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Pilgern und Pivo

Datum:
Veröffentlicht: 10.9.18
Von:
Susanne Hoch

Eine knapp 50-köpfige Reisegruppe aus der Pfarrei Bernhard Lichtenberg machte sich in der ersten Septemberwoche mit Dekan Holger Fiedler auf den Weg nach Tschechien. Erstes Ziel war Mähren. Brünn (Brno), die zweitgrößte Stadt Tschechiens beeindruckte durch weitläufige Plätze und schöne Sakralbauten, allen voran die St.-Peter-und-Paul-Kathedrale. Außerdem wandelten die Pilger im Kloster Velehrad auf den Spuren der Slawenapostel Kyrill und Method und besuchten den Wallfahrtsort Wranau (Vranov u Brna) sowie den Geburtsort von Oskar Schindler Zwittau (Svitavy). Der zweite Teil der Reise führte über Znaim (Znojmo) und die Wallfahrtskirche Maria Trost in Dobrá Voda nach Krumau an der Moldau (Český Krumlov) in Böhmen. Bei einer Stadtführung konnten sich die Hofer selbst davon überzeugen, dass die historische Altstadt mit den malerischen Gässchen und der imposanten Schlossanlage zu Recht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geführt wird. Bei einer Fahrt durch den Böhmerwald feierten die Pilger Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Schnee beim Heiligen Stein (Svatý Kámen nad Malší) in Dolní Dvořiště, besichtigten das Kloster Hohenfurth (Vyšší Brod), bestiegen den Baumwipfelpfad mit Aussicht zum Stausee Lipno und machten einen Abstecher zum Adalbert-Stifter-Geburtshaus in Horní Planá. Bei einem weiteren Ausflug standen das Schloss Hluboká nad Vltavou und Budweis (České Budějovice), die größte Stadt Südböhmens, wo selbstverständlich eine Brauereiführung nicht fehlen durfte, auf dem Programm. Auf der Heimfahrt nach Hof stattete die Pilgergruppe dem Kloster Svatá Hora (deutsch: Kloster Heiliger Berg) in der Nähe von Příbram einen Besuch ab und feierten dort den Abschlussgottesdienst.

In kulinarischer Hinsicht hatte diese Pfarrfahrt natürlich ebenfalls viel zu bieten. Ob beim südböhmischen Bauernschmaus in der Brauereigaststätte Eggenberg in Krumau an der Moldau oder dem Brauereigulasch in der Bierstube der Budweiser Brauerei, ob beim mährischen Wein oder beim böhmischen Bier (pivo) – hier kamen alle auf ihre Kosten. Pilgern macht schließlich hungrig und durstig. Doch auch die Seele wurde gefüttert. Kaum einer hatte vor Antritt der Reise vermutet, dass in Tschechien so viele wunderschöne und liebevoll wiederaufgebaute Wallfahrtsorte zu finden sind. Zweifellos hat diese Pfarrfahrt daher dazu geführt, dass wir unseren Nachbarn Tschechien von einer ganz neuen Seite kennen lernen konnten. Dies zeigte sich auch in den vielen netten Begegnungen mit Einheimischen, insbesondere als die Pilger gemeinsam den Geburtsort eines Reiseteilnehmers besuchten, wo sie völlig frei von der Last der Geschichte mit Herzlichkeit empfangen wurden und sich Tschechen und Deutsche gleichermaßen darüber freuten, dass ein Mann nach vielen Jahrzehnten wieder an seinem Taufbecken stehen durfte. Für alle wurde spürbar: Glaube verbindet – über alle sprachlichen und politischen Grenzen und alle Zeiten hinweg.

Zu guter Letzt heißt es noch Danke sagen:

  • an Stefan Illek, der die tschechischen Geheimtipps entdeckt hat und uns mit böhmischer Musik versorgte,
  • an unseren weltlichen Reiseleiter Hans Förtsch, der uns die Geschichte wieder auf seine unnachahmliche Art nahebrachte, auch wenn die tschechischen Namen so manchen Zungenbrecher bereithielten,
  • an unseren Busfahrer Roberto Helmers von Omnibus Stütz aus Schlüsselfeld, der mit den verschlungen Straßen tief im Böhmerwald oft seine liebe Not hatte und uns doch immer wieder sicher ans Ziel brachte,
  • an unsere Dolmetscherin Erika Köppel, ohne die wir völlig verloren gewesen wären
  • und natürlich an unseren Dekan Holger Fiedler, der es eine ganze Woche in stoischer Gelassenheit mit uns ausgehalten hat.