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Modellschiffe - von wegen Spielzeug

Seniorenkreis St. Otto Modellschiffe
Datum:
Veröffentlicht: 16.12.18
Von:
Ulrich Tschoepe

Man sollte es nicht für möglich halten, dass sich Seniorinnen und Senioren für dieses Thema begeistern können. Doch Otto`s Seniorenkreis lieferte den Beweis. Mehr als 20 Besucher zählte die Runde. Ulrich Tschoepe, Sachausschussvorsitzender in St.Otto, berichtete über eines seiner Hobbys. Elf Modellschiffe nennt er sein eigen. Zehn davon entstanden in seiner Bastelwerkstatt. Geduld, viel Geduld und handwerkliche Fähigkeiten auf den Gebieten von Holz-, Kunststoff- und Metallverarbeitung, leimen, schleifen, malern und lackieren, Elektrik und löten, bis hin zu Näharbeiten, alles wird einem Bastler abverlangt. Fünf Monate intensiver Bauzeit, vor allem auch bis tief in die Nacht, sind bei einem Großmodell keine Seltenheit. Versehen mit schweren Bleiakkus als Stromquellen, Antriebsmotoren, Pumpen, Blei zum Trimmen, Fernsteuerungsempfänger und Baumaterialien verschiedenster Art, bringt das größte seiner Modellschiffe bei 1,6 m Länge ein Gewicht von 10 kg auf die Waage. Von den nötigen Tausenden D-Marks und Euros in den zurückliegenden Jahren ganz zu schweigen, die zwar die Modelle nicht schwerer machten, den Geldbeutel aber sicherlich leichter.

Die Vielfalt der Modellschifftypen rief Erstaunen hervor. Vertreten waren Frachtschiff, Krabbenkutter, Küstenfischtrawler, Walfangschiff, Schaufelraddampfer, Taucherbasisschiff, Hochseefischkutter, Forschungsschiff, Hochsee- und Hafenschlepper sowie Reisedampfer. Alle Modelle selbstverständlich fernsteuerbar, untreusee-erprobt und beleuchtet. Funktionen wie stufenlose Geschwindigkeitsregelung, Fahrtrichtungswahl, Vor- und Rückwärtsfahrt, Drehen der Helikopterrotorblätter, drehbare Radarantennen und Kräne, Löschmonitore, Schiffshorn, Taucherglocken, Großdieselgeräuschmodul proportional zur Schraubendrehzahl sowie Positionsblitzer, gehören zur Ausrüstung. Demonstriert wurden mehrere Sonderfunktionen am Modell des Forschungsschiffs CALYPSO, mit dessen Original der weltbekannte französische Meeresforscher Jacques Yves Cousteau mit seinen Erkundungsfahrten über und unter Wasser in den 70er Jahren auf den Fernsehschirmen präsent war. Vielen Fragen sah sich Großreeder Tschoepe gegenüber.

So berichtete er, wie während der Jungfernfahrt seines besegelten Fischtrawlers das windempfindliche Schiff durch eine plötzlich auftretende Boe zum Kentern gebracht wurde. Da hieß es ohne Verzögerung in die Fluten des Untreusees zu steigen um die teure Elektronik zu retten. Bei voller Bekleidung stand ihm das Wasser brusthoch. Sehr zur Belustigung der Zuschauer. Lehrgeld zahlt eben jeder Bastler. Gerne ließ Tschoepe das Publikum auch in das Innere einer Fernsteuerung Einblick nehmen. Um die Atmosphäre einer Schiffswerft im Gemeinderaum thematisch zu unterstützen, hatte der Referent eine große Zahl an Bauplänen mitgebracht, die entweder die Wände zierten oder als Tischdecken fungierten.

Langanhaltender Applaus entschädigte den Bastler für die Vorbereitungen des Vortrags, die Mühen des Transports all der empfindlichen, größtenteils filigran gearbeiteten Modellschiffe und die interessanten fachkundigen Erläuterungen.

Seniorenkreis St. Otto Modellschiffe
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