Predigtreihe über den heiligen Josef

Papst Franziskus hat am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens (8. Dezember 2020) ein Jahr des heiligen Josefs ausgerufen. Mit einem eigenen Schreiben hat der Papst den Katholiken den heiligen Josef als besonderes Vorbild empfohlen. Wie so viele stille Helden in der Pandemie sei der Ziehvater Jesu ein Vorbild an kreativem Mut und Bescheidenheit, Gehorsam, Zärtlichkeit und Verantwortung. In der Woche, in der das Hochfest des heiligen Josefs war (19. März), fanden zu Ehren des Bräutigams der Jungfrau Maria in verschiedenen Kirchen des Seelsorgebereiches „Hofer Land“ mehrere Gottesdienste statt . Die Geistlichen haben im Rahmen einer Predigtreihe über folgende Themen gesprochen:
Leitender Pfarrer Hans- Jürgen Wiedow machte sich Gedanken über das Thema: "Vom Segen der zweiten Reihe". Es gebe Menschen, die stünden immer in der 1. Reihe. Man kennt sie und freut sich sie zu sehen, sagte Pfarrer Hans- Jürgen Wiedow. Anders sei es beim heiligen Josef. Er sei keiner aus der 1. Reihe und doch sei er für Maria und das Christuskind unendlich wichtig. Bestimmt hätte er es verdient in die 1. Reihe aufzusteigen, doch die Heilsgeschichte wollte es anders. Sie lässt ihn glücklicherweise in der 2. Reihe. Dort gehöre er hin, das sei seine Berufung! Dies werde schon dadurch deutlich, dass Jesus als "Zimmermann" betitelt wird. Jesus hat dem Vater in jungen Jahren geholfen und sich bestimmt viel von ihm abgeschaut, meint Pfarrer Hans- Jürgen Wiedow. Josef habe dem Kind und Jugendlichen Jesus viel mitgegeben, seine Kindheit entscheidend mitgeprägt, ohne große Worte darum zu machen, ohne dass er in der Heiligen Schrift dafür einen wichtigen Platz bekommen hat!, so Pfarrer Wiedow.
Dekan Andreas Seliger betitelte seine Predigt „In der Schule des Heiligen Josef – das Werk des Alltags“. Josef sei kann Mann großer Worte, sagte der Dekan. Josef redet nicht, er arbeitet. Der Bräutigam der Gottesmutter sei für uns ein hervorragendes Vorbild. Er war mit Hingabe Pflegevater des Herrn. Jesus wuchs in einer einfachen Familie auf und sei über 30 Jahre in die Schule des heiligen Josefs gegangen." Wieso können wir dann nicht auch in seine Schule gehen, fragte der Geistliche weiter, und nach dem Vorbild des treuen und gerechten Familienvaters leben?" "Josef redet nicht! Er arbeitet!", wiederholte der Dekan.
Pfarradministrator Dr. Dieter Georg Jung sprach über eine „Kirche der Zukunft – mit kreativem Mut!“ "Ein Grundproblem der Kirche ist, dass sie nicht zur Ruhe kommt und so oft nicht mehr die Stimme Gottes hört, hören will oder kann", stellte Dr. Dieter Jung fest. Kirche müsse sich wie Josef der Realität stellen, Probleme als Herausforderungen ansehen, sie aufarbeiten und in Chancen verwandeln! Gott sei bei diesem Denken und Entwickeln immer dabei. "Er ist der Immanuel, der Gott mit uns." Im Vertrauen auf Gott bleibe man nicht auf der Strecke, sondern gewinne das Leben, betonte der Redner. Wie Josef soll die Kirche nicht stehen bleiben, sondern aufbrechen und dahin gehen, wohin Gottes Geist führt. Jede und jeder könne Zeiten, Orte und Begegnungen gelebten Glaubens und glaubhaften Lebens ermöglichen und so andere Menschen im Leben stützen und im Glauben unterstützen - nur so habe Kirche Zukunft!
Pfarrvikar Sebastian Schiller stellte seine Betrachtungen unter dem Titel: „Ein Mann, (k)ein Wort“. Joseph sei ein Mann ohne Worte, der uns aber viel zu sagen hat, stellte Pfarrvikar Sebastian Schiller fest. Joseph zeige uns in den Evangelien: Nicht geschliffene Worte seien entscheidend, sondern Taten. Er glaubt und vertraut. Ohne ein überliefertes Wort aus seinem Mund erkennen wir in seinem Handeln: Gott ist mit uns!
„Glaube und Gehorsam – passt das zusammen?“ fragte sich Pfarrvikar Holger Fiedler. Diesem Begriffspaar Glauben und Gehorsam ging er in seiner Predigt auf die Spur. Die Heilige Schrift verdeutliche, dass der Gehorsam gegenüber Gott zum Segen für die Menschen werde. Dies führte der Prediger am Beispiel Abrahams aus sowie an Aussagen des Hebräerbriefes und des Apostels Paulus über den Gehorsam Christi. Josef ist demnach der Mann, der Gott gehorcht, der kein Aufsehen um sein Ego macht, der nichts zerredet oder banalisiert: Er hört auf Gott und tut im Glauben, was gefordert ist. Kirche heute muss freilich auf die Menschen hören, deren Freude und Hoffnung, Trauer und Angst wahrnehmen. Besonders aber ist die Kirche Gottes gerufen immer wieder wie Josef auf Gott zu hören, und zu tun, was Gottes Willen entspricht." Pfarrvikar Holger Fiedler hat ein schönes Gebet getextet, wo es zum Schluss heißt:
"Josef, Dein Gottvertrauen mach Dich unvergessen. Du hast Deine Pflicht getan, das ist es, was für Dich zählt. Josef, Du gehst aus dieser Welt leise und unaufdringlich. Deine gute Hand sei über mir, meiner Arbeit, meiner Familie!"