Moschendorfer Adventskalender

Die jahrelange Tradition des Moschendorfer Adventskalenders wollen die evangelische Gemeinde der Auferstehungskirche und die katholische Filialgemeinde St. Otto trotz der Corona-Pandemie am Leben erhalten. Allerdings mit Einschränkungen und unter Beachtung strenger kirchlicher Hygienevorschriften. Darunter auch die Registrierung aller Besucher mit Namen und Telefonnummer.
Am Abend des 10. Dezember fanden sich 34 Gläubige aus beiden Konfessionen in der Ottokirche ein. Der Zufall wollte es, dass jede Kirchengemeinde17 Besucherinnen und Besucher stellte. Welch ökumenischer Gleichklang!
Die St.Ottokirche präsentierte sich in anheimelnder Atmosphäre. Gedämpftes Licht aus 30 Kerzen auf den Bänken, im Altarraum die beleuchteten Durchscheinbilder aus den ottonischen Adventsfenstern früherer Jahre bis hin zum "ökumenischen Kirchenschiff", einem Schiffsmodell. All diese Themen bisheriger Adventsfenster waren miteinander optisch mittels einer Kette brennender Kerzen verbunden. Eines der Fenster spiegelte mit einem Meer von Sternen die Allmacht des Schöpfers wieder.
Gemeindereferentin Beate Schmid knüpfte die Verbindung zu Psalm 8. Wie groß denkt Gott über die Menschen? "Nur wenig geringer hast du ihn gemacht, mit Glanz und Herrlichkeit ihn gekrönt", heißt es dort. Gott denkt groß über die Krönung seiner Schöpfung. Und wir, denken wir auch groß über unseren Schöpfer? Wir sind ihm ein Herzensanliegen, von ihm geliebt, weder ein Produkt des Zufalls noch eine Laune der Natur. So wie der Sternenhimmel für uns oft nicht sichtbar ist, so sehen wir in unserer Schwachheit auch Gott nicht. Und dennoch ist seine Strahlkraft für uns erlebbar. Das soll unseren Blick freimachen auf Weihnachten. Gott wird Mensch. Wir dürfen Großes von ihm denken.
Aus der evangelischen Kirchengemeinde wurde im Vorjahr angeregt, beim nächsten Anlass in St. Otto Näheres über das Gotteshaus zu erfahren. Am Ende der Andacht wurde daraufhin den Besucherinnen und Besuchern das Angebot zu einer "Kirchenführung im Sitzen" unterbreitet. Alle blieben und folgten interessiert den Ausführungen der Gemeindereferentin und von Ulrich Tschoepe über Historie sowie liturgische und künstlerische Ausstattung des Gotteshauses. Die Gläubigen dankten mit ihrem Applaus für die adventliche Andacht und die außergewöhnliche Kirchenführung. Zum Abschied am Kirchenportal noch eine nette Geste: Allen wurde eine kleine Schokoleckerei als Christbaumkugel mit auf den Weg gegeben.
Am nächsten Tag erreichten St. Otto noch E-Mails und Anrufe, in denen Dank und Lob zum Ausdruck kamen. In den Rückmeldungen klang das Bedauern über die Zukunft der Ottokirche an. Auch die evangelischen Mitchristen zeigen sich immer wieder betroffen. St. Otto dankt von Herzen.









