Pfarrer Stefan Fleischmann nimmt an der 9. Bernhard-Lichtenberg-Wallfahrt in Berlin teil

Leitender Pfarrer des „SSB- Hofer Land“, Stefan Fleischmann, der in Hof das Triduum rund um den Gedenktag des Pfarrpatrons Bernhard Lichtenberg eröffnet hatte, wollte sich auf Spurensuche begeben und mehr über den Seligen Bernhard Lichtenberg wissen. So nahm er im gleichen Zeitrahmen auch an der 9. Bernhard-Lichtenberg- Wallfahrt in Berlin teil.
Am Wallfahrtstag ( 5. November ) finden in der Gedenkkirche „Maria Regina Martyrum“ am Heckerdamm in Berlin-Charlottenburg verschiedene Gottesdienste statt, u.a. mit Erzbischof Heiner Koch und dem Bischof von Dresden Meißen Heinrich Timmerevers sowie Wallfahrtsmessen in englischer und polnischer Sprache, Beichtgelegenheit und eucharistische Anbetung in der Krypta. Für den Hofer Pfarrer Stefan Fleischmann war es einfach ein inneres Bedürfnis nach Berlin zu fahren um den Lebensweg seines Kirchenpatrons nachzuspüren: was dieser tat, für wen und was er eintrat und seine Stimme erhob. Vor allem das Gebet an seinem Grab und in der Gedenkkirche „ Maria Regina Martyrum“ war ihm wichtig. Stefan Fleischmann war dankbar für einen Einblick in Lichtenbergs Gefangenenakte 1941- 1943. Minutiös hatte der Staatsapparat alles genau dokumentiert und festgehalten: seine Anträge, seine Besuche, seine Briefe, seinen Lebenslauf, u. v. m. Der letzte Brief beeindruckte Fleischmann sehr. Lichtenberg schrieb ihn am 27. September 1943 – also 5 Wochen vor seinem Tod: „Wenn ich von hier aus die letzten zwei Jahre überblicke, will und muss ich Gott aus ganzer Seele danken, auch allen, die Seinen heiligen Willen an mir zur Ausführung brachten. Es ist mein fester Entschluss, die Exerzitienvorsätze mit Gottes Hilfe zur Ausführung zu bringen, die ich vor Jahren nach den dreißigtätigen Exerzitien gefasst habe, nämlich: Ich will alles, was mir widerfährt, Freudiges und Schmerzliches, Erhebendes und Niederdrückendes, im Lichte der Ewigkeit ansehen. Ich will meine Seele besitzen in meiner Geduld. Ich will in keinem Gedanken, in keinem Worte und in keinem Werk sündigen. Ich will alles aus Liebe tun und alles aus Liebe leiden. Ich habe noch Lebensmut für 20 Jahre, aber wenn der liebe Gott will, dass ich noch heute sterben, so soll sein heiliger Wille geschehen.“ Wallfahrer Stefan Fleischmann sagte: „Ich muss gestehen, es war für mich ein bewegender Moment, diese Zeilen im Archiv zu lesen. - Wir wissen: Der Selige Bernhard Lichtenberg ging aufs Ganze und bezeugte seinen christlichen Glauben. Ich habe mich dann selbst gefragt: Wie ernst ist es jeden Einzelnen von uns mit dem christlichen Glauben – heute?“ Bernhard Lichtenberg hat Pfarrer Fleischmann innerlich bewegt, weil Lichtenberg die Christen heute noch an ein Profil des Christseins in zweierlei Hinsicht erinnert: Die Hoffnung, eine Perspektive der Hoffnung zu haben und unseren Mitmenschen hoffnungsvoll zu begegnen. Und die Wahrheit, an die unser Gewissen immer gebunden bleibt, und die wir immer wieder neu suchen müssen! „Seliger Bernhard Lichtenberg, bitte für uns und unsere ganze Pfarrgemeinde, damit wir auf dem hoffnungsvollen Weg der Nachfolge Jesu Christi bleiben, der sagt: „Ich bin Weg, Wahrheit und Leben!“ so Pfarrer Stefan Fleischmann. Durch Lichtenbergs Tod in Hof fühlen sich die Hofer Gemeinden diesem mutigen Zeitzeugen ganz nah verbunden: Seliger Bernhard Lichtenberg bitte für uns!

