Kirche und Sport


Kirche und Sport: Widerspruch oder Gewinn
Die spannende Frage, was Kirche mit Sport zu tun hat, könnte wohl kaum jemand besser klären als Pastoralreferent im Ruhestand Georg Kaiser.
Jahrzehntelang war er Sportbeauftragter in der Erzdiözese Bamberg mit ökumenischer Ausrichtung, und noch länger als Schiedsrichter und Lehrbeauftragter für diese Tätigkeit auf Fußballfeldern aktiv.
Die bevorstehende Fußball-WM hat dieses Thema nahegelegt und Interesse geweckt.
„Eine Kirche, die sich nicht bewegt, bewegt nichts“, „Von der Komm-Pastoral zur Geh-Pastoral“ sind Schlagwort aus dem 2. Vatikanischen Konzil, die auch von der Kirche und ihren Vertretern Bewegung verlangen, wenn auch im übertragenen Sinn.
Das Motto des diesjährigen Katholikentages geht in dieselbe Richtung: „Hab Mut, steh auf“, also hat Kirche sehr wohl mit dem Thema zu tun.
Ob Spieler für 100 Millionen verkauft/gekauft werden sollten, es erlaubt ist, für den Sieg zu beten, oder ob es Sünde ist, den Schiedsrichter zu beschimpfen oder gar zu beleidigen, lösten lebhafte Diskussionen unter Zuhörerschaft und Referenten aus.
Kaum jemand der Anwesenden wusste, dass es eine Kapellen auf Schalke, in Wolfsburg, Frankfurt und Barcelona gibt und dass im Berliner Olympia-Stadion vor dem Endspiel ein Gottesdienst in der dazugehörigen Kapelle angeboten wird. Diese Kirchen sind für Dankgottesdienste, Taufen und andere religiöse Feiern ausgebucht: sicher überwiegend von Fans.
Schade, dass es bei den Bayern keinen solchen Platz gibt, die Vereinsführung verwies beim Bau der Allianzarena auf eine Kirche in einem kilometerweit entfernten Ort.
Allen Zuhörern war klar, dass Sport und Kirche durchaus Berührungspunkte haben oder welche schaffen können. Georg Kaiser hat einen informativen, unterhaltsamen aber auch ernsten Brückenschlag geschafft, der den Horizont zwischen beiden Themenfeldern erweitert hat.
Sieglinde Palitza



