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Kultur der Achtsamkeit: ein sensibles Thema, das alle angeht

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Datum:
Veröffentlicht: 4.12.25
Von:
Nicola Sandro Leroy

Wie aktuell und bewegend der Umgang mit sexualisierter Gewalt insbesondere gegenüber Kindern ist, bewies der Besuch unserer Frauenbundveranstaltung im November. Gut 40 Frauen und Männer folgten mit regem Interesse dem Vortrag von Diplompädagogin und Bildungsreferentin im Jugendamt der Erzdiözese Bamberg, Frau Katharina Fischer.

Mit hohem Praxisbezug und Beispielen sensibilisierte sie die Zuhörerschaft für Erscheinungsformen, Anzeichen und Auswirkungen sexualisierter Gewalt.

Aktuelle Zahlen und Fakten erschütterten die Zuhörenden spürbar und zeigten auf, wie wichtig einfühlsamer Umgang mit Betroffenen ist, aber auch die schonungslose Sicht auf die Täter und Täterinnen.

Gerade die (katholische) Kirche stand und steht nach wie vor im Fokus, damit möglichst alle Vorgänge aufgeklärt und gesühnt werden; erstellte Schutzkonzepte könnten dazu ein wichtiger Baustein sein. In unserem Seelsorgebereich gibt es auf der Grundlage Bamberger Vorgaben ein solches, es bezieht sich aktuell nur auf den Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen. In der Kirche, genauso wie in der Gesellschaft, bieten Abhängigkeitsverhältnisse und besondere Vertrauenssituationen einen guten Nährboden für übergriffiges Verhalten.

Welchen Beitrag zur Verhinderung dieser Grenzüberschreitungen kann das Umfeld leisten und wie kann Opfern geholfen werden? Am wichtigsten ist ein vertrauensvoller, offener Umgang mit Kindern und Jugendlichen, mögliche Veränderungen erkennen, ernst nehmen und sensibel reagieren, Mut machen, Geschehenes auszusprechen und sich an fachkundige Stellen zu wenden. Entsprechende Schulungen dazu werden auch unter anderem durch die Fachstelle für katholische Kinder- und Jugendarbeit im Dekanat Hof/Kulmbach angeboten. Ein Schritt in die richtige Richtung sind installierte Ansprechpartner in den Kirchengemeinden und Beratungsstellen, in denen Experten tätig sind.

Alle Zuhörenden waren nach dem Vortrag sowohl innerlich betroffen als auch besser informiert und ermutigt, auf keinen Fall „wegzusehen“. Wie gut, dass unsere Referentin dieses eher vermiedene Thema mit ihrem Vortrag ein wenig enttabuisiert hat, danke dafür.

 

geschrieben von Sieglinde Palitza

  

Vortrag Achtsamkeit
Vortrag Achtsamkeit