Mit Maria

Dem Vergangenen Dank, dem Kommenden Ja" (Dag Hammarskjöld)
Gehen und Ankommen, Ende und Anfang stehen oftmals in einem engen Zusammenhang: Es komme darauf an, dass sich Abschied und Dank mit der Zuversicht des Neubeginns verbindet. Das braucht manchmal Zeit, viel Zeit!
Das haben wir in den vergangenen Wochen hautnah gespürt. Es war nicht nur eine besondere Herausforderung, sondern auch ein Geschenk, mit Ihnen gemeinsam die letzten Gottesdienste im alten Seniorenheim und in der Kirche St. Otto zu feiern. „Das gehet hin in Frieden“ am Ende des Gottesdienstes war ein geschickt und gesendet werden von etwas Vertrauten in etwas ganz Neues hinein. So waren die Tage von Abschied und Dankbarkeit und zugleich von Neubeginn und Zuversicht geprägt: „Dem Vergangenen Dank, dem Kommenden Ja“, so ein Spruch von Dag Hammerskjöld, den ich sehr gerne habe. Aber ist das nicht auch in unserem ganzen Leben so? Ist diese Erfahrung nicht auch ein Spiegelbild unseres Lebens?
Wir standen in St. Otto zusammen am Altar. Ich habe mir gedacht, was hätte ich - außer dem Allerheiligsten - gerne mitgenommen – ganz persönlich? Es wäre die Mutter Gottes gewesen mit ihrem Kind Jesus. Maria als die Treue, Bleibende und Standhafte, als eine Trösterin mit einer grenzenlosen Liebe. Der Blick auf Maria, der Blick auf ihren Sohn – ob in ihrem Arm oder in ihrem Schoß. Welch ein Trost – dieses Verstehen und Verstanden-werden.
Ich komme aus einer Muttergottespfarrei (Obere Pfarre, Bamberg); von daher ist mir dieser Anblick in jeder Lebenslage so wichtig geworden: vor Prüfungen, vor wichtigen Entscheidungen, vor großen Herausforderungen, im Glück und im Leid. Dieser Blick ist immer realistisch. Maria begegnet uns als große Trösterin, der nichts Menschliches fremd ist. Und sie solidarisiert sich mit uns, als unsere Schwester im Glauben, als unsere Fürsprecherin und Mittlerin bei Gott im Himmel.
Liebe Schwestern und Brüder,
wenn wir heute im Sachausschuss St. Otto zusammen kommen, uns beraten, austauschen und Gemeinschaft pflegen, dann heisst das auch, wir bleiben zusammen – in welcher Form und Nähe auch immer: Das kann und wird gelingen.
Wenn wir wie Maria mit Christus in unserem Herzen durch gar manchen Dornwald der Welt und auch unserer Kirche gehen, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass die Dornen einmal in Rosen verwandelt werden. Und oft blüht ja schon dieser Rosenstrauch in unserem Leben. Siehst Du es nicht? Spürst Du es nicht? Schauen wir genau hin!
Wenn wir heute zusammen kommen, dann heisst das vor allem, wir bleiben der Botschaft Jesu treu, bleiben mit ihm, Jesus Christus, seinem Wort und Sakrament, verbunden.