Palmsonntag

Der Palmsonntag ist das Tor zur Heiligen Woche, der Feier von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi. Er erinnert an den Einzug in Jerusalem, von dem alle vier Evangelisten berichten. Den Hosannarufen der Menschen, die Jesu Einzug in die Heilige Stadt damals begleiteten, folgten schon bald die „cruzifige“-Rufe („Kreuzige ihn“) der Menge.
In vielen Kirchen im Hofer Land wurde dieser Ereignisse gedacht.
So auch in der Stadtpfarrkirche St. Marien in Hof, in der Kaplan Christopher Helbig der Palmsonntagsliturgie vorstand. Beim Pfarrhaus vor der Kirche versammelten sich die zahlreichen Kirchenbesucher. Fleißige Helferinnen und Helfer haben Palmzweige gebunden, die auch heute noch mitgenommen und in den Wohnungen aufgesteckt werden. Kaplan Christopher Helbig segnet die Palmzweige und verkündet das Evangelium. Anschließend folgt die Prozession mit geschmücktem Kreuz und Lobliedern zur Kirche. Musikdirektor Dr Ludger Stühlmeyer sang den lateinischen Introitus Hosanna, Filio David. Gemeinsam mit Hyoseob Yun, dem katholischen südkoreanischen Tenor vom Ensemble des Theater Hof interpretierte er Im Verlauf der Heiligen Messe Arie, Rezitativ und Choral aus der Kreuzstab Kantate von Johann Sebastian Bach und das Verbum supernum prodiens von Josef Gabriel Rheinberger. Nach der Passion, die Grazyna Skop und Dr. René Peinl zusammen mit dem Kaplan Helbig vorgetragen hatten, stellte dieser anschließend in seiner impulsiven Predigt die Frage: „Wer ist der Schuldige an Jesu Tod? Wer ist der Mörder? Die Antwort sei nicht klar. Christopher Helbig kam auf eine Person aus dem Jüngerkreis Jesu zu sprechen, auf Judas Iskariot, der ihn verraten hat.
Judas war einer der Jünger, die am stärksten hofften, dass Jesus der Messias sei. Doch Jesus stellte sich eben nicht als der von Judas erhoffte Messias heraus, der Israel von der römischen Herrschaft befreien würde - für Judas eine bittere Enttäuschung und in der Folge Perspektivenlosigkeit. Judas wollte Jesus vielleicht nur zum Geiseln ausliefern, und nicht zum Tod am Kreuz. Er hat seine Tat bereut. In diesem Zusammenhang stehe das tragische Ende des Judas, sein Suizid. Daher rief Kaplan Christopher zur Wachsamkeit auf. Wer nicht wachsam sei, merke nicht was Sünde hervorbringen kann. Der Kaplan nannte als aktuelles Beispiel die Sünde des Krieges, von dem wir alle die Konsequenzen spüren. Daher „Wachsam sein!“ „Judas hat bereut“, sagte Christopher Helbig noch einmal, „und der Herr ist gnädig, vielleicht hat er ihm auch verziehen.“ Denn die Auferstehung sei größer als alle Sünde. Deshalb können wir immer wieder neu anfangen. - Die Gläubigen sind in der Heiligen Woche dazu aufgerufen die Kar- und Ostertage gemeinsam zu begehen, den Weg Jesu mitzugehen, der auch der Unsere ist!