jünger und JüngerinnenMaria Magdalena gehört dazu und gilt in manchen apokryphen Evangelien auch als seine Stellvertreterin. Dass es in den ersten Jahrhunderten in der Bedeutung und Wirkungsgeschichte möglicherweise eine Rivalität zwischen ihr und Petrus gab, vielleicht unter anderem wegen der Erstzeugenschaftder Auferstehung, ist nachdenkenswert.

Ein Schritt in die richtige Richtung eines sicher noch weiten Weges ist die Erhebung vom Gedenktag zum Fest des Magdalenentages am 22. Juli – zumindest in dieser Hinsicht ist es eine Gleichstellung mit Petrus und Paulus. Papst Franziskus hat Maria Magdalena damit 2016 zumindest liturgisch rehabilitiert. In der Präfation zu ihrem Fest wurde ihr der auf Hippolyt von Rom zurückgehenden Titel „Apostolin der Apostel“ zugeschrieben.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer des mit Lieder auch spirituell interessant gestalteten Abends waren sich einig: Die Verfechter einer offiziellen Aufwertung der Rolle von Frauen in der Katholischen Kirche bis hin zu Weiheämtern dürfen nicht müde werden, an diesem Thema dranzubleiben. Eine Möglichkeit wäre es, rund um den Magdalenentag – wie es im Erzbistum Bamberg möglich ist – und auch während des ganzen Jahres Frauen offiziell predigen zu lassen: Sie können es!

Sieglinde Palitza