Ökumenischer Volksfestgottesdienst

Zum Beginn des Hofer Volksfestes fand im Festzelt ein ökumenischer Gottesdienst mit Pfarrerin Dr. Verena Grüter von der evangelischen Kirchengemeinde „Hof-Mitte“ und Leitendem Pfarrer Stefan Fleischmann von der kath. Pfarrei „Bernhard Lichtenberg“ statt.
Pfarrer Stefan Fleischmann begrüßte die zahlreichen Gottesdienstbesucher, die das Festzelt füllten, insbesondere Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla, sowie seine Kollegin von der evangelischen Kirchengemeinde "Hof-Mitte" Pfarrerin Dr. Verena Grüter, die beiden Gottesdiensthelferinnen Gemeindereferentin Mechthild Fröh von der katholischen und Ilse Innmann von der evangelischen Kirche, den Bezirksposaunenchor des ev. Dekanats Hof unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Georg Stanek und alle, die den Gottesdienst vorbereiteten und zum guten Verlauf beitrugen. Vertraute Lieder des Posauenchores wie „Morgenlicht leuchtet" oder „Ich singe dir mit Herz und Mund" , oder „Nun danket alle Gott“ sowie prägnante Vortragsstücke des Chores bereicherten die feierliche Handlung. Den Predigttext von der "Perle im Acker" trug Ilse Innmann vor, und Pfarrerin Dr. Verena Grüter legte ihn mit einfühlsamen Worten aus. „Von nah und fern kommen Sie in diesen Tagen zum berühmten Hofer Volksfest", sagte sie. Für Gastwirte und Fahrgeschäfte sei es wie eine Schatzsuche – die Gewinne sind regelrecht vorprogrammiert. Und schon beim Festumzug gab es etwas zu gewinnen – für alle Vereine, die besonders schöne Präsentationen vorbereitet hatten. Manchen sei es gelungen, eine besonders schöne Perle aus dem eigenen Programm zu zeigen. „Einen besonderen Gewinn zu ergattern, als Sammler ein ausgefallenes Stück zu entdecken – eine wertvolle, alte Münze etwa oder ein schönes Gemälde oder ein besonderes antikes Möbelstück – das macht glücklich! Für so eine Entdeckung braucht man sicher eine gute Spürnase und etwas Glück", .sagte die Rednerin. Von einem solchen Glück erzählt Jesus in diesen beiden Gleichnissen. Auf den ersten Blick ist es einfach Finderglück – da arbeitet jemand auf seinem Feld und findet einen vergrabenen Schatz. Zugegeben: Das klingt ein bisschen wie im Märchen…. Ein anderer handelt mit Perlen, kennt sich also aus, er ist sozusagen ein Sammler mit Spürnase – und entdeckt eines Tages die Perle seines Lebens. Doch zu einem glücklichen Leben gehören noch ganz andere Dinge, fuhr die Pfarrerin fort.. „Gesundheit natürlich – denken manche unter uns jetzt sicher. Vor allem aber wohl, ein glückendes Zusammenleben. In Ehe und Familie, und nannte verschiedene Beispiele. Jesu eigenes Leben ist so gesehen eine einzige, große Schatzsuche. „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“, das war sein Lebensmotto. In seiner Gegenwart wurden Menschen satt und gesund, konnten sich aufrichten aus Verkrümmung und Unterdrückung und erhobenen Hauptes ihren Lebensweg weitergehen, wurden wieder eingegliedert in eine Gesellschaft, die sie ausgeschlossen hatte. Das Evangelium von Jesus Christus ist nur dazu geschrieben, um uns einzuladen, mit unserem ganzen Leben an dieser Schatzsuche teilzunehmen. Dass wir dadurch schön, reich und mächtig werden, ist uns nicht versprochen. Wohl aber, dass unser Leben dadurch einen Sinn und ein tiefes Lebensglück erfährt. Nicht auf das Jenseits sollen wir warten. Gerade diese beiden Gleichnisse vom Schatz und von der Perle wollen uns sagen: Suche nach dem, was echtes, tiefes Lebensglück ist und setze dich vorbehaltlos dafür ein. In deiner Ehe und Familie, in der freiwilligen Feuerwehr oder im Sportverein, im Engagement für Migrant*innen oder für ein vielfältiges kulturelles Leben in dieser Stadt. Für den Naturschutz oder – für deine Kirchengemeinde. Leben in der Nachfolge Jesu heißt immer, das eigene Leben einzusetzen, um den wahren Schatz, die kostbare Perle zu finden. Denn da ist Gott nahe – wo Menschen ihr Leben einsetzen und teilen, damit es gemeinsam gelingt.“
Mit dem Segenslied „Möge die Straße uns zusammen führen und der Wind in deinem Rücken sein. Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“ und dem Segen der beiden Geistlichen wurde der ansprechende Volksfestgottesdienst beendet. Eine sehr schöne Tradition, die man in Hof seit Jahren pflegt.


