Krippe in der St.-Otto-Kapelle


In der ehemaligen St.Otto-Kirche trat nach der vorübergehenden Entfernung einer hölzernen Sichtblende alljährlich zur Weihnachtszeit eine zwei Meter breite Krippen-landschaft zutage. Der Stolz der Gemeinde. Die Krippe wurde im November 2002 von Gemeindemitglied Herbert Herpolsheimer gestaltet.
Da der erforderliche Platz im neuen Sakralraum auf der Kolpingshöhe nicht mehr zur Verfügung steht, wurde auch die gesamte Krippe, wie berichtet, der Gemeinde im polnischen Oppeln für das dort bald fertiggestellte neue Gotteshaus mit auf den Weg gegeben. Ohne Krippe war die „neue Heimat“ von St.Otto nicht vorstellbar. Mesner Gottfried Zimon schritt zur Tat und schuf mit viel handwerklichem Geschick das, was fehlte.
In einem Gespräch vor Ort an den Stufen des neuen Hofer Bethlehem, konnte dem Erbauer so manche interessante Einzelheit entlockt werden. Alles wurde bis auf das Stallgebäude von Grund auf liebevoll neu gestaltet. Insgesamt vermittelt die Krippe mit ihren zahlreichen Darstellungen einen würdigen Rahmen für das Geschehen der Geburt Jesu. Über das Stammpersonal einer Krippe hinaus, also der Hl. Familie, den Hirten und Königen, Ochs, Esel und Schafen, sonstigem Getier vom Elefanten über Kamele und Haustiere, alles ist vertreten. Der Meister ersteigerte das gesamte zwei- und vierbeinige Zubehör im entsprechenden Maßstab zu einander über das Internet. Die gedruckte orientale Panoramakulisse zog er auf Kunststoff auf und passte sie mit Farbe und Pinsel an die örtlichen Gegebenheiten an. Selbstverständlich fehlt auch eine dezente Beleuchtung nicht. Sie ist elektrisch und unterscheidet sich allein dadurch vom Geschehen vor 2000 Jahren. Die gestalterischen Fähigkeiten des Erbauers, angefangen bei der Landschaft über Gebäude, Wege, Begrünung, Lagerfeuern und vielen anderen umgesetzten Ideen, bilden ein eindrucksvolles Gesamtwerk. Eines darf dabei nicht unerwähnt bleiben. Zur Auflockerung der Szenerie mittels Baum und Strauch trug Ehefrau Gabriele bei. Sie opferte das nötige passende Grün aus ihren heimischen Blumentöpfen und bewies gärtnerische Fähigkeiten.
Viele abendliche und nächtliche Stunden verbrachte Gottfried Zimon, von der Arbeit nach Hause gekommen, in seiner Werkstatt im heimischen Keller. Die Zeit drängte. Und so zog er sogar einen Urlaubstag heran. Mancher Euro aus eigener Tasche versteckt sich
trotz dankenswerter Übernahme der Baukosten durch die Pfarrei in dem kleinen Kunstwerk.
Die Überprüfung der Schafherde führte zu dem Ergebnis, dass sich – wie in der früheren St.Otto-Krippe – auch wieder ein schwarzes Schaf unter die hellen gemischt hat.
Die Gemeinde dankt dem Ehepaar Zimon für die neue Krippe und bei dieser Gelegenheit auch für ihre Mesnertätigkeit in der neuen St.Otto-Kapelle. Nicht nur Insider wissen, was das heißt.




