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Oskar und die Dame in Rosa

Datum:
Veröffentlicht: 14.12.11
Von:
Elisabeth Goller

Eine Veranstaltung des Katholischen Frauenbund St. Konrad, Hof mit dem Theater Hof

Zahlreiche Besucher waren der Einladung des Frauenbundes in die Piuskirche gefolgt zu einer Veranstaltung  im Rahmen der Reihe „Todesverständnis im Christentum“ . Marianne Lang vom Theater Hof las als Dame in Rosa die Briefe, die der 10-jährige, krebskranke Oskar, an Gott schrieb. Inszeniert wurde das Theaterstück von Claudia Wagner nach dem Buch von Eric-Emmanuel Schmitt.
Oma Rosa, eine Dame des Krankenbesuchsdienstes, kommt mit einer riesigen Hutschachtel, die sozusagen das Vermächtnis des eben gestorbenen Jungen Oskar enthält, z. B. einen schon sehr mit-genommenen Teddy, den Oskar adoptierte, als er durch einen neuen ersetzt werden sollte.
Während Oskars Eltern und auch die Ärzte nicht mehr wissen, wie sie Oskar gegenübertreten sollen und sich sogar feige verleugnen lassen, muntert Oma Rosa Oskar durch ihre skurrilen Ideen auf. Sie stellt sich z.B. als Super-Catcherin vor und spricht mit dem Jungen über seine Krankheit. Sie ist es auch, die ihm rät, Briefe an Gott, den Oskar bisher für eine Erfindung wie den Weihnachtsmann hielt, zu schreiben. Sie überzeugt ihn, dass man Gott jeden Tag um etwas bitten kann, aber nur um geistige Dinge wie Mut oder Geduld, und  dass man  ihn auch für andere um etwas bitten  kann. Sie macht ihm den Vorschlag, jeden zukünftigen Tag als zehn Jahre seines Lebens zu sehen und schafft es so, dass Oskar am Ende mit dem Gefühl stirbt, nichts verpasst zu haben, und auch seinen Eltern eine solche Erfahrung wünscht. Das ist sein Weihnachtsgeschenk an Gott.
Der Tod eines Kindes ist traurig und alle waren sichtlich bewegt. Doch die Art und Weise, wie diese Briefe gelesen wurden, war weder sentimental noch kitschig, auch nicht missionarisch. Die Piuskirche bot einen passenden Rahmen für diese schwere Thematik.
                                                                                     Anita Wied-Thiersch