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Maulwurfgeschichten, Teil 2 + 3 + 4

Maulwurf Willi
Datum:
Veröffentlicht: 30.5.23
Von:
Pfarrer Stefan Fleischmann

Willi entdeckt etwas Neues
„Hm“, der Maulwurf lauscht. „Nichts mehr zu hören – gar nichts mehr.“ Willi tastet sich vorsichtig aus seinem Loch. Er streckt sich und reckt sich, wie er es immer gerne tut. „Jetzt gehört die Baustelle mir, gaaaaaanz alleine!“ Er wagt sich weit nach vorne: „Das Loch ist ja noch viiiiiiiel größer geworden!“ Etwas verunsichert bleibt er an Ort und Stelle. „Was ist denn das?“ Jetzt bräuchte Willi ein Fernglas! Eine Brille würde auch genügen, denn er hat schlechte Augen. Er kneift die Augen zusammen. Er runzelt die Stirn: „Schaut aus wie ein Tunnel – aber für wen?“ „Schaut aus wie ein Rohr – aber für was?“ „Schaut aus wie ein Schlauch!“ Willi überlegt: „Wenn ich bloß jetzt jemanden fragen könnte. Vieles erinnert mich an meine eigenen Geheimgänge.“ Willi fügt hinzu und schmunzelt: „Fehlt nur noch die leckere Vorratskammer.“ Während er in Ruhe darüber nachdenkt, nimmt die Sonne mehr und mehr ab und die Baustelle erscheint in einem wunderschönen Abendrot. So pudelwohl hat sich Willi noch nie gefühlt. - Plötzlich ein Rascheln. Willi hört genau hin. Sein Herz pocht ganz stark. Willi muss aufpassen. Er hat schon von einer Katze gehört, die sich in seinem Revier aufhält. Schnell verschwindet er in seinem Loch und gräbt sich tiefer in die Erde ein: „Gute Nacht, heute war ein aufregender Tag!“

Anmerkung zur Geschichte

Liebe Kinder,

über Eure „Baustellen“ - Fotos habe ich mich sehr gefreut. Und der Willi ist Euch auch schon ans Herz gewachsen. Wie lebt er im Erdreich? Wie können wir uns das vorstellen? Ich habe eine Idee: In Eurer KITA gibt es bunte Tunnels. Kriecht einmal langsam hindurch und sprecht darüber, wie es Euch dabei ergangenen ist. 

Viel Spaß wünscht Euch Euer Pfarrer!

 

 Willi hat heute gute Laune!

"Puh...war das eine Nacht":
Willi reckt und streckt sich.
Endlich vorbei - das Gerumpel, das Willi tief im Erdreich zu spüren bekam.
Endlich vorbei - der Regen, der seine Gänge überflutete.
Willi rümpft die Nase.
"Heute nichts los auf der Baustelle.
Na klar...heute ist Sonntag!"
Willi lauscht. Er hört ... Musik.
Munter geht er zur Baustelle...platsch, platsch, platsch....hier und da Wasserpfützen.
Er beugt sich tief hinunter:
"Hui, das bin ja ich!"
Heute hat Willi wirklich gute Laune.
Denn er hat heute Morgen schon einen dicken Regenwurm verspeisen dürfen.

Da ist ja eine grooooße Platte auf der Baustelle entstanden.
Willi dreht sich im Kreis, einmal rechts herum und dann links herum.
Willi springt von Wasserpfütze zu Wasserpfütze: Platsch!!!
Und dreht sich wieder im Kreis.
Willi lacht!
Dabei schwingt er abwechselnd seine Füßchen nach vorne und nach hinten: Platsch, platsch, platsch.

Willi ist nicht alleine. Er wird beobachtet.
Lissi, die Katze: „So einen Maulwurf, der tanzen kann, habe ich noch nie gesehen.“
Sie schaut genauer hin: „Das ist wirklich ein Maulwurf.“
Sie überlegt: Am liebsten würde sie mittanzen. Aber das geht doch nicht!
Was werden die Anderen sagen, dass ich mit einem Maulwurf tanze!
Und außerdem wird der Maulwurf sich schnell vom Acker machen, wenn ich komme.
Lissi nähert sich dem tanzenden Maulwurf.
Doch als der Maulwurf gerade weg flitzen möchte, tanzt sie ebenso...wie es der Maulwurf vorgemacht hat: platsch... platsch...im Kreis herum...geschwungen die Pfoten.
Willi bleibt stehen.

Liebe Kinder!

Wie geht die Geschichte weiter?
Wird sich Willi auf den gemeinsamen Tanz mit der Katze Lissi einlassen?
Werden beide sogar Freunde?
Viel Spaß wünscht
Euch Euer Pfarrer

Willi erforscht ein neues Spielfeld

Willi und die Katze Lissi sind mittlerweile gute Freunde geworden. Wenn sie sich an ihren gemeinsamen Tanz erinnern, dann schauen sie einander in die Augen und winken dem Anderen mit ihren Pfoten im Rhythmus zu. Sie lachen, scherzen und spielen so, als ob es nur sie beide auf der Welt geben würde.

"Puh, ist das heute heiß", meint Willi. "Nicht zum Aushalten hier oben", so dass er gleich wieder ins Erdloch verschwinden möchte.
"Eine kalte Dusche würde jetzt gut tun. - Komm mit!“ meint Lissi. „Ich kenne ein schattiges Plätzchen.“ Und sogleich flitzen sie dorthin.
Zunächst schnüffeln sie am Boden. Weit öffnen sie ihre Augen und wenden ihren Kopf leicht gebeugt nach rechts und nach links.
"Hmm, schaut aus wie ein Spielfeld. Ein bisschen mehr Farbe könnte es vertragen", fügt Willi hinzu. "Dort drüben geht es los!'
"Ach was“, erwidert Lissi. Und zeigt mit ihrer Pfote auf den Boden: "Hier führt die Straße entlang. Und dort werden wir einmal große Bäume und bunte Blumen sehen. Ich vermute: Das ist der Spielplatz für die vielen Kinder. Willi, was du hier siehst, ist der Grundriss, wie das Haus einmal werden soll. Verstehst du, wenn alles fertig ist! Schau dich um: Du bist gerade im Eingangsbereich. Gleich nebenan ist der Aufzug. Und ich bin momentan im Gruppenraum."

„Hui, Hui, Hui“, überlegt Willi. Er staunt, was Lissi alles auf seinem „Spielfeld“ erkennen kann. Willi möchte mehr darüber erfahren. Er ist sehr neugierig geworden. Und beide sprechen noch sehr lange miteinander, wo zukünftig ihre Lieblingsplätze sind.

Liebe Kinder,
vielleicht geht es euch auch so: Ihr seid neugierig. Ihr wollt mehr wissen! Schaut euch einmal gemeinsam so ein „Spielfeld“ an und geht gemeinsam auf Entdeckungsreise. Sonnige, aber nicht zu heiße Tage, wünscht Euch Euer Pfarrer